Review: The Town (Film)

Auch heute möchte ich euch einmal mehr einen außergewöhnlichen Film ans Herz legen, der mich am vergangenen Wochenende begeistern durfte. Mir bleibt eigentlich nicht mehr, als euch viel Spaß zu wünschen bei einer ausufernden Rezension!

The Town – Stadt ohne Gnade

The Town, USA 2010, 125 Min. (Kinofassung) / 154 Min. (Extended Cut)

The Town
Quelle: IMPawards.com

Regisseur:
Ben Affleck
Autoren:
Peter Craig
Ben Affleck
Aaron Stockard

Main-Cast:

Ben Affleck (Doug MacRay)
Rebecca Hall (Claire Keesey)
Jon Hamm (FBI S. A. Adam Frawley)
Jeremy Renner (James Coughlin)
Blake Lively (Krista Coughlin)
Pete Postlethwaite (Fergus „Fergie“ Colm)
Chris Cooper (Stephen MacRay)

Genre:
Thriller | Drama | Krimi


Trailer:

 

Inhalt:

Doug MacRay ist Bankräuber. Aus Charlestown stammend, lässt er sich immer wieder zu Banküberfällen anheuern, um sich so seine Brötchen zu verdienen. Doch bei einem der Überfälle geht etwas schief und McRay und seine Kumpanen sind gezwungen eine Geisel zu nehmen. Bei dieser handelt es sich um die stellvertretende Filialleiterin Claire Keesey.

Dank ihrer Masken erkennt Claire die Bankräuber nicht und man lässt sie frei. Nur um kurze Zeit später festzustellen, dass sie ebenso in Charlestown wohnt wie MacRay und seine „Freunde“. Unter dem Vorwand, herausfinden zu wollen, ob sie eventuell doch etwas weiß, macht sich MacRay mit ihr bekannt und versucht sie auszuhorchen. Doch währenddessen wird sie ihm mehr als nur sympathisch, was seine Freunde – insbesondere der skrupellose James Coughlin – gar nicht gerne sehen.

Als wäre das alles nicht genug, wird FBI Special Agent Adam Frawley auf die Bankräuber angesetzt und ist fest entschlossen, die Truppe baldmöglichst dingfest zu machen.

Hinweis:

Grundlage für die Rezension sind sowohl die Kinofassung als auch der um eine gute halbe Stunde erweiterte Extended Cut des Films. Ein ausführlicher Vergleich beider Fassungen findet sich auf Schnittberichte.com.

Rezension:

Nachdem er mich schon mit seinem Regiedebüt, dem unterschätzten und gerade in Deutschland sang- und klanglos untergegangenen Gone Baby Gone begeistern konnte, meldet sich Ben Affleck jetzt mit seiner zweiten Regie-Arbeit zurück, welche auf dem Buch Prince of Thieves (zu Deutsch: Endspiel) von Chuck Hogan basiert.

Was man kaum für möglich halten würde: ich erkenne schon jetzt so etwas wie eine Handschrift in Afflecks Regiearbeiten, welche mir außerordentlich gut gefällt. Das betrifft sowohl das Setting und die Bildsprache, wie auch die musikalische Untermalung und Tempo des Films.

Während das Thema des Films fast klassisch daherkommt und man meinen könnte, dieselbe Geschichte schon oft erzählt bekommen zu haben, schafft er es tatsächlich, die Reminiszenzen an bekannte Werke nicht in Klischees und schlichte Plagiate abdriften zu lassen, sondern schafft es mit der ungewöhnlichen Mischung aus Thriller und Drama, einen eindrücklichen Film zu präsentieren.

