Review: Leaves of Grass (Film)

So, nach einem Tag Ruhepause bin ich auch schon wieder mit der nächsten Rezension zurück. Da wir Freitagabend haben und ich auch noch anderes vor, halte ich mich kurz und wünsche viel Spaß und ein schönes Wochenende!

Leaves of Grass

Leaves of Grass, USA 2009, 105 Min.

Leaves of Grass
Quelle: IMPawards.com

Regisseur:
Tim Blake Nelson
Autor:
Tim Blake Nelson

Main-Cast:
Edward Norton (Bill Kincaid / Brady Kincaid)
Keri Russell (Janet)
Tim Blake Nelson (Bolger)
Richard Dreyfuss (Pug Rothbaum)
Susan Sarandon (Daisy Kincaid)
in weiteren Rollen:
Melanie Lynskey (Colleen)

Genre:
Krimi | Drama

Trailer:

 

Inhalt:

Der Philosophie-Professor Bill Kincaid ist auf dem besten Weg nach ganz oben. Schon vor langer Zeit hat er sich von seiner provinziellen Herkunft losgesagt um allein in der Ferne seinen Weg zu machen. Erst die Nachricht vom Tod seines Zwillingsbruders Brady vermag es, ihn ins verschlafene Oklahoma zurück zu locken. Dort angekommen muss Bill schnell feststellen, dass sein Bruder mitnichten verschieden ist, sondern sich unter diesem perfiden Vorwand seines Erscheinens versichern wollte. Denn während Bill die Hörsäle der Welt erobert hat, hat Brady seine nicht minder hohe Intelligenz genutzt, um eine hochfunktionelle Marihuana-Plantage aufzubauen.

Nicht genug, dass Brady Bill zu überreden versucht, nach Jahren seine Mutter zu besuchen, soll Bill ihm damit gleichzeitig ein Alibi verschaffen, während Brady mit dem Drogenbaron Rothbaum „reinen Tisch macht“. Es versteht sich von selbst, dass das alles nicht halb so einfach ist, wie es sich zunächst anhört.

Rezension:

Leaves of Grass ist ein eigenwilliger Film, der sich nur schwerlich einem Genre zuordnen lässt und der ganz klar von der Doppelbesetzung Edward Nortons lebt, der beide Charaktere, sowohl den distinguierten Professor Bill als auch den Kleinkriminellen Brady dermaßen glaubhaft, dass es eine wahre Freude ist. Allerdings ist die Geschichte zu großen Teilen bekannt und besteht hauptsächlich aus Versatzstücken anderer, teils erfolgreicherer oder bekannterer Filme und vermag nicht unbedingt zu überzeugen.

Wett macht Leaves of Grass dies einerseits durch seine unvorhersehbaren Wendungen, die der doch eigentlich so simplen Geschichte öfter neuen Drive verleihen, auch wenn die Entwicklungen nicht immer glaubhaft und nachvollziehbar sind, andererseits durch den poetischen und philosophischen Touch, der einerseits aus den Gesprächen der zwei Brüder, andererseits aus den vielen Bezügen auf Walt Whitman resultiert.

Was es für Leaves of Grass so schwierig macht, Freunde unter den Cineasten zu finden ist eigentlich recht simple zu klären: Teils als Komödie vermarktet ist er einfach nicht lustig genug, als Drama fehlt ihm die durchgehende Ernsthaftigkeit, als Thriller funktioniert er nur bedingt, den dafür sind die Ruhepausen und die Exposition der Figuren zu langatmig und ruhig und ein Krimi will Leaves of Grass eindeutig ebenfalls nicht sein. Ich persönlich empfand die Verquickung der Einzelteile als äußerst homogen und unterhaltsam, weil ungewohnt, kann mir aber gut vorstellen, dass das Werk bei vielen Leuten einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt. Störend wären hierbei indes noch die seltenen aber heftigen Gewaltausbrüche.

Mich persönlich hat Leaves of Grass überzeugt, obwohl es mit einigen dramaturgischen Schwächen zu kämpfen hat und in seiner Ausgestaltung auf vielen Hochzeiten tanzt, denn dafür ist Nortons Darbietung einfach fesselnd und ein Paradebeispiel für einen talentierten Schauspieler. Es wäre ihm zu wünschen gewesen, dass Drehbuchautor, Regisseur und Darsteller Tim Blake Nelson seinem Werk noch ein wenig Feinschliff verpasst hätte, aber auch so ist Leaves of Grass zumindest ein rohes, ungeschliffenes, aber dennoch wertvolles Juwel der Filmgeschichte.

Fazit & Wertung:

Leaves of Grass ist eigensinnig und vielgestaltig. Lässt man sich unvoreingenommen von der Geschichte davontragen, bekommt man eine der besten Leistungen Edward Nortons präsentiert, die fähig ist, den gesamten Film zu schultern.

7,5 von 10 Gedichten von Walt Whitman

Leaves of Grass

  • Gedichte von Walt Whitman - 7.5/10
    7.5/10

Fazit & Wertung:

Leaves of Grass ist eigensinnig und vielgestaltig. Lässt man sich unvoreingenommen von der Geschichte davontragen, bekommt man eine der besten Leistungen Edward Nortons präsentiert, die fähig ist, den gesamten Film zu schultern.

7.5/10
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