Review: Californication | Staffel 1 & 2 (Serie)

Anlässlich der letztwöchigen Veröffentlichung der dritten Staffel auf DVD habe ich mir diesmal quasi als Appetizer die ersten beiden Staffeln Californication vorgenommen. Die dritte Staffel steht natürlich schon im Regal und harrt ihrer Sichtung, doch eins nach dem Anderen, denn zuerst möchte ich euch die Serie als solche etwas näher bringen, bevor ihr dann in den nächsten Wochen in den Genuss der Rezension zur dritten Staffel kommt. Zudem gibt es da noch ein interessantes Buch zur Serie namens God hates us all, für welches ich hier ebenfalls den Weg ebnen möchte. Denn die Rezension hierzu kommt ebenfalls bestimmt und vielleicht schneller als man denkt.

Californication
Staffel 1 & 2

Californication, USA 2007- , ca. 25 Min. je Folge

Californication
Quelle: IMPawards.com

Serienschöpfer:
Tom Kapinos
Showrunner:
Tom Kapinos

Main-Cast:

David Duchovny (Hank Moody)
Natascha McElhone (Karen)
Madeleine Martin (Becca Moody)
Evan Handler (Charlie Runkle)
Pamela Adlon (Marcy Runkle)
Madeline Zima (Mia Lewis)

Genre:
Drama | Komödie

 

Inhalt:

Californication handelt von dem überaus erfolgreichen Autor Hank Moody, dessen bei weitem erfolgreichstes Buch God hates us all jüngst verfilmt worden ist. Hank könnte glücklich sein, doch leidet er einerseits an einer akuten Schreibblockade, andererseits hat ihn seine geliebte Frau Karen samt der gemeinsamen Tochter Becca verlassen und lebt mittlerweile mit ihrem neuen Freund Bill zusammen – sicherlich auch ein Grund für Hank Moodys Unfähigkeit, sich an ein neues Projekt zu setzen.

Die mit dem Verlust der Familie einhergehende Haltlosigkeit versucht er verzweifelt bis erfolgreich mit zahllosen Frauengeschichten, Alkohol- und Drogenkonsum zu kompensieren. Doch Hank ist bereit um Karen zu kämpfen und diese ist nicht abgeneigt, ihm seine früheren Fehltritte zu verzeihen. Gäbe es da nicht noch die Tatsache, dass Hank sich mit Bills Tochter Mia „vergnügt“ hat, nur um im Nachhinein festzustellen, dass diese mit ihren zarten sechszehn Jahren eigentlich zu jung ist für seine sexuellen Eskapaden.

Als auch noch die Ehe seines besten Freundes Charlie Runkle zu kippen droht läuft alles mehr und mehr aus dem Ruder, während Hank versucht Mia dazu zu bringen mit der Wahrheit hinter dem Berg zu halten, gleichzeitig Karen zurückzugewinnen und seine Schreibblockade zu überwinden. Dass ihm daneben noch Zeit bleibt, sich hingebungsvoll um seine Tochter Becca zu kümmern, mag man diesem eigentlich so dekadenten Mann, den es wie magisch zum Feuer zieht, hoch anrechnen.

Rezension:

Californication polarisiert – und das nicht zu knapp. Hier werden Dinge beim Namen genannt und Sachen gezeigt, dass schnell klar wird, dass sich diese Serie ganz klar an Erwachsene richtet. Dabei ist das Marketing in dieser Richtung irreführend, denn es handelt sich beileibe keinesfalls um eine stumpfe Geschichte um einen drogensüchtigen und frauenverschleißenden Schriftsteller, die nur als Mittel zum Zweck dient, um möglichst oft und medienwirksam ein paar Brüste in die Kamera zu halten, auch wenn dies zuweilen vorkommt und auch nicht unbedingt selten.

Doch Californication ist so viel mehr, verstehen die Drehbuchschreiber es doch vorzüglich, den tragischen Charakter Hank Moodys in jeder Folge aufs Neue um weitere, interessante Facetten zu erweitern und auch den Personen um ihn herum, allen voran natürlich seiner kleinen Familie und seinem besten Freund entsprechende Screentime zuzugestehen. Der Humor mag streckenweise grenzwertig und zuweilen ein wenig derb sein, doch macht diese Mischung aus Drama und Komödie – in Verbindung mit der absoluten Offenheit was zwischenmenschliche Beziehungen und Verfehlungen jeglicher Couleur angeht – den besonderen Reiz dieser Serie aus.