Eine weitere große Stärke ist die durchweg talentierte Darstellerriege, die Ben Affleck hier um sich versammelt hat und die vom Feinsten agiert, allen voran Jeremy Renner als leicht gestörter Gangster und der großartige Jon Hamm (bekannt aus der Serie Mad Men und dem Film Sucker Punch) als FBI Agent. Natürlich hat The Town auch Schwächen und leider wird manchen Figuren nicht so viel Platz eingeräumt, wie es ihnen vielleicht gebührt hätte, doch wenn man sich vor Augen hält, dass die Rohfassung des Films eine Lauflänge von guten 170 Minuten hatte und hier zwecks Massenkompatibilität auf „magere“ 125 Minuten, respektive 154 Minuten im Extended Cut, dann kann man sich denken, dass dies eventuell ursprünglich anders war.

Mehr als wett macht dieses Manko aber ein wunderbar eingefangenes Charlestown mit vielen schönen und natürlich auch nicht so schönen Ecken, dass dem Film wahrhaftig Leben einhaucht und das ihm eigene Flair immens unterstützt.

Ich kann wieder einmal sehr gut nachvollziehen, dass viele sich an der Romanze gestört haben, da diese das Tempo des Films doch zuweilen arg ausbremst, doch ist dieser nicht per se schlechter, nur weil er nicht permanent Vollgas gibt, sondern entfaltet eine emotionale Komponente, die mir in Filmen ähnlicher Machart hin und wieder ein wenig fehlt.

An dieser Stelle, weil es sich anbietet, ein Wort zur Kinofassung und dem Extended Cut, welcher leider nur auf Englisch vorliegt: Leute, die die der Kinofassung nichts abgewinnen konnten aufgrund der genannten Problematik (mit der Romanze), denen würde auch der Extended Cut nicht zusagen, da hier hauptsächlich die Szenen zwischen Affleck und Hall erweitert worden sind, neben einigen anderen sinnvollen und interessanten Handlungs- und Szenenerweiterungen.

Fazit & Wertung:

Mir persönlich hat der Film ausnehmend gut gefallen und ich möchte ihn jedem ans Herz legen, der einer Mischung aus actionreicher Kriminalgeschichte, White-Trash-Drama, Milieu-Studie und Romanze etwas abgewinnen zu können glaubt. Ebenso müsste dieser Film auch jenen wenigen Menschen gefallen, die in den Genuss von Gone Baby Gone gekommen sind und dessen Qualitäten zu schätzen wussten.

8 von 10 Banküberfällen

The Town

  • Banküberfälle - 8/10
    8/10

Fazit & Wertung:

Mir persönlich hat der Film ausnehmend gut gefallen und ich möchte ihn jedem ans Herz legen, der einer Mischung aus actionreicher Kriminalgeschichte, White-Trash-Drama, Milieu-Studie und Romanze etwas abgewinnen zu können glaubt. Ebenso müsste dieser Film auch jenen wenigen Menschen gefallen, die in den Genuss von Gone Baby Gone gekommen sind und dessen Qualitäten zu schätzen wussten.

8.0/10
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Und denen, die der englischen Sprache mächtig sind oder willens und fähig, während eines Films deutsche Untertitel zu lesen, rate ich zum (nur auf Blu-ray erhältlichen) Extended Cut, der durch sinnvolle Handlungserweiterungen den Film noch einmal auf insgesamt 8,5 von 10 Banküberfällen hebt.

Meinungen aus der Blogosphäre:
Moviescape: 8/10 Punkte
Willipedia: 9/10 Punkte

– – –

Wie oben bereits erwähnt, basiert The Town auf dem Buch Prince of Thieves von Chuck Hogan, welches hierzulande unter dem meiner Meinung nach etwas unglücklichen Titel Endspiel im Heyne Verlag erschienen ist.

Leider kenne ich das Buch nicht, doch ist nicht auszuschließen, dass ich es mir in nicht absehbarer Zeit zu Gemüte führen werde.

Nichtsdestotrotz möchte ich euch Gelegenheit geben, das Buch kennenzulernen. Weitere Informationen findet ihr auf der Produktseite zu Endspiel in der Random House Verlagsgruppe. Dort finden sich eine Vita von Chuck Hogan, eine Leseprobe und auch alle weiteren von Chuck Hogan verfassten und im Heyne Verlag publizierten Bücher.

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