Review: Mr. Nobody (Film)

Das Wochenende verabschiedet sich und so melde ich mich in gewohnter Tradition zurück. Erfreulicherweise nach Rezensionen zu eher enttäuschenden Werken diesmal auch wieder mit einem meiner persönlichen Highlights.

Die Rezension bezieht sich auf den im Vergleich zur Kinofassung etwa 16 Minuten längeren Director’s Cut des Films. Erfreulicherweise ist dieser mittlerweile sowohl auf DVD als auch auf Blu-ray erhältlich. Wer sich für die konkreten Unterschiede zwischen beiden Fassungen interessiert, dem seien einmal mehr die absolut empfehlenswerten Schnittberichte nahegelegt: Schnittbericht zu Mr. Nobody

Mr. Nobody

Mr. Nobody, CA/BE/FR/DE 2009, 155 Min. (Director’s Cut)

Mr. Nobody
Quelle: IMPawards.com

Regisseur:
Jaco Van Dormael
Autor:
Jaco Van Dormael

Main-Cast:
Jared Leto (Nemo Nobody)
Sarah Polley (Elise)
Diane Kruger (Anna)
Linh-Dan Pham (Jean)
in weiteren Rollen:
Rhys Ifans (Nemos Vater)
Natasha Little (Nemos Mutter)
Toby Regbo (16jähriger Nemo)
Juno Temple (15jährige Anna)

Genre:
Fantasy | Drama | Romantik | Science-Fiction

Trailer:

 

Inhalt:

Im Jahre 2092 ist Nemo Nobody mit seinen 118 Jahren der letzte noch sterbliche Mann, nachdem die Menschheit das Geheimnis der Unsterblichkeit zu entschlüsselt haben scheint. Mit viel medialem Wirbel wird sein baldiges Ableben zelebriert und ein Reporter versucht, Licht in das Dunkel um Nemos Vergangenheit zu bringen. Doch was dieser ihm eröffnet, strotzt jeglicher Logik und Rationalität, denn in seiner Erinnerung verschmelzen Realitäten und Begebenheiten, widersprechen und überlagern sich, während Nemo Nobody seine Lebensentwürfe konzipiert und verwirft, vom Kind zum Erwachsenen reift, vom Leben in den Tod hinüberwechselt, Wahrheiten verfälscht und Geschichten verändert, die Zeit manipuliert und wieder zum Kind wird, die Scheidewege seines Lebens erneut beschreitend und analysierend.

Rezension:

Mr. Nobody ist ein filmisches Meisterwerk! Ein Kleinod, ein Juwel, das die Möglichkeiten des Mediums bis aufs Äußerste ausnutzt, ja strapaziert, und den Zuschauer in eine beispiellos verworrene, genial konstruierte Gedankenwelt entführt. Mr. Nobody erzählt weniger die Geschichte von Nemo Nobody, sondern vielmehr vom Wesen der Zeit und des Universums, dem Prinzip seiner Ausdehnung – der Entropie – und der Schicksalhaftigkeit unumkehrbarer Entscheidungen.

„Nemo“ ist lateinisch und bedeutet „Niemand“, also „Nobody“ und steht bezeichnend für den agierenden Protagonisten. Denn in der Konstellation seiner Lebensgeschichte vereinen sich mannigfache physikalische wie auch theologische Theorien zu einem absurden Konstrukt, geschaffen, um gleichsam ein Werk aus dem Boden zu stampfen, das sich in dieser Form mit nichts vergleichen lässt und das gerade daher auf ungekannte Art zu begeistern weiß. Selbstverständlich sind Anleihen und Referenzen zu erkennen, doch fehlt der Kontext, als das man behaupten könne, hier wäre abgekupfert worden.

Mr. Nobody bricht mit sämtlichen erzählerischen und strukturellen Konventionen, verliert sich aber trotzdem nicht in seinem opulenten Bilderrausch. Der Film verlangt dem Zuschauer einiges an Aufmerksamkeit ab und belohnt wird dieser mit einer mehr als zweideutigen Geschichte voller Ideen, die geradezu zum Philosophieren und Nachsinnen einlädt. Es ist keine leichte Kost und die ungewöhnliche Form wird sicher auch manchen Zuschauer abschrecken, aber wer sich für Gedankenkonstrukte a la „Was wäre wenn“ begeistern kann, der wird an Mr. Nobody seine wahre Freude haben.

Dass mich dieser Film zu solchen Begeisterungsstürmen hinreißt liegt aber auch daran, dass er wirklich und ungelogen durch die Bank weg einfach einmalig gut besetzt ist und jeder Charakter zu überzeugen weiß. Wer den Film gesehen hat, wird erst zu schätzen wissen, was das in diesem Fall zu bedeuten hat. Neben den überzeugenden Darstellern, einer prächtigen Bilderwelt und variantenreicher Geräuschkulisse wird das durchweg positive Gesamtbild abgerundet durch einen Soundtrack zum Niederknien, so dass man am Ende nicht umhin kommt, in Nemo Nobodys ansteckendes Lachen miteinzustimmen.

Fazit & Wertung:

Mr. Nobody ist kein Film, es ist ein Ereignis. Durch seine ambitionierte Form wird er sich nicht nur Freunde machen, aber ich möchte jeden einladen, sich diese Erfahrung nicht entgehen zu lassen.

10 von 10 prägenden Entscheidungen

Mr. Nobody

  • Prägende Entscheidungen - 10/10
    10/10

Fazit & Wertung:

Mr. Nobody ist kein Film, es ist ein Ereignis. Durch seine ambitionierte Form wird er sich nicht nur Freunde machen, aber ich möchte jeden einladen, sich diese Erfahrung nicht entgehen zu lassen.

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Meinungen aus der Blogosphäre:
ERGOThek: 5/5 Punkte
Tonight is gonna be a large one.: 9/10 Punkte

Als besonderer Service hier noch der Link zur DVD/Blu-ray von Mr. Nobody bei Amazon:

DVD:

Blu-ray:

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