Review: True Blood | Staffel 1 & 2 (Serie)

Heute kommt nun also endlich und nach langer Schaffenszeit der zweite Artikel der Kategorie Serie, passend zum Start der zweiten Staffel im Free-TV am nächsten Dienstag. Ich wünsche euch allen viel Spaß beim lesen und schauen, ein geruhsames, erholsames Wochenende und verabschiede mich somit in die wohlverdiente Abendunterhaltung!

True Blood
Staffel 1 & 2

True Blood, USA 2008-2014, ca. 55 Min. je Folge

True Blood
Quelle: IMPawards.com

Serienschöpfer:
Alan Ball
Produzent(en):
Alan Ball
Carol Dunn-Trussell

Main-Cast:

Anna Paquin (Sookie Stackhouse)
Stephen Moyer (Bill Compton)
Sam Trammell (Sam Merlotte)
Ryan Kwanten (Jason Stackhouse)
Rutina Wesley (Tara Thornton)
Alexander Skarsgård (Eric Northman)
Deborah Ann Woll (Jessica Hamby)

Genre:
Drama | Horror | Fantasy


Trailer: (in englischer Sprache)

 

ACHTUNG: Die Rezension bezieht sich auf die Staffeln 1 und 2, welche bis dato hierzulande auf DVD (und im Falle der 1. Staffel ebenfalls auf Blu-Ray) erhältlich sind!

Die dritte Staffel erscheint sowohl auf DVD wie auch auf Blu-Ray in deutscher Fassung am 22. Juli 2011.

Im Fernsehen wird ab dem 17.05.11 immer dienstags kurz nach 23:00 Uhr die zweite Staffel auf RTL II ausgestrahlt (allerdings teilweise in gekürzter Fassung). Zudem wird ab dem 11.06.11 immer samstags um etwa 14:15 Uhr auf Sci Fi die dritte Staffel in Doppelfolgen gezeigt.

Inhalt:

Die Vampire sind unter uns! Und sie leben nicht etwa im Verborgenen, sondern ihre Existenz ist allen bekannt. Die Japaner haben es geschafft einen synthetischen Blutersatz namens ‚Tru Blood‘ zu entwickeln, von dem sich die Blutsauger ernähren können. Doch gibt es viele elitäre Vampire, die sich als eine höhere Spezies betrachten und die Menschen nur als Vieh sehen und ebenso schlägt bei vielen Menschen ihr Argwohn und ihre Angst in Hass um.

Die Geschichte von True Blood indes spielt in den Südstaaten Amerikas, genauer in einem Ort namens Bon Temps im Bundesstaat Louisiana. Hier lebt die junge Kellnerin Sookie Stackhouse mit ihrem Bruder Jason im Haus ihrer Großmutter Adele, die sich aufopfernd um die Beiden kümmert, nachdem sie schon als kleine Kinder ihre Eltern bei einer Springflut verloren haben. Zudem ist Sookie keine normale Frau, denn seit frühester Kindheit kann sie die Gedanken der in ihrer Nähe befindlichen Personen hören und versucht nun, so gut es geht, mit diesem ‚Fluch‘ zu leben.

Alles ändert sich, als der einhundertdreiundsiebzigjährige Vampir Bill Compton nach Bon Temps zieht und Sookie im Merlotte’s, der Bar, in der sie sich als Kellnerin verdingt, seine Bekanntschaft macht und dazu eine erstaunliche Erkenntnis gewinnt: Denn Bill ist der einzige ‚Mensch‘, dessen Gedankenwelt ihr verschlossen bleibt.

Doch die Kleinstädter samt ihrem Bruder haben wenig Verständnis für ihre sich anbahnende Liaison und als sich noch ein Mörder herumzutreiben beginnt, der es bevorzugt auf sogenannte ‚Fangbanger‘, Menschen die sich sexuell mit Vampiren einlassen, abgesehen hat und zudem der Vampir Eric Northman, Sheriff des 5. Bezirks und Eigentümer des Vampir-Clubs ‚Fangtasia‘ auf den Plan tritt, geraten Sookie und ihre Familie und Freunde immer tiefer in die Welt der Vampire.

Rezension:

True Blood stammt aus der Feder von Alan Ball, der auch schon für Six Feet Under verantwortlich zeichnete und 2000 für sein Drehbuch zu American Beauty mit dem Oscar geehrt wurde. Produziert wird die Serie dankbarerweise von dem Privatsender HBO. Das bedeutet konkret, dass ihr ein vergleichsweise höheres Budget zur Verfügung steht und dass die Serie, bedingt dadurch, auf einem nicht frei empfänglichen Sender gezeigt zu werden, nicht an dieselben strengen Restriktionen der amerikanischen Fernsehindustrie gebunden ist. Dies ist bei dem Thema von True Blood auch fast unabdingbar, denn was wäre eine beinharte Vampirgeschichte ohne die obligatorische Dosis Blut, Sex und Gewalt?!

