Review: Killing Game | Charlie Huston (Buch)

Killing Game

The Shotgun Rule, USA 2007, 381 Seiten

Killing Game von Charlie Huston
© Heyne

Autor:
Charlie Huston


Verlag (D):
Heyne Verlag
ISBN:
978-3-453-43353-3

Genre:
Thriller | Drama

Inhalt:

Der Roman spielt im Jahre 1983 in einer nordkalifornischen Kleinstadt. Zu Beginn lernen wir die vier Jungs Andy, George, Paul und Hector kennen, die als eingeschworene Clique tagtäglich um die Häuser ziehen, ihre Streiche spielen und gelegentlich auch in die Häuser der reichen Kleinstadtbewohner einbrechen, um sich ihr Taschengeld aufzubessern.

Interessant wird das Ganze, als die vier mit den Mitgliedern der Arroyo-Gang in Berührung kommen und durch eine Verkettung von Umständen die Drogenküche der Gang entdecken und an deren Meth-Vorräte gelangen. Denn was sie nicht wissen ist, dass die Arroyo-Brüder nicht die eigentlichen Oberhäupter des Drogenkartells sind, sondern dass sich noch andere Gestalten im Hintergrund tummeln und es auf die Jungs abgesehen haben. Auch die dunkle Vergangenheit ihrer Eltern und Anverwandten spielt hierbei eine nicht unwesentliche Rolle und im Laufe der Geschichte wird so manches Geheimnis gelüftet, welches besser nicht ans Tageslicht hätte gezerrt werden dürfen.

Rezension:

Der Roman gewinnt leider nur langsam an Fahrt und die ersten siebzig Seiten fragt man sich noch, wohin und in welche Richtung diese Geschichte steuern soll, auch und besonders, da die vermeintliche Bedrohung durch die Arroyo-Brüder schnell von der Bildfläche verschwindet. Doch erst langsam offenbart sich dann die Genialität des Romans, der – in verschiedenen Zeitebenen stattfindend – immer wieder unvermittelt vor- und zurückspringt und wir dadurch relativ früh vom Schicksal der Jungen erfahren und Seiten später lesen werden, wie sie in den Schlamassel hineingeraten sind. Wie oben bereits erwähnt, gibt es neben der Bande um Andy und George noch eine weitere Gruppe, die hier durch eine so unglaubliche wie auch unglaubwürdige Verkettung von Zufällen und falschen Vermutungen wieder zusammengeführt wird und die sich dereinst unter dem Kürzel BW/JL/G auf einem Bartresen verewigt hat.

Hier zeigt sich auch die wahre Stärke des Romans, denn so simpel sich der Plot um vier Jugendliche, die in Schwierigkeiten geraten, auch anhören mag, so schnell wird auch klar, dass dort noch einiges mehr unter der Oberfläche brodelt.

Außerdem nimmt sich Huston Zeit für die Entwicklung seiner Charaktere und beschreibt auch die Hintergründe der einzelnen Familien und ihres Umfelds und schafft damit ein umfassendes Bild mehrerer zerrütteter Kleinstadtfamilien in den achtziger Jahren.

Fazit & Wertung:

In meinen Augen versteht es Huston unvergleichlich, düstere, harte, schwarzhumorige und auf den Punkt gebrachte Romane zu schreiben. Killing Game ist hier die Regel, nicht die Ausnahme, auch wenn das Werk nicht an meinen Favoriten Clean Team heranreicht. Ich bescheinige dem Roman hier – gerade aufgrund der Erzählstruktur – ein definitives: Hat sich gelohnt!

7 von 10 imaginierten Gewaltausbrüchen

Killing Game

  • imaginierte Gewaltausbrüche - 7/10
    7/10

Fazit & Wertung:

In meinen Augen versteht es Huston unvergleichlich, düstere, harte, schwarzhumorige und auf den Punkt gebrachte Romane zu schreiben. Killing Game ist hier die Regel, nicht die Ausnahme, auch wenn das Werk nicht an meinen Favoriten Clean Team heranreicht. Ich bescheinige dem Roman hier – gerade aufgrund der Erzählstruktur – ein definitives: Hat sich gelohnt!

7.0/10
Leser-Wertung 1/10 (1 Stimme)
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