Review: Kein Land für alte Männer | Cormac McCarthy (Buch)

Hier ist er also, der versprochene und vorab vorbereitete Blogbeitrag mit der Buchrezension zu der Vorlage eines Filmes, den viele von euch sicherlich kennen werden (ich zu meiner Schande noch nicht), der aber auch bald hier besprochen werden wird. Bis Montag und viel Spaß bei der Lektüre!

Kein Land für alte Männer

No Country for Old Men, USA 2005, 284 Seiten

Kein Land für alte Männer
© Rowohlt Verlag

Autor:
Cormac McCarthy


Verlag (D):
Rowohlt Verlag
ISBN:
978-3-499-24288-5

Genre:
Thriller | Drama | Krimi | Western

 

Inhalt:

Texas: Der Hobbyantilopenjäger Llewellyn Moss macht während seiner Streifzüge in der Einöde einen grausigen Fund. Mehrere Leichen, ein Pick-Up voller Heroin und ein Aktenkoffer mit 2,4 Millionen Dollar legen den Schluss nahe, dass hier ein Drogendeal gründlich schiefgegangen ist. Llewellyn kann der Versuchung nicht widerstehen und nimmt das Geld an sich, wittert er doch das große Glück für sich und seine Frau Carla Jean. Doch Llewellyn begeht einen weiteren Fehler, indem er später an den Tatort zurückkehrt, um seine Spuren zu verwischen und so die Aufmerksamkeit des psychopathischen Auftragskillers Chigurh auf sich lenkt.

Llewellyn muss flüchten und ihm und seiner Frau drohen der Tod, für Umkehr ist es längst zu spät. Und auf Chigurhs leichengepflastertem Weg folgt den beiden der alternde, resignierte und doch pflichtversessene Sheriff Ed Tom Bell, wohlahnend, in welcher Gefahr sich Llewellyn Moss befindet.

Rezension:

Mit Kein Land für alte Männer hat Cormac McCarthy einmal mehr bewiesen, dass er zu den ganz großen der Schriftstellerzunft gehört. Ein derart präzise und eindrücklich geschildertes Werk ist mir wahrlich selten untergekommen, höchstens vielleicht noch bei McCarthys Die Straße, für den er auch 2007 verdientermaßen den Pulitzerpreis bekommen hat.

Es ist eigentlich eine simple und äußerst stringente Geschichte, doch im Verlauf der Handlung betreten neue Akteure die Bildfläche und andere segnen das Zeitliche. Die einzelnen Kapitel werden eingeleitet von den Gedanken Ed Tom Bells, die der Geschichte einen gewissen melancholischen, resignativen Grundton gibt. Kein Land für alte Männer erzählt im Grunde die Geschichte dreier Männer, die Llewellyns, der unverhofft an einen Haufen Geld kommt und sich im Verlauf der Handlung merklich wandelt, die des Auftragsmörders Chigurh mit seinem strengen Ehrenkodex, der oftmals über Leichen geht und ein Feld der Zerstörung hinterlässt und die Geschichte des Sheriffs Bell, der sich mit den Umwälzungen seiner Zeit nicht recht anfreunden kann und spürbar und merklich den Anschluss verliert.

Dabei geht Kein Land für alte Männer fast so weit, eine Parabel für gesellschaftliche Umwälzungen zu werden und gleichzeitig Sinnbild einer verlorenen Zeit, in der man noch glaubte, dass es schlimmer nicht kommen könne, auch wenn sie mittlerweile eines besseren belehrt wären. McCarthys Roman ist so getragen und gleichzeitig hintergründig, so trocken und brutal, dass man es kaum in Worte fassen kann. Das einzige, was man diesem Meisterwerk vorwerfen könnte wäre, dass gängige Romanstrukturen und Erzählweisen hier bewusst aufgebrochen werden und auch nicht unbedingt alle Handlungsstränge einen für jeden Leser befriedigenden Abschluss zu bekommen scheinen, so dass Liebhaber leichter Kost und schneller Szenen sicherlich nicht auf ihre Kosten kommen werden.

Wer aber bereit ist, sich vom Autor in eine noch gar nicht allzu ferne Vergangenheit entführen zu lassen, in ein Land, an dem Abertausende Menschen zerbrochen sind, mit Gestalten so böse, dass man sie nur als Karikaturen echter Menschen wahrnehmen kann, ja beinahe als würde es sich um Geister handeln, der, ja der sollte sich das Buch besorgen und Sheriff Ed Tom Bells Ausführungen lauschen.

Fazit & Wertung:

Ein faszinierendes Stück Literatur von einem großartigen Autor, für welches allein er bereits zwei Jahre früher den Pulitzerpreis verdient hätte.

9,5 von 10 Münzwürfen

Kein Land für alte Männer

  • Münzwürfe - 9.5/10
    9.5/10

Fazit & Wertung:

Ein faszinierendes Stück Literatur von einem großartigen Autor, für welches allein er bereits zwei Jahre früher den Pulitzerpreis verdient hätte.

9.5/10
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Weitere Details zum Autor und dem Buch findet ihr auf der Seite des Rowohlt Verlages.

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