Die Serie zeichnet sich durch einen durchweg hochkarätigen Cast aus, so dass auch kleinere Rollen mit äußerst passenden, fähigen Schauspielern besetzt worden sind und die Geschichten somit jederzeit zu überzeugen wissen. So wurde Sookie-Darstellerin Anna Paquin 2009 mit dem Golden Globe für die beste Hauptdarstellerin in einer Dramaserie bedacht und im selben Jahr die Besetzungschefs für herausragendes Casting bei einer Dramaserie mit einem Primetime Emmy ausgezeichnet.

Der Natur der Sache nach ist True Blood sicher nicht an die gängigen Formen von Logik und Realismus gebunden, doch zeigt sich auch hier, dass sich die Macher Gedanken gemacht haben und die Tatsache, dass Vampire öffentlich unter uns weilen, äußerst umfassend und glaubhaft in die bestehende Welt integriert haben.

Die Serie lässt es sich sogar nicht nehmen, den Vampirismus als Allegorie zu nutzen und auf gesellschaftliche Missstände wie Rassismus anzuspielen. Das bedeutet konkret, dass die Anfeindungen gegen die Vampire akut an die Schwulenhetzerei erinnern, die teils noch heutzutage in Amerika gang und gäbe sind.

True Blood bedient sich daneben diverser Versatzstücke aus unterschiedlichen Genres und schafft so eine einzigartiges Flair unheilgeschwängerter Luft in schwüler Südstaatenatmosphäre. Das Universum wird zudem beständig erweitert und der Zuschauer behutsam mit den Gegebenheiten vertraut gemacht. So lernt man im Laufe der ersten Staffel einiges über die Hierarchie der Vampire und trifft später auf Formwandler und andere übernatürliche Gestalten, die sich aber alle nahtlos in den bestehenden Kosmos einfügen und zu keinem Zeitpunkt fremd oder falsch wirken.

Man könnte fast das Gefühl haben, hinter allem was passiert stecke ein großer, unbekannter Masterplan – und in gewisser Weise stimmt dies auch, denn True Blood fußt auf der Soockie-Stackhouse-Buchreihe von Charlaine Harris. Auch wenn die Serie teils eigene Wege geht, kann sie doch auf einen reichhaltigen Fundus von mittlerweile zehn Bänden zurückgreifen und so ein äußerst stimmiges und schlüssiges Universum kreieren.

Alles in allem ist Alan Balls neueste Schöpfung ein lohnendes Erlebnis für alle, denen Blut und (ein wenig) Horror nicht aufs Gemüt schlagen und die kein Problem mit nackten Körpern haben. Denn in beiderlei Hinsicht sind die Darstellungen keineswegs zimperlich, wobei ich mich hier auf die DVD-Veröffentlichung beziehe, denn zumindest die Ausstrahlung bei RTL II scheint mir doch um einen Großteil der ‚derberen‘ Szenen beschnitten worden zu sein.

Fazit & Wertung:

True Blood war bis vor kurzem ein echter Geheimtipp und fasst in Deutschland aufgrund der Free-TV-Ausstrahlung erst langsam Fuß. Sollte die Serie es schaffen, ihr hohes Niveau zu halten legt Alan Ball mit diesem Werk schon seinen zweiten Geniestreich hin. Und bis jetzt sieht alles danach aus. Und Fangbanger gibt es reichlich.

9 von 10 mit V durchgefeierten Nächten

True Blood | Staffel 1 & 2

  • Mit V durchfeierte Nächte - 9/10
    9/10

Fazit & Wertung:

True Blood war bis vor kurzem ein echter Geheimtipp und fasst in Deutschland aufgrund der Free-TV-Ausstrahlung erst langsam Fuß. Sollte die Serie es schaffen, ihr hohes Niveau zu halten legt Alan Ball mit diesem Werk schon seinen zweiten Geniestreich hin. Und bis jetzt sieht alles danach aus. Und Fangbanger gibt es reichlich.

9.0/10
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Episodenübersicht:

Staffel 1

01. Strange Love
02. Blut geleckt
03. Sie gehört zu mir
04. Flucht aus dem Drachenhaus
05. Funkenflug
06. Kalte Erde
07. Brennende Leidenschaft
08. Der vierte Mann im Feuer
09. Plaisir D’Amour
10. Gefährliches Spiel
11. Begräbnis aus Liebe
12. Du wirst mein Tod sein

Staffel 2

01. Nichts als Blut
02. Die Party geht weiter
03. Kratzer
04. Überraschung
05. Verflucht
06. Hartherzige Hannah
07. Lass mich frei
08. Zeitbombe
09. Auferstehung
10. Neue Welt
11. Ekstase
12. Das Ende des Horizonts

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