Review: Wonderland 1: Rückkehr ins Wunderland (Graphic Novel)

Sucker Punch wurde von Regisseur Zack Snyder als „Alice im Wunderland mit Maschinenpistolen“ angekündigt. Vor gar nicht allzu langer Zeit hat Tim Burton die Geschichte um Alice (neu)verfilmt. Und wir alle kennen die Story von Alice hinter den Spiegeln, dem Hutmacher, der Grinsekatze, der bösen Königin etc. pp.

Was wäre da also naheliegender, als heute einmal auf eine recht aktuelle Comicumsetzung des Stoffes zu sprechen zu kommen, die sich an dem Original orientiert, aber es gleichzeitig schafft, durch ihre eigenwillige Ausgestaltung dem Märchen neue Seiten zu entlocken.

Wonderland 1:
Rückkehr ins Wunderland

Grimm Fairy Tales: Return to Wonderland, USA 2009, 192 Seiten

Wonderland 1: Rückkehr ins Wunderland
& copy; Panini

Autoren:
Raven Gregory
Ralph Tedesco
Joe Tyler
Zeichner:
Rich Bonk
Daniel Leister

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-866-07986-1

Genre:
Fantasy | Horror

 

Inhalt:

Alice Liddle, die es dereinst als Mädchen ins Wunderland verschlagen hat, ist erwachsen geworden, hat einen Mann und zwei Kinder. Ihr Leben könnte schön sein, doch verfolgen sie immer noch die alptraumhaften Ereignisse aus ihrer Kindheit und treiben sie in einen versuchten Selbstmord. Ihre Tochter Calie ist die Hauptleidtragende, als der Wahnsinn des Wunderlandes beginnt, in die reale Welt zu schwappen.

Und dann wäre da noch Alice‘ toter Hase, der in Calies Kopf zu ihr spricht und sie in den Kaninchenbau lockt.

Rezension:

Noch nie war das Wunderland so böse, finster, sexy und blutig wie in Wonderland. Nicht vieles wird einem bekannt vorkommen in dieser verdrehten Version, der Zimmermann ist ein mordlüsterner Berserker, der Hutmacher ein wahnsinniger, giftmischender Perverser, die „Grinsekatze“ ein zähnefletschendes, riesiges Monstrum und die Königin im wahrsten Sinne des Wortes eine zwiegespaltene Persönlichkeit.

Es gehört einiges dazu, die Geschichte Carrolls so einfallsreich neu zu interpretieren, auch wenn die Geschichten um Calie – übrigens natürlich ein Anagramm für Alice – streckenweise unnötig blutrünstig und/oder freizügig daherkommen und die Geschichte in die Sparte Trash drängen. Nichtsdestotrotz ist es den Autoren gelungen, eine geistreiche, moderne Fassung des Klassikers darzubieten, die sich gleichzeitig als klassische Horrorgeschichte versteht.

Die Qualität der Zeichnungen bleibt hierbei auf konstant gutem Niveau, auch wenn diese sicher nicht zum Herausragendsten zählen und keinen besonderen, künstlerischen Anspruch bedienen werden. Aber sie vermitteln Dynamik und bieten zuweilen interessante Bildkompositionen und rücken das Wunderland ins rechte Licht.

Aufgelockert und weitergeführt wird die Geschichte durch eingestreute Tagebuch- oder Blogeinträge und zudem werden so manches Mal bekannte Werke der Popkultur zitiert (bspw. Matrix) oder eben erklärende Textpassagen aus Carrolls zugrundeliegendem Original. Alles in allem wusste mir der erste Band der Wonderland-Reihe zu gefallen und ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung(en).

Fazit & Wertung:

Wonderland erfindet die Geschichte nicht neu und das bösartige, bluttriefende Wunderland ist sicher nicht jedermanns Sache, aber wenn man einem wenig Trash nicht abgeneigt ist, bietet der Band wunderbare Unterhaltung für einige schöne Stunden in Alice‘ Alptraumreich.

7 von 10 pervertierten Wunderlandkreaturen

Wonderland 1: Rückkehr ins Wunderland

  • Pervertierte Wunderlandkreaturen - 7/10
    7/10

Fazit & Wertung:

Wonderland erfindet die Geschichte nicht neu und das bösartige, bluttriefende Wunderland ist sicher nicht jedermanns Sache, aber wenn man einem wenig Trash nicht abgeneigt ist, bietet der Band wunderbare Unterhaltung für einige schöne Stunden in Alice‘ Alptraumreich.

7.0/10
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