Review: Jonah Hex (Film)

Auch heute melde ich mich mal wieder mit einer Comicverfilmung, welche mich nur leider bei aller Liebe nicht so zu überzeugen wusste wie Kick-Ass oder auch Watchmen. Es handelt sich um eine Direct-to-DVD-Veröffentlichung, so gesehen wahren wir den Schein der Aktualität.

Jonah Hex

Jonah Hex, USA 2010, 78 Min.

Jonah Hex
Quelle: IMPawards.com

Regisseur:
Jimmy Hayward
Autoren:
Mark Neveldine
Brian Taylor

Main-Cast:

Josh Brolin (Jonah Hex)
John Malkovich (Quentin Turnbull)
Megan Fox (Lilah)
in weiteren Rollen:

Michael Fassbender (Burke)
Will Arnett (Lieutenant Grass)
Michael Shannon (Doc Cross Williams)

Genre:
Action | Fantasy


Trailer:

 

Inhalt:

Jonah Hex ist Südstaatenoffizier im Sezessionskrieg unter der Führung des Kommandanten Turnbull. Als dieser allerdings befiehlt ein Krankenhaus niederzubrennen, weigert sich Hex und tötet letztlich Turnbulls Sohn, nachdem dieser die Waffe auf ihn gerichtet hatte. Zur Rache schnappt Turnbull Jonah und zwingt ihn dabei zuzusehen, wie seine Frau und sein Kind vor seinen Augen lebendig verbrennen. Er lässt Hex am Leben, doch nicht ohne ihn vorher mit einem Brandmal im Gesicht mit Turnbulls Initialen QT für immer zu entstellen.

Hex schwört Rache, doch erreicht ihn bald die Nachricht vom Tod Turnbulls und er entschließt sich, fortan als Kopfgeldjäger durch die Lande zu ziehen. Doch eines Tages ruft ihn die US-Regierung zurück in den Militärdienst und verspricht ihm die lang ersehnte Rache, denn Turnbull ist am Leben und baut an einer Superwaffe, die fähig ist ganze Nationen zu vernichten.

Rezension:

Jonah Hex ist eine weitere Comicverfilmung aus dem Hause DC. Leider gab es während der Produktion – wie ich durch ein wenig Recherche in Erfahrung bringen konnte – einige Querelen zwischen der Produktionsfirma und den beiden Drehbuchschreibern Neveldine und Taylor, so dass erst später der Regisseur Hayward hinzugezogen wurde.. Das merkt man dem Film akut an, nichts wirkt wie aus einem Guss, streckenweise sprintet die Geschichte waghalsig voran, scheinbar wichtige Szenen werden abrupt beendet und Erklärungen sucht man vergebens. So ist mir beispielsweise Megan Fox‘ Rolle als Lilah vollkommen schleierhaft geblieben. Wir erfahren nichts, aber auch wirklich gar nichts zu der Figur und es scheint fast, als hätte man sie nur eingebaut um neben den hässlichen alten Männern einen weiblichen, gutgebauten Konterpart vorweisen zu können.

Generell bleibt die Geschichte um Jonah Hex unglaublich seicht und ohne Leben, allein die Hintergründe seiner Entstellung werden in etwa fünf Minuten abgehandelt. Gute Ideen wie der Wechsel zu einer comic-artigen Perspektive werden dabei ebenso schnell verworfen und tauchen über die gesamte Länge des Films nicht mehr auf, wobei man dieses Stilmittel sicher gut hätte nutzen können, um brutalere Szenen dem Zuschauer zugänglich zu machen. Stattdessen schwenkt die Kamera scheu bei jedem sich andeutenden Zipperlein gen Himmel ab, auch nicht unbedingt schön.

Des Weiteren wird auch die Welt, in der Jonah Hex sich bewegt nicht näher beleuchtet und so staunt man über Maschinengewehre, Raketenpistolen (ja, ihr habt richtig gelesen) und anachronistische Superwaffen, außerdem kann Hex mit den Toten sprechen, weil er während seines Martyriums dem Tode so nahe war. Solche Informationen werden dem Zuschauer beiläufig vor den Latz geknallt, zwei- dreimal gezeigt und verschwinden dann wieder im Dunkel der Geschichte.

Die Handlung indes weist generell einige eklatante Lücken wie auch Schwächen auf und kann zu keinem Zeitpunkt überzeugen. So steuert auch alles ohne viel Firlefanz auf den sich rasch nähernden Showdown zu und bringt die Geschichte rasch und schmerzlos zu einem wunderbaren „Happy-End“. Was den Film davor rettet, komplett verrissen zu werden, sind einzig die trotz storytechnischer Mängel glaubwürdige/sympathische Figur des Jonah Hex, aber noch viel mehr die wie immer hervorragende schauspielerische Leistung John Malkovichs als Bösewicht Turnbull, sowie die Figur des Burke, seines Zeichens rechte Hand von Turnbull und unglaublich verkörpert von Michael Fassbender, einem mir bis dato vollkommen unbekannten deutsch/irischen Schauspieler mit einem unglaublichen Charisma. Megan Fox hingegen bleibt wie in vielen Filmen beliebig und austauschbar, ihre Figur hat auch leider überhaupt nichts zur Geschichte beizutragen, außer eben ein eng geschnürtes Korsett und nackte Beine.

Fazit & Wertung:

Jonah Hex ist so etwas wie The Crow im wilden Westen, nur ohne die Atmosphäre und den Kultcharakter. Für einen gemütlichen Männerabend immer noch zu empfehlen, aber dann auch wirklich nur, wenn es ein klassischer (also biergetränkter) Männerabend wird.

Wohlwollend (aufgrund von Malkovich und Fassbender) vergebe ich

5 von 10 umherfliegenden Raben

Jonah Hex

  • Umherfliegende Raben - 5/10
    5/10

Fazit & Wertung:

Jonah Hex ist so etwas wie The Crow im wilden Westen, nur ohne die Atmosphäre und den Kultcharakter. Für einen gemütlichen Männerabend immer noch zu empfehlen, aber dann auch wirklich nur, wenn es ein klassischer (also biergetränkter) Männerabend wird.

5.0/10
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Meinungen aus der Blogosphäre:
CineKie: 3/10 Punkte

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