Review: In meinem Himmel (Film)

Am vergangenen Wochenende habe ich mich endlich dazu aufraffen können, In meinem Himmel einer eingehenden Sichtung zu unterziehen. Nachdem ich den Film eigentlich schon damals im Kino schauen wollte, war es selbst für mich verwunderlich, dass ich es nun ein ums andere Mal vor mir her schob. Vielleicht hatte mich eine Art Vorahnung gepackt, aber lest selbst.

In meinem Himmel

The Lovely Bones, USA/UK/NZ 2009, 135 Min.

In meinem Himmel
Quelle: IMPawards.com

Regisseur:
Peter Jackson
Autoren:
Fran Walsh
Philippa Boyens
Peter Jackson

Main-Cast:

Mark Wahlberg (Jack Salmon)
Rachel Weisz (Abigail Salmon)
Susan Sarandon (Grandma Lynn)
Stanley Tucci (George Harvey)
Michael Imperioli (Len Fenerman)
Saoirse Ronan (Susie Salmon)

Genre:
Drama | Fantasy | Thriller

Trailer:

 

Inhalt:

Die vierzehnjährige Susie Salmon lebt wohlbehütet und glücklich in einem idyllischen Vorort einer amerikanischen Stadt der siebziger Jahre. Dieses Idyll findet ein jähes Ende, als sie von George Harvey in den Kaninchenbau gelockt wird, wo er sich über sie hermacht und ermordet. Doch das junge Mädchen kann sich noch nicht von der Welt trennen und weigert sich ihren eigenen Tod zu akzeptieren. So landet sie in einer Zwischenwelt, von wo aus sie die Geschicke und das Leben ihrer Familie beobachten kann. Besonders ihr Vater ist wahnhaft davon besessen Susies Mörder zu finden. Er ist es auch, der ihre Anwesenheit mit am stärksten zu spüren scheint.

Rezension:

Peter Jackson hat bereits bewiesen, dass er es drauf hat. Ebenso hat er bewiesen, dass selbst als unverfilmbar geltende Bücher durchaus und höchst erfolgreich konvertiert werden können. Nach seinem Meisterstück, dem Herr der Ringe, versucht er sich diesmal also an der Buchumsetzung von In meinem Himmel, des Dramas von Alice Sebold. Hierfür hat er sich einmal mehr mit vielen durchaus mehr als fähigen Schauspielern umgeben, von denen allen voran Saoirse Ronan zu nennen wäre, die in ihrer Rolle als Susie weitestgehend autark agieren kann, gleichzeitig durch ihre Kommentare aus dem Off und die den Film umspannende Geschichte ihres Todes den dramaturgischen Überbau bilden muss. Dem restlichen Cast gelingt es leider nur teilweise, ihren Figuren Plastizität zu verleihen, seien es Mark Wahlberg, Rachel Weisz oder Stanley Tucci. Dies ist aber ihren leider oft recht einseitig angelegten Rollen geschuldet.

Diese stereotypen Rollen berauben den Film auch eines Großteils seiner Faszination, denn psychologischer Feinsinn sieht anders aus und sämtliche Botschaften, die Jackson dem Zuschauer eventuell zu vermitteln trachtet werden plakativ und mit dem Holzhammer dargebracht. Sicher, seine Vorgängerfilme waren jetzt auch nicht die feinsinnigsten Werke, entstammten aber auch anderer Genres und bedurften dieser Eigenschaft nicht in solchem Ausmaß. Dieser Mangel wird hier dafür leider nur allzu deutlich und es fällt schwer, sich in den Figuren wiederzufinden oder mit ihnen zu fühlen, wenngleich die Schauspieler innerhalb ihrer engen Grenzen wirklich ihr Bestes tun. Zu dem Familiendrama und dem von Grund auf bösen und triebgesteuerten Nachbarn gesellt sich dann noch eine Art Medium, die fähig ist die Toten zu sehen und die im Laufe der Geschichte mit Susies Jugendschwarm anbändelt. Die Verknüpfung dieser Komponenten gelingt eher selten und so kann man einzelne Aspekte von In meinem Himmel nur schwerlich zu einem Ganzen verknüpfen.

Es gibt selbstverständlich immer wieder Berührungspunkte, aber die Zwischenwelt Susies war für meinen Geschmack zu abgekapselt von dem Rest, auch wenn es natürlich nur konsequent und logisch ist, dass ihr sämtliche Möglichkeiten der Beeinflussung genommen worden sind. Sie bedient sich hierfür aber auch nicht des Mediums, wie manch einer vielleicht vermuten würde, abgesehen von einer prägnanten und an Kitsch kaum zu übertreffenden Szene. Damit wären wir dann auch beim Kernstück des Films, der Darstellung der Zwischenwelt. Diese gerät dermaßen kitschig und übertrieben bunt, ebenfalls plakativ, ja langweilig und vorhersehbar und ist dabei dermaßen schlecht animiert und aalglatt, dass man sich wirklich fragen muss, ob hier aufgrund der namhaften Schauspieler kein Geld mehr für Effekte übrig geblieben ist. Insbesondere eine Szene am Schluss – die noch dazu vollkommen überflüssig und reiner Selbstzweck ist – sieht dermaßen mies aus, dass ich mich unweigerlich fragen musste, ob man sich diese Darstellung nicht schlicht hätte schenken können.

In meinem Himmel ist durchaus kein schlechter Film, aber er schafft es nicht den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen, weil selbst der gesamte Handlungsstrang um Susie in ihrer Zwischenwelt kaum mehr als bloße Staffage ist. Die Tatsache nämlich, dass dort letztlich nichts passiert und sie keinen Einfluss ausüben kann, hätte die Geschichte auch gut ohne diesen Aspekt funktionieren lassen. Dies entspricht sicherlich nicht der Intention der Autorin. Es gibt auch berührende Szenen, aber die sind trotz der Thematik doch eher selten und spärlich gesät. Begeistern kann man sich nicht so recht für In meinem Himmel, am ehesten noch für die sorgfältig ausgewählten Schauspieler und einen gewissen Siebziger-Jahre-Charme, aber das reicht bei weitem nicht für einen guten, geschweige denn herausragenden Film.

Fazit & Wertung:

In meinem Himmel möchte vieles zugleich sein und ist leider nichts so wirklich. Überall blitzen kreative Einfälle auf, begeistern gewisse Bilder oder Szenen, aber mindestens ebenso oft ärgert man sich über eine plakative Umsetzung und überbordenden Symbolismus.

6 von 10 wechselnden Darstellungen der Zwischenwelt

In meinem Himmel

  • Wechselnde Darstellungen der Zwischenwelt - 6/10
    6/10

Fazit & Wertung:

In meinem Himmel möchte vieles zugleich sein und ist leider nichts so wirklich. Überall blitzen kreative Einfälle auf, begeistern gewisse Bilder oder Szenen, aber mindestens ebenso oft ärgert man sich über eine plakative Umsetzung und überbordenden Symbolismus.

6.0/10
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