Review: Motel (Film)

Heute mal wieder ein kleiner, recht unbeachteter Film aus meinem reichhaltigen DVD-Archiv, den ich vergangenes Wochenende nach Jahren einmal wieder hervorgekramt habe, nicht unbedingt weil der Film so außergewöhnlich gut ist, sondern einfach aus Spaß an der Freude.

Und ebendiesen wünsche ich auch beim Lesen meiner Rezension!

Motel

Vacancy, USA 2007, 85 Min.

Motel
Quelle: IMPawards.com

Regisseur:
Nimród Antal
Autor:
Mark L. Smith

Main-Cast:
Kate Beckinsale (Amy Fox)
Luke Wilson (David Fox)


Genre:
Thriller | Horror


 

Inhalt:

Das Ehepaar Amy und David Fox befindet sich auf dem Heimweg von einer Familienfeier und steht kurz vor der Scheidung. Den Tod des gemeinsamen Sohnes hat die Beziehung nicht verkraftet. Kurz nach Einbruch der Nacht gibt ihr Wagen aufgrund eines Motorschadens den Geist auf und sie machen sich zu Fuß auf den Weg zurück zu einem Motel, an dem sie einige Stunden zuvor vorbeigekommen sind.

Dort angekommen erkundigen sie sich nach einem Abschleppdienst, doch in der Einöde hat kein Geschäft mehr geöffnet. Der etwas seltsame Hotelier Mason schwatzt den beiden ein Zimmer auf und sie beschließen, dort bis zum nächsten Morgen auszuharren. Doch als David eine herumliegende Videokassette einlegt in der Hoffnung auf einen unterhaltsamen Film, stellen die beiden mit Erschrecken fest, dass die Aufnahmen aus ihrem Zimmer stammen und dort frühere Motelgäste von Maskierten gefoltert und schließlich getötet werden. Als die beiden realisieren, dass sie womöglich die nächsten Opfer der Snuff-Filmer sind, scheint es schon fast zu spät zu sein…

Rezension:

Motel begeistert zuallererst einmal mit dem durchweg und konsequent düsteren Setting der Geschichte. Kein Sonnenstrahl, keine bunten Farben, kein Hoffnungsschimmer stört die beklemmende und bedrohliche Atmosphäre. Hierbei ist es dem Kameramann sowie den Ausleuchtern zu verdanken, dass trotzdem die Szenerie nicht in Dunkelheit versinkt und kleinste Details nicht verloren gehen. Dank der soliden Kameraführung erkennt man als Zuschauer sogar trotz der Dunkelheit, wo auf dem Motel-Gelände man sich gerade befindet; also keine Spur von hektischem Kamerageruckel und panisch verwischten Szenen ohne Orientierungsmöglichkeit, stattdessen gestochen scharfe Bilder und eine nichtsdestotrotz oder gerade deswegen äußerst dichte Atmosphäre.

So stilsicher der Film handwerklich auch gemacht ist, so wenig kann er den Ansprüchen der Logik genügen, was aber bei diesem Genre nur bedingt ins Gewicht fallen sollte, denn hier ist vieles fast sämtlich an den Haaren herbeigezogen und gelinde gesagt unglaubwürdig. Auch die Story selbst gibt sich äußerst geradlinig und kommt ohne nennenswerte Innovationen aus, so dass manche Zuschauer enttäuscht abschalten könnten ob des teils vorhersehbaren Plots. Erfrischend anders ist zumindest, dass es sich hier einmal nicht um kreischende Teenager ohne Sinn und Verstand handelt, auch wenn man dem Ehepaar attestieren möchte, nicht unbedingt cleverer zu handeln als besagte Teenies – aber wenigstens sind sie dabei nicht halb so hysterisch, vermutlich dem höheren Alter geschuldet.

Das Ehepaar ist somit auch größter Pluspunkt des Films, handelt es sich sowohl bei Kate Beckinsale als auch Luke Wilson um gestandene Schauspieler, auch wenn Letzterer hauptsächlich durch seine Rollen in diversen Komödien bekannt geworden ist, beweist er wieder einmal, dass er auch in ernsteren Situationen eine gute Figur macht. Natürlich finden sich auch hier keine Highlights, was aber eher dem Skript als dem fehlenden Talent der Beiden anzukreiden ist. Ebenfalls enttäuschend für den ein oder anderen Zuschauer könnte sein, dass der Film nicht unbedingt mit Schauwerten glänzt, sprich, sich mit blutigen Details vornehm zurückhält. Ich fand dies sehr gut, da Motel sich stattdessen mehr auf die eigentliche Geschichte und die Erwartungshaltung des Zuschauers konzentriert und nicht auf billige Effekthascherei angewiesen ist.

Motel könnte demnach ein zwar geradliniger und innovationsloser, aber dennoch unterhaltsamer und klassischer Horrorfilm sein, der durchaus für den ein oder anderen Abend vor dem Fernseher taugt, würde er sich nicht in den letzten Minuten durch ein – ohne spoilern zu wollen – doch recht hanebüchenes Ende noch einen Punkt verspielen, den ich ansonsten gerne für Kates und Lukes Leistung vergeben hätte.

Fazit & Wertung:

Motel ist ein solider, durchaus sehenswerter Film, auch wenn er letztlich nur eine 08/15-Story ohne Schnickschnack anbietet. Durch das (meiner Meinung nach) unpassende Ende verspielt er sich jedoch wertvolle Sympathiepunkte.

6 von 10 Snuff-Videos

Motel

  • Snuff-Videos - 6/10
    6/10

Fazit & Wertung:

Motel ist ein solider, durchaus sehenswerter Film, auch wenn er letztlich nur eine 08/15-Story ohne Schnickschnack anbietet. Durch das (meiner Meinung nach) unpassende Ende verspielt er sich jedoch wertvolle Sympathiepunkte.

6.0/10
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