Review: Interstate 60 (Film)

Verregnete Nachmittage sind ja dafür prädestiniert, alte, liebgewonnene Filme hervorzukramen und erneut zu genießen. Und eben das tue ich gerade, während ich diese Zeilen verfasse. Inspiriert von der kürzlich verfassten Top Ten Liste habe ich mich heute für Interstate 60 entschieden, einen Film, den die meisten von euch vermutlich nicht kennen werden, den ich aber immer wieder wärmstens empfehlen würde.

Interstate 60

Interstate 60: Episodes of the Road, CDN 2002, 116 Min.

Interstate 60 | © KNM Home Entertainment GmbH
© KNM Home Entertainment GmbH

Regisseur:
Bob Gale
Autor:
Bob Gale

Main-Cast:

James Marsden (Neal Oliver)
Gary Oldman (O. W. Grant)
Amy Smart (Lynn Linden)
Christopher Lloyd (Ray)
Kurt Russell (Captain Ives)
Chris Cooper (Bob Cody)

Genre:
Abenteuer | Komödie | Fantasy | Drama


Trailer (diesmal leider nur auf englisch):

 

Inhalt:

Zwei Studenten unterhalten sich in einer Bar. Der Wirt erzählt den beiden die Geschichte von O. W. Grant, einem Mann, einem Wesen, der auf der Interstate 60 sein Unwesen treibt und der den Menschen einen Wunsch erfüllt, genau einen. Es gibt nur einen Haken an der Geschichte, denn es existiert keine Interstate 60.

Dann lernen wir Neal Oliver kennen, einen jungen Mann kurz vor seinem zweiundzwanzigsten Geburtstag, der sich nicht darüber im Klaren ist, was er mit seinem Leben anfangen möchte. O. W. Grant wird auf ihn aufmerksam und bringt ihn dazu einen Wunsch auszusprechen, die Antwort auf sein Leben. In der Folge lernt Neal Ray kennen, der ihm den Auftrag gibt, ein Paket nach Danver auszuliefern. Es verschlägt ihn auf den nichtexistenten Interstate 60, wo er erneut auf O. W. Grant trifft, der ihn auf eine skurrile, abstruse, fantastische Reise schickt.

Rezension:

Interstate 60 ist meines Erachtens nach einer der vielen zu Unrecht „nur“ beziehungsweise direkt auf DVD veröffentlichten Filme, der dementsprechend der Aufmerksamkeit der Allgemeinheit vollkommen entgangen ist. Allerdings dürfte dieser Film auch kaum Anklang bei der Allgemeinheit finden, denn dafür ist er schlicht zu abgedreht. Für die einen ein Manko, für mich ein großer Segen. Denn Interstate 60 ist so wunderbar durchkomponiert, die vielen skurrilen Einfälle und Ideen greifen so wunderbar ineinander, dass man ihn immer und immer wieder genießen kann.

Dabei reichen die Einfälle von dem großartigen, schwarzhumorigen, Wünsche erfüllenden O. W. Grant über eine hellseherisch begabte, magische Achterkugel, über einen Ort namens Banton, in dem die zutiefst suchterregende Droge Euphoria zum Wohl der Allgemeinheit legalisiert worden ist, über das Museum für Kunstschwindel, Morlaw, die Stadt der Anwälte, gezinkte Kartenspiele bis hin zum alles miteinander verbindenden Interstate 60.

Zudem ist der Film gespickt mit kleinen philosophischen Ansprachen und Überlegungen und karikiert auf gekonnte Weise die amerikanische Gesellschaft. Anspruchsvollen Philosophen werden die Anleihen zwar zu oberflächlich sein, passen sich aber ebenso gekonnt in die wahnwitzige Geschichte um Neals Selbstfindung ein. Dabei ist die gesamte Geschichte von einem unterschwelligen, teils sarkastischem Humor durchzogen und steigert hierdurch einmal mehr das Sehvergnügen.

Abgerundet wird das durchweg positive Bild von einer Vielzahl ausgesuchter, herausragender Schauspieler in kleineren und größeren Nebenrollen; seien es Christopher Lloyd als Arzt und Auftraggeber Neals, Kurt Russell als Polizeichef von Banton, Chris Cooper als lebensmüder Prinzipienreiter oder Michael J .Fox als Geschäftsmann Mr. Baker.

Das einzige – um hier auf den Anfang der Rezension zu verweisen – , woran man sich eventuell stoßen könnte ist, dass der Film sich bewusst und ausufernd mit Themen wie Zufall, Schicksal, Bedeutung und dergleichen befasst, so dass die Geschichte ihrer Natur nach sehr konstruiert wirkt. Dies ist hier zwar durchaus gewollt und beabsichtigt, aber es gibt ja durchaus Menschen, die dann direkt aufbegehren, wie unglaubwürdig dies alles sei. Dieses Aufbegehren würde im Fall von Interstate 60 über die gesamte Dauer des Films andauern und daher möchte ich solchen Personen hiermit ausdrücklich von der Sichtung abraten!

Fazit & Wertung:

Interstate 60 ist in seiner verträumten Art, seiner unglaublichen Erzählweise, seinen seltsamen Figuren, in eigentlich allem einzigartig und ein echter Geheimtipp für all Jene, die eine mit viel Fantasie erzählte, liebevoll ausgearbeitete Geschichte zu würdigen wissen.

10 von 10 Begegnungen auf der Interstate 60

Interstate 60

  • Begegnungen auf der Interstate 60 - 10/10
    10/10

Fazit & Wertung:

Interstate 60 ist in seiner verträumten Art, seiner unglaublichen Erzählweise, seinen seltsamen Figuren, in eigentlich allem einzigartig und ein echter Geheimtipp für all Jene, die eine mit viel Fantasie erzählte, liebevoll ausgearbeitete Geschichte zu würdigen wissen.

10.0/10
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  • Manfred

    Ja, jaaa SIR, ich liebe diesen Film, schade das es nicht noch mehr davon gibt, dann müsste ich nicht immer wieder den gleichen Film anschauen müssen 😉

    Die Musik passt allerdings auch perfekt zur Geschichte

    viva Bob Gale

  • Pingback: Interstate 60 (2002) | Film-Blogosphäre()

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