Review: Die Legende der Wächter (Film)

Heute kommt die Rezi ein wenig früher, damit ich mich gleich dem Wetter entsprechend wieder nach draußen in die Sonne verziehen kann. Allen Daheimgebliebenen trotzdem viel Spaß!

Die Legende der Wächter

Legend of the Guardians: The Owls of Ga’Hoole, USA 2010, 96 Min.

Die Legende der Wächter
Quelle: IMPawards.com

Regisseur:
Zack Snyder
Autoren:
John Orloff
Emil Stern

Main-Cast:
Jim Sturgess (Soren [Stimme])
Emily Barclay (Gylfie [Stimme])
Geoffrey Rush (Ezylryb [Stimme])
Joel Edgerton (Eisenschnabel [Stimme])
Ryan Kwanten (Kludd [Stimme])


Genre:
Animation | Fantasy | Action


 

Inhalt:

Die Schleiereulenjungen Soren und Kludd leben wohlbehütet mit ihren Eltern und ihrer Schwester Eglantine wohlbehütet in einem Baum. Ihr Vater Noctu erzählt ihnen Geschichten von den sagenumwobenen Wächtereulen von Ga’Hoole, deren Anführer Lyze von Ki’el das Eulenreich einst vor der Bedrohung durch Eisenschnabel gerettet hat. Während Soren die Geschichten für bare Münze nimmt, kann Kludd diesen Legenden nichts abgewinnen.

Doch die beiden ungleichen Brüder bekommen ganz andere Sorgen, als sie auf dem Waldboden von einem tasmanischen Teufel angegriffen und von Eulensoldaten erst gerettet und dann gefangen genommen werden. Schnell erkennen beide, dass die Soldaten unter der Führung Eisenschnabels stehen, der alle niederne Eulenvölker unterjochen und die verhassten Wächter töten will, denn die Tyto (Gattung der Schleiereulen) sind seiner Meinung nach die einzig wahren Herrscher aller Eulen und so nennt sich seine Armee auch die „die Reinsten“. Mit der Hilfe des Verräters Grimble gelingt es Soren zusammen mit der Elfenkäuzin Gylfie zu fliehen und die beiden machen sich auf die Suche nach den legendären Wächtern von Ga’Hoole. Kludd hingegen verbleibt im Gefolge Eisenschnabels und erliegt den falschen Einflüsterungen der Reinsten.

Rezension:

Die Legende der Wächter basiert auf dem fünfzehnteiligen Zyklus der amerikanischen Schriftstellerin Kathryn Lasky, dessen erste drei Teile hier verfilmt wurden. In Unkenntnis der originären Werke kann ich natürlich nicht darüber urteilen, wie originalgetreu die Umsetzung geraten ist. Allerdings kann ich sagen, dass alle Charaktere in ihrer Form einzigartig waren und – obwohl es sich fast ausnahmslos um Eulen handelt – gut unterscheidbar. Die Gesichtszüge wie auch der Rest des Körpers wurden mit so viel Liebe zum Detail animiert, dass der Anblick eine wahre Freude ist.

Die Geschichte, die Die Legende der Wächter erzählt, ist ein klassisches Abenteuer und handelt von Freundschaft, Erwachsenwerden, Mut, Selbstvertrauen und so weiter und so fort. Auf diesem Feld also sicher nichts Neues oder Innovatives, aber die Umsetzung ist sowohl grafisch als auch dramaturgisch dermaßen gelungen, dass man voll Spannung den nächsten Geschehnissen entgegenfiebert.

In einigen Kritiken las ich, die Charaktere wären zu eindimensional gezeichnet und besäßen keine Tiefe, doch muss ich sagen, dass ich dem nicht zustimmen kann. Zumindest finde ich, dass in anderen Filmen des Genres auch keine Quantensprünge gemacht werden, was Charakterzeichnung und –entwicklung betrifft. Der Film gehört von den Animationen derzeit mit zum Eindrucksvollsten, was die Technik derzeit zu bieten hat und nur aufgrund dieser Tatsache sollte man ihm seine erzählerischen Qualitäten nicht absprechen, die er zweifellos besitzt.

Klar räume ich ein, dass der Film extrem düster für einen Kinderfilm ist, aber dies spiegelt sich auch in der Freigabe ab zwölf Jahren wieder. Neben seinen dunklen Passagen geizt er aber auch nicht mit komischen oder anrührenden Momenten und zeigt auf optischer Ebene jederzeit, wie er den Zuschauer zu verzaubern weiß.

Zudem ist die gesamte „Welt“ der Eulen, mit all ihren Mythen und Sagen, ihren Wohnstätten und sozialen Gefügen, ihren Werkzeugen und Rüstungen und all den anderen Kleinigkeiten dermaßen einfallsreich und bis ins Kleinste ausgestaltet, dass man schon kurz nach Beginn schon nicht mehr das Gefühl hat, fremd in dieser Welt zu sein, sondern vielmehr, als würde man sie schon lange kennen.

Für mich ist Die Legende der Wächter ein Animationsfilm, der es geschafft hat, dass ich in den Eulen eigenständige Figuren zu erkennen vermag und ihnen diese Rollen auch abkaufe – und das ist mehr, als ich im Vorfeld glauben wollte. Zudem beeindruckt er mit einer derartig opulenten Ausstattung und Bildsprache, dass man in jeder Sekunde auf den Bildschirm starrt und dabei voller Interesse die Abenteuer um Soren, Gylfie, Digger, Morgengrau und all der anderen liebenswerten Gestalten verfolgt.

Fazit & Wertung:

Auch wenn die Geschichte etwas innovationsarm daherkommt – was aber auch an der literarischen Vorlage liegen kann – so ist sie handwerklich einwandfrei umgesetzt und begeistert mit Animationen, die in ihrer Perfektion ihresgleichen suchen.

9 von 10 Wächtern von Ga’Hoole

Die Legende der Wächter

  • Wächter von Ga’Hoole - 9/10
    9/10

Fazit & Wertung:

Auch wenn die Geschichte etwas innovationsarm daherkommt – was aber auch an der literarischen Vorlage liegen kann – so ist sie handwerklich einwandfrei umgesetzt und begeistert mit Animationen, die in ihrer Perfektion ihresgleichen suchen.

9.0/10
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Die Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW) hat für Die Legende der Wächter das Prädikat wertvoll vergeben.
Weitere Details, Begründungen etc. pp. findet ihr auf der Seite der FBW.

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