Review: Der dritte Bruder | Nick McDonell (Buch)

Nach der gestrigen kleinen Auszeit melde ich mich heute mit einer meiner angekündigten Buchrezensionen zurück. Nick McDonell dürfte den aufmerksamen Lesern dieses Blogs bereits ein Begriff sein, da von ihm auch Zwölf stammt, welches ier ebenfalls besprochen wurde. Aber keine Sorge, der Link zu dem Eintrag findet sich weiter unten!

Und nun, wie immer, viel Spaß!

Der dritte Bruder

The third Brother, USA 2005, 270 Seiten

Der dritte Bruder von Nick McDonell
© Kiepenheuer & Witsch Verlag

Autor:
Nick McDonell


Verlag (D):
Kiepenheuer & Witsch
ISBN:
978-3-462-03731-9

Genre:
Drama

Inhalt:

Mika hat über einen alten Freund seines Vaters ein Volontariat bei einer Zeitung in Hongkong bekommen. Elliot Analect, Chef der Zeitung und Freund von Mikes Vater, schickt ihn nach Bangkok, um über die dortige Backpacker-Szene zu berichten. Ganz nebenbei soll er sich auf die Suche nach Christopher Dorr begeben, der dort seit geraumer Zeit verschollen ist.

Neugierig stürzt sich Mike in Bangkok in eine Welt, die beherrscht wird von Drogen, Prostitution und Gewalt und die das Gegenteil der ihm bekannten privilegierten Oberschicht darstellt. Doch dann geschieht ein Unglück und Mike muss vorzeitig nach New York zu seinem Bruder Lyle zurückkehren. Als dann auch noch die zwei Türme des World Trade Center einstürzen, gerät Mikes vormals so heile Welt vollends aus den Fugen.

Rezension:

Im Vergleich zu seinem Erstling Zwölf hat sich McDonells Erzählweise noch einmal merklich verbessert. Zwar finden sich auch in Der dritte Bruder unglaublich kurze Kapitel, die nur das Nötigste vermitteln, doch tun sie das hier mit einer solchen Prägnanz und Effektivität, dass das Ergebnis einem mitreißenden, schnell geschnittenen Film gleicht, der auf schmückendes Beiwerk fast gänzlich verzichtet.

Die Erzählung teilt sich hierbei in drei Teile, deren erster hauptsächlich in Bangkok spielt und den meisten Raum einnimmt. Er ebnet zudem den Boden für alles Folgende. Hierbei werden Mikes Erlebnisse immer wieder unterbrochen von Rückblenden in seine Kindheit oder seine jüngere Vergangenheit in New York. Dieses Stilmittel ist bereits durch Zwölf hinlänglich bekannt, funktioniert aber auch hier einwandfrei, um Hintergrundinformationen und einschneidende Begebenheiten sinnvoll zu vermitteln, ohne den Leser aus dem Fluss der Geschichte zu reißen.

McDonells Roman konzentriert sich vollkommen auf seinen Hauptprotagonisten Mike und schildert tagebuchartig seine Sicht der Dinge. Der Autor macht also nicht wie bei Zwölf den „Fehler“, sich mit der Berücksichtigung zu vieler Figuren zu verzetteln. Das Motiv des dritten Bruders wird in unterschiedlicher Variation aufgegriffen und das teils in überraschender Weise, so dass ich gar keine Thesen bezüglich des Titels aufstellen möchte und kann, ohne Grundlegendes zu verraten.

Der dritte Bruder ist einmal mehr ein nicht unbedingt seitenstarkes Werk, doch gelingt es trotzdem, eine Geschichte epischer Breite zu erzählen, was durch die erwähnte fragmentarische Erzählweise begünstigt wird.

Fazit & Wertung:

Nick McDonell hat bewiesen, dass er kein „One-Hit-Wonder“ ist. Der dritte Bruder ist eine außergewöhnliche Geschichte über die Bedeutung von Familie und über die Tragödien des Lebens.

8,5 von 10 Gerüchten über yaa baa.

Der dritte Bruder

  • Gerüchte über yaa baa - 8.5/10
    8.5/10

Fazit & Wertung:

Nick McDonell hat bewiesen, dass er kein "One-Hit-Wonder" ist. Der dritte Bruder ist eine außergewöhnliche Geschichte über die Bedeutung von Familie und über die Tragödien des Lebens.

8.5/10
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Weitere Details zum Buch und dem Autor finden sich auf der Seite des KiWi-Verlages:
Der dritte Bruder im KiWi-Verlag

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