Ähnlich wie Hanks Frau Karen ist man immer wieder versucht, Hank seine Eskapaden nachzusehen und eine gehörige Portion Sympathie für ihn zu entwickeln, schafft er es doch immer wieder durch seine charmante Art und intelligente, vor Witz sprühende Dialoge den Zuschauer auf seine Seite zu ziehen. Selbstverständlich ist auch Californication keine Serie für Jedermann und wer auch nur einen Funken Prüderie im Leib hat oder sich von nackten Körpern oder offenem Drogenkonsum abgestoßen fühlt, der wird sicher keinen Spaß an dieser Geschichte haben. Obwohl hier von Promiskuität über Alkohol- und Drogenmissbrauch ein Gros an Lastern zelebriert wird, trägt die Serie jedoch nie zur Verherrlichung dieser Dinge bei, da die Figuren auch stets mit den Konsequenzen ihrer Handlungen konfrontiert werden, was der Serie äußerst gut zu Gesicht steht.

Im lasterhaften L. A. ist eben nicht alles voll Glamour und einfach und leicht und ohne Probleme, sondern zuweilen ziemlich trist, düster und deprimierend. Aber wie erwähnt, die Mischung stimmt und die liebevoll gezeichneten, fehlerbehafteten Charaktere tun ihr Übriges. Besonders erwähnenswert wäre hier noch die Beziehung zwischen Hank und seiner Tochter Becca, die durch viele, extrem glaubwürdige emotionale Momente geprägt ist und die oft mit vertauschten Rollen beeindruckt, da Hanks vorpubertäre Tochter doch oftmals um einiges erwachsener auftritt als ihr Vater.

Was man der Serie Californication zuletzt noch zugutehalten muss ist, dass sie niemals langweilig wird und ständig mit überraschenden – aber bei näherer Betrachtung auch immer nachvollziehbaren – Wendungen unterhält. Hank Moody ist ein dermaßen liebevoll gezeichneter, emotional zurückgebliebener Chaot, dass ich mich schon jetzt sehr auf die dritte Staffel dieser Ausnahmeserie freue.

Fazit & Wertung:

Californication ist eine Serie für Jeden, der auf ausgefallene und extreme einfallsreiche Serien steht. Einzige Voraussetzung die man erfüllen muss ist, dass man sich von der lasterhaften Welt und der jeglichen Konventionen spottenden Darstellung selbiger aufgeschlossen gegenüberstehen sieht.

9 von 10 unbeabsichtigten „Fehltritten“

Californication | Staffel 1 & 2

  • Unbeabsichtigte Fehltritte - 9/10
    9/10

Fazit & Wertung:

Californication ist eine Serie für Jeden, der auf ausgefallene und extreme einfallsreiche Serien steht. Einzige Voraussetzung die man erfüllen muss ist, dass man sich von der lasterhaften Welt und der jeglichen Konventionen spottenden Darstellung selbiger aufgeschlossen gegenüberstehen sieht.

9.0/10
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Episodenübersicht:

Staffel 1

01. Verhängnisvolle Affäre
02. Hanks neuer Job
03. Die Huren Babylons
04. Die Spendengala
05. LOL
06. Wer einmal lügt…
07. Die Illusion vom Happy End
08. Vater und Sohn
09. Schnöder Mammon
10. In flagranti
11. Ein neues Kapitel
12. Der letzte Tanz

Staffel 2

01. Ein oraler Ausrutscher
02. Der große Ashby
03. Wiedersehen mit Trixie
04. Der Heiratsantrag
05. Vaginatown
06. Charlies großer Auftritt
07. Die Mutter allen Übels
08. Beverly Hills Affären
09. Der Reigen
10. Sprung ins Ungewisse
11. Ein letzter Freundschaftsdienst
12. Abschied

– – –

Als besonderer Service hier noch der Link zu den DVDs der 1. und 2. Staffel von Californication bei Amazon:

DVD:

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