Review: Dexter | Staffel 1-3 (Serie)

Es ist gar nicht einmal so spät geworden wie ich anfangs befürchtet hatte, als ich mich an diese Serien-Review gesetzt habe, die mir übrigens sehr am Herzen lag und die ich aufgrund dessen auch lange Zeit vor mir hergeschoben habe in dem Glauben, nicht die passenden Worte für diese Ausnahmeserie finden zu können. Letztlich bin ich mit dem Ergebnis nun doch recht zufrieden und glaube, der Serie in Ansätzen gerecht geworden zu sein oder es zumindest geschafft zu haben, ein Stück weit meine Faszination in Worte zu kleiden.

Dexter
Staffel 1-3

Dexter, USA 2006- , ca. 55 Min. je Folge

Dexter
Quelle: IMPawards.com

Serienschöpfer:
Jeff Lindsay
Showrunner:
Scott Buck

Main-Cast:

Michael C. Hall (Dexter Morgan)
Julie Benz (Rita Bennett)
Jennifer Carpenter (Debra Morgan)
Erik King (Sergeant Doakes) [Staffel 1-2]
Lauren Velez (Lt. Maria Laguerta)
David Zayas (Angel Batista)
James Remar (Harry Morgan)
C. S. Lee (Vince Masuka)
Desmond Harrington (Det. Joseph Quinn) [ab Staffel 3]

Genre:
Krimi | Drama | Mystery


Trailer:

 

Inhalt:

Dexter arbeitet als Forensiker beim Police Department in Miami und ist dort Spezialist für Blutspurenanalysen. Was niemand weiß ist, dass er auch in seiner Freizeit diesem Hobby frönt, denn Dexter hat den unstillbaren Drang zu töten und wurde von seinem Adoptivvater Harry nach einem strengen Codex erzogen, der es ihm erlaubt, als eiskalter Killer all jene zu richten, die den Fängen des Gesetzes entronnen sind und sie der Gerechtigkeit zuzuführen. Dexter hat zudem keinerlei Gefühlsleben, bemüht sich aber redlich menschliche Emotionen zu imitieren und sich in die bestehende Gesellschaft einzufügen – zumindest bei Tage.

In diesem steten Streben hat sich Dexter mit der emotional ebenso gestörten Rita zusammengetan, deren Anwesenheit ihm weniger lästig ist als die Gesellschaft vieler anderer. Als in Miami ein weiterer Killer sein Unwesen zu treiben beginnt sieht Dexter sein Revier bedroht und schlittert langsam aber unaufhaltsam in Ereignisse, die sein Leben für immer verändern werden.

Rezension:

Mit Dexter hält nach True Blood eine weitere Serie im Medienjournal Einzug, die auf einer erfolgreichen Romanreihe basiert und von einem amerikanischen Kabelsender – in diesem Fall Showtime – kongenial adaptiert worden ist. Die Rolle des serienmordenden und soziopathischen Dexter wird in der Fernsehumsetzung von Michael C. Hall übernommen, der den meisten noch als Bestatter David Fisher aus Six Feet Under ein Begriff sein dürfte. Seit Beginn der Serie im Jahr 2006 wurde er für seine Verkörperung des gefühlskalten Forensikers in steter Folge für den Golden Globe nominiert, unterbrochen erst 2009, wofür er ein Jahr später mit entschädigt worden ist, als auf die erneute Nominierung auch endlich und verdientermaßen die Verleihung folgte. Ohne hier also die endlosen Nominierungen und gewonnenen Preise aufzählen zu wollen, soll dies als prägnantes Beispiel für die Qualität der Serie genügen.

Anfänglich orientiert sich die Serie noch stark an den Büchern, doch mit jeder weiteren Folge vergrößert sich der Abstand und jede Reihe geht ihre eigenen Wege, wobei die visualisierte Fassung hier sogar oftmals die Nase vorn hat. Das Schöne an Dexter ist, dass es hier wider Erwarten nicht bloß um einen emotionslosen Killer geht, sondern insbesondere um dessen Stellung in der Welt, die er oft nur schlecht oder bruchstückhaft zu verstehen in der Lage ist. Er bemüht sich stets um Anpassung, imitiert menschliches Verhalten, Gestik und Mimik, weiß, wie er sich in welcher Situation zu verhalten hat, doch durchschaut das menschliche Treiben nicht einmal annähernd. Durch Dexters innere Monologe ist man als Zuschauer immer extrem nahe an seiner Gedankenwelt und kann sein Handeln in gewissen Grenzen nachvollziehen.

