Review: The Book of Eli (Film)

Auch heute möchte ich euch wieder einmal eine kleine Rezension nicht vorenthalten. Meinungsbildung geschah irgendwann letztes Wochenende, bedingt durch die vielen anderen Berichte kommt diese Rezi erst jetzt!

The Book of Eli

The Book of Eli, USA 2010, 113 Min.

The Book of Eli | © Universal Pictures
© Universal Pictures

Regisseure:
Albert Hughes
Allen Hughes
Autor:
Gary Whitta

Main-Cast:
Denzel Washington (Eli)
Gary Oldman (Carnegie)
in weiteren Rollen:
Mila Kunis (Solara)
Ray Stevenson (Redrigde)
Jennifer Beals (Claudia)
Frances de la Tour (Martha)
Michael Gambon (George)

Genre:
Action | Drama | Endzeit


Trailer:

 

Inhalt:

Wir schreiben das Jahr 2044. Dreißig Jahre zuvor hat ein Atomkrieg biblischen Ausmaßes die zivilisierte Welt in Schutt und Asche gelegt und zudem ein enormes Loch in die Ozonschicht des Planeten gerissen. Eli, ein der Lage nach wortkarger Einzelgänger, ist auf seiner Reise durch die Ödlande, um das Buch nach Westen zu bringen, so wie die Stimme es ihm aufgetragen hat.

Auf seinem Weg verschlägt es Eli in die Siedlung Carnegies, der sich als Herrscher über die noch neu zu erschaffende Zivilisation sieht und zu diesem Zweck auch nicht davor zurückschreckt, skrupellose Schläger unter Vertrag zu nehmen. Carnegie hat einen Plan: er sucht verzweifelt nach einer der letzten Bibeln, da ein Großteil während oder kurz nach dem alles vernichtenden Krieg verbrannt worden ist, denn Carnegie kennt die Macht der Religion und um die Menschen unter sich zu vereinen, ist er bereit über Leichen zu gehen. Und Eli besitzt eine dieser Bibeln.

Rezension:

The Book of Eli vermittelt ein beeindruckendes Endzeit-Feeling, das mich restlos begeistert hat. Die Öde und Leere der entvölkerten Welt wird auf eindrucksvolle Weise transportiert und zusammen mit den eingesetzten Farbfiltern wird die Atmosphäre noch erdrückender. Die anfangs aufgebaute Stimmung entlädt sich erstmals, als Eli auf die ersten anderen Menschen trifft, welche ihm zugegebenermaßen nicht gerade freundlich gesonnen sind.

Hier offenbart sich dann einerseits eine große Stärke des Films, andererseits seine größte Schwäche. Denn nachdem sich der Zuschauer an die ruhige, bildhafte Erzählweise gewöhnt hat, wird er von einer Action-Einlage überrascht, die in dieser Form eins zu eins in Sin City hätte übernommen werden können. Zudem erinnert Carnegies Siedlung und auch später noch folgende Actioneinlagen sehr an klassische Western. Zuletzt käme noch der christliche Pathos bezüglich der Macht des Glaubens hinzu, wobei ich diesen tatsächlich – auch als bekennender Pantheist – in keiner Weise als störend empfunden habe, sondern vielmehr die Analogie zu früheren Zeiten zu würdigen wusste: Der Mensch, in seiner Entwicklung zurückgeworfen, besinnt sich auf seine Wurzeln und niedersten Bedürfnisse – und das Gefühl von Sicherheit geht hervor aus dem Gruppenzugehörigkeitsgefühl, was insbesondere der Glaube auf exorbitante Art zu steigern vermag.

Dabei stehen sich hier mit Eli und Carnegie ein klassischer Pro- und Antagonist gegenüber, dies ist nicht neu, aber auch und gerade erprobte Mittel führen oft zum Erfolg.

