Review: God hates us all | Hank Moody (Buch)

Heute widmen wir uns – viele haben es sicher bereits wieder geahnt – dem Realität gewordenen Buch des Schriftstellers Hank Moody aus der TV-Serie Californication, das überraschend frisch daherkommt und so gar nicht wirkt wie der Franchise-Retorte entsprungen. Zum Glück!

God hates us all

God hates us all, USA 2009, 257 Seiten


© Heyne

Autor:
Hank Moody


Verlag (D):
Heyne Verlag
ISBN:
978-3-453-43588-9

Genre:
Drama

 

Inhalt:

In God hates us all thematisiert Hank Moody seine Jugendjahre, von seiner Arbeit als Drogendealer, den Eskapaden mit seiner pyromanisch veranlagten Exfreundin, seinem Abstieg im berühmten Chelsea Hotel und wie er dem Model K. aus Liebe und Verlangen um den halben Globus gefolgt ist bis hin zu all den kleinen Momenten und Fehltritten im Leben, die dem zynischen jungen Mann schlussendlich eine Art von Katharsis ermöglichen. Alles garniert mit sprödem Witz, Exzessen und jeder Menge Frauengeschichten.

Rezension:

God hates us all ist ein weiteres hervorragendes Beispiel für die Intermedialität der heutigen Zeit: Bekannt ist das vormals fiktive Buch aus der TV-Serie Californication und hat dort den Schriftsteller Hank Moody über Nacht berühmt gemacht, wurde sogar – selbstverständlich ebenso fiktiv – unter dem Titel A little Thing called Love verfilmt. Der Schöpfer der Serie, Tom Kapinos, hat nun mit Unterstützung von Simon Spotlight Entertainment von einem Mann namens Jonathan Grotenstein in der Wahnsinnszeit von etwa vier Monaten dieses Buch Realität werden lassen und es 2009 mit Hank Moody als Autor veröffentlicht.

Wahrlich ein Fest für alle Fans der Serie, die schon immer wissen wollten, wie genau eigentlich Moodys Jugendjahre aussahen und worauf sich sein Erfolg gründet. In einem äußerst aufschlussreichen Interview des Forth Magazine mit Jonathan Grotenstein gibt dieser Einblick in den Schaffensprozess von God hates us all und führt dabei literarische Vorbilder wie Jay McInerneys Bright Lights, Big City (zu deutsch: Ein starker Abgang) an. Bemerkenswerterweise war dieser zusammen mit Bret Easton Ellis und Mark Lindquist einer der führenden Köpfe des „literarischen Brat-Packs“, wie damals in den 80er Jahren eine Reihe hoffnungsvoller Jungautoren genannt wurde, deren Werke sich allesamt dem Erwachsenwerden und der damaligen Popkultur widmeten und mit einer mehr oder minder zynischen Weltsicht glänzten.

Schon im Vorfeld dachte ich persönlich, dass Hank Moody höchstwahrscheinlich einen Roman im ähnlichen Stil eines Bret Easton Ellis oder Mark Lindquist verfasst haben müsste, da deren Schreibe auch exakt den Grundton der Serie trifft und diese für mich so einmalig macht. Umso überraschter war, als ich mich wirklich beim Lesen an die genannten Schriftsteller erinnert fühlte. Dabei schafft es Grotenstein tatsächlich, die Figur des jungen Moody mit charakteristischen Wesenszügen der späteren Serienfigur auszustatten und sogar ziemlich genau dessen sprachlichen Ausdruck zu kopieren.

Wer die Serie oder die Werke eines der referenzierten Autoren kennt weiß, dass dieser Roman mit einer schonungslos offenen Sprache glänzt und zuweilen ebenso zynisch daherkommt wie seine Vorbilder. Zudem ist das Buch ein echter Page-Turner und liest sich unglaublich flüssig und unterhaltsam. Der große Wurf, den God hates us all in der Serie darstellt, ist dieses Buch freilich nicht, doch lohnt es sich durch seine stilistische Ausgestaltung und den hohen Unterhaltungswert nicht nur für Fans der Serie, sondern auch für andere Literaturbegeisterte. Und wer weiß, vielleicht wirbt dieses Buch noch weitere Fans für die Serie und wir kommen irgendwann auch in den Genuss der anderen Bücher von Hank Moody – gerne auch wieder aus der Feder von Jonathan Grotenstein, der seinem Alter Ego erfolgreich einige interessante Facetten hinzuzufügen imstande war.

Fazit & Wertung:

God hates us all ist ein Buch in bester Tradition des literarischen Brat-Pack und braucht sich durch seine liebevolle Ausgestaltung nicht zu verstecken. Es ist letztlich genau das Buch geworden, das man von Hank Moody erwartet hätte.

8 von 10 unverhofften Seitensprüngen

God Hates Us All

  • Unverhoffte Seitensprünge - 8/10
    8/10

Fazit & Wertung:

God hates us all ist ein Buch in bester Tradition des literarischen Brat-Pack und braucht sich durch seine liebevolle Ausgestaltung nicht zu verstecken. Es ist letztlich genau das Buch geworden, das man von Hank Moody erwartet hätte.

8.0/10
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Weitere Details zum Autor und dem Buch findet ihr auf der Seite des Heyne Verlags. Dort findet sich auch eine Leseprobe.

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Als besonderer Service hier noch der Link zum Buch God hates us all bei Amazon:

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