Dabei ist es ganz besonders die Chemie zwischen ihm und seiner Schwester Debra, sowie zu seiner Freundin Rita und deren Kindern, die aus Dexter so viel mehr machen als eine Serienkillergeschichte. Auch Gewalt wird nie zum puren Selbstzweck genutzt, das meiste wird sogar dezent ausgeblendet und das trotz der hoch scheinenden Altersfreigabe. Statt auf Schocker und Ekel zu setzen, beschäftigen sich die Serienmacher lieber mit der Psyche von Dexter und zuweilen der Ermittlungsarbeit bei der Polizei. Dabei ist Dexter immer wieder auf die eine oder andere Art in die laufenden Fälle involviert, sei es als Täter, Beinahe-Opfer oder Konkurrent. Insbesondere durch seine emotionale Ödnis im Inneren gerät er ein ums andere Mal in brenzlige Situationen, die er in seiner gekonnt schwarzhumorigen Art zu kommentieren weiß.

Dexter ist eine der wenigen Serien, bei der für mich ein steter Aufwärtstrend zu erkennen ist und auch wenn andere Stimmen das behaupten, gab es für mich in den bisherigen drei Staffeln keine größeren Durchhänger. Sie zeichnet sich durch liebevolle Charakterzeichnung und eine fortlaufende, stets spannend bleibende Geschichte aus und überzeugt zudem in jeder Staffel mit einem neuen „Special Guest“, der als Aufhänger für sich über beinahe die gesamte Laufzeit erstreckende Fälle und Begebenheiten herhalten darf. In den USA startet in Kürze bereits die sechste Staffel und so freue ich mich sehr, guten Gefühls vielen weiteren Episoden mit Dexter entgegen zu blicken.

Fazit & Wertung:

Dexter beleuchtet die klassischen Kriminalgeschichten von einem bis dato fast gänzlich unbekannten Standpunkt – dem des Killers. Zudem ist es aber auch eine hervorragend pointierte, schwarzhumorige Drama-Serie und überzeugt mit grandiosen Darstellern und feinsinniger Dramaturgie voller Überraschungen.

9 von 10 gesammelten Blutstropfen

Dexter | Staffel 1-3

  • Gesammelte Blutstropfen - 9/10
    9/10

Fazit & Wertung:

Dexter beleuchtet die klassischen Kriminalgeschichten von einem bis dato fast gänzlich unbekannten Standpunkt – dem des Killers. Zudem ist es aber auch eine hervorragend pointierte, schwarzhumorige Drama-Serie und überzeugt mit grandiosen Darstellern und feinsinniger Dramaturgie voller Überraschungen.

9.0/10
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Meinungen aus der Blogosphäre:
Tonight is gonna be a large one.: 10/10 Punkte (1. Staffel)
Xanders Blog: 9/10 Punkte (1. Staffel)
Tonight is gonna be a large one.: 9/10 Punkte (2. Staffel)
Xanders Blog: 8/10 Punkte (2. Staffel)
Tonight is gonna be a large one.: 9/10 Punkte (3. Staffel)

Episodenübersicht:

Staffel 1

01. Der Tod kommt in kleinen Stücken
02. Eiskalt erwischt
03. Cherry on Ice
04. Mit Hand und Fuß
05. Das perfekte Paar
06. Ein Sturm zieht auf
07. Freundeskreis
08. Therapiestunden
09. Spuren der Vergangenheit
10. Rot wie Blut
11. Tödliche Weihnachten
12. Blutsbrüder

 

Staffel 2

01. Verflucht
02. Einfach loslassen
03. Der düstere Begleiter
04. Hitzewelle
05. Superhelden
06. Dex, Lügen und Video
07. Das Manifest des Metzgers
08. Falsches Spiel
09. Widerstand ist zwecklos
10. Die Wahrheit über Harry
11. Entscheidungen
12. Amour fou

 

Staffel 3

01. Ein neuer Kodex
02. Auf der Suche nach Freebo
03. Jagdinstinkt
04. Rollenspiele
05. Abstecher nach Bimini
06. Teamwork
07. Ein Akt der Gnade
08. Schmetterlingseffekt
09. Die Geister die ich rief…
10. Ende einer Freundschaft
11. Adios, Amigo
12. Überlebenswille

 

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