Doch um zum eigentlichen Thema zurückzukommen: The Book of Eli verbindet mannigfaltige Genres miteinander, ich fand diese abwechslungsreiche Art der Filmemacherei äußerst unterhaltsam, andererseits nehmen beispielsweise die nicht zu knapp gestreuten Actionsequenzen der Geschichte ein Stück weit die Tiefe und den Pathos, beinharten Action-Fans allerdings wird sie im Gegensatz dazu zu selten sein. Die Verquickung von Western und Endzeit hingegen ist altbewährt und funktioniert auch hier tadellos. Allerdings bei dem biblischen Überbau nimmt sich der Film stellenweise selbst vielleicht etwas zu ernst, um sich den Vorwurf machen lassen zu dürfen, dass es sich um ein Propagandaprodukt der katholischen Kirche handeln könnte.

Die schauspielerischen Leistungen sämtlicher Hauptakteure begeistern, allen voran Gary Oldman, der an eine ernstere Ausgabe seiner Rolle in Das fünfte Element erinnert. Generell wird das fragile Gefüge in der Siedlung äußerst glaubwürdig und lebhaft dargestellt und die Rollen von Mila Kunis und Jennifer Beals tun hierzu ihr übriges. Denzel Washingtons Darstellung bedarf keiner gesonderten Erwähnung, wie immer grundsolide und überzeugend und im vorliegenden Falle bierernst – sicher keine Oscar-Nominierung wert aber gut.

Fazit & Wertung:

The Book of Eli ist weder Fleisch noch Fisch und polarisiert dementsprechend. Mir hat der Film ausgesprochen gut gefallen, jedoch würde ich ihm auch keinen wahnsinnigen Tiefgang oder Kultcharakter bescheinigen. Ich kann jedoch auch jeden verstehen, dem die Genremischung unausgegoren und disharmonisch erscheint. Alles in allem sollte man nicht denselben Fehler begehen wie der Film selbst: Ihn zu ernst nehmen.

Nachdem ich mit Rango dankenswerterweise die Vergabe von halben Punkten eingeführt habe und in den letzten Tagen – je nach Blickwinkel – zwischen allem von 6 bis 9 Punkten geschwankt habe, bin ich nun in der glücklichen Lage, folgende solide Punktzahl zu vergeben:

7,5 von 10 zur Strecke gebrachter Banditen

The Book of Eli

  • zur Strecke gebrachte Banditen - 7.5/10
    7.5/10

Fazit & Wertung:

The Book of Eli ist weder Fleisch noch Fisch und polarisiert dementsprechend. Mir hat der Film ausgesprochen gut gefallen, jedoch würde ich ihm auch keinen wahnsinnigen Tiefgang oder Kultcharakter bescheinigen. Ich kann jedoch auch jeden verstehen, dem die Genremischung unausgegoren und disharmonisch erscheint. Alles in allem sollte man nicht denselben Fehler begehen wie der Film selbst: Ihn zu ernst nehmen.

7.5/10
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Meinungen aus der Blogosphäre:
Christians Foyer: 7,5/10 Punkte
Moviescape: 6/10 Punkte
Willipedia: 6/10 Punkte

  • Meiner Meinung nach hat man bei dem Film recht viel Potenzial verschenkt. Das Seting war jedoch überragend, genau wie der Kameralook. Und das Ende war dann auch noch mal ne kleine Überraschung.

    Kann man sich mal anschauen, aber der Überfilm ist er wirklich nicht. Da hat "The Road" einfach mehr rausgeholt in Bezug auf Endzeitstimmung.

    • The Road habe ich – wie ich zu meiner Schande gestehen muss – immer noch nicht gesehen. Im Kino ist er an mir vorbeigerauscht und auf BluRay/DVD ist er mir momentan noch zu teuer. Aber ich kenne zumindest die Buchvorlage von Cormac McCarthy und erhoffte mir auch, dass sie die überragende Stimmung von Verzweiflung und Endgültigkeit in den Film transferieren können. Dein Hinweis macht mir in dieser Hinsicht Mut.

      Aber zu The Book of Eli muss ich dir Recht geben, rausgehauen haben es für mich tatsächlich das Setting/der Look und Gary Oldman; sicherlich kein Must-See-Film, aber eben auch nicht so grottenschlecht wie immer wieder einige behaupten.

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