Review: Jekyll (Serie)

Heute Abend möchte ich mich mal wieder einer Serie widmen, die zwar jetzt nicht brandaktuell ist, die mir aber durch Zufall auf DVD in die Hände gefallen ist (ich liebe es bei Amazon zu stöbern!) und mich restlos überzeugt hat. Das Schöne zudem ist, dass es sich „nur“ um eine sechsteilige Miniserie handelt, man kann sich also auf eine dichte und in sich abgeschlossene Geschichte freuen.

Jekyll

Jekyll, UK 2007, ca. 55 Min. je Folge

Jekyll

Serienschöpfer:
Steven Moffat
Showrunner:
Steven Moffat

Main-Cast:

James Nesbitt (Dr. Tom Jackman)
Gina Bellman (Claire Jackman)
Denis Lawson (Peter Syme)
Michelle Ryan (Katherine Reimer)
Meera Syal (Miranda)
Fenella Woolgar (Min)

Genre:
Horror | Krimi | Drama | Mystery

Trailer:

 

Inhalt:

Der Wissenschaftler Dr. Tom Jackman könnte ein wunderbares und erfülltes Leben führen. Er hat einen angesehen Job, eine liebende Frau und zwei Kinder. Wäre da nicht die Tatsache, dass er seit etwa sechs Monaten immer wieder mit kürzeren und längeren Blackouts zu kämpfen hat, in denen sich sein zügelloses Alter Ego Mr. Hyde Bahn bricht und seinen hedonistischen Trieben frönt. Die beiden ungleichen Personen haben es mit der Zeit geschafft sich zu arrangieren und nutzen teils modernste Technik, um sich beispielsweise darüber zu informieren, wo sie das Auto geparkt haben.

Doch Jackman verschweigt Hyde seine Frau und seine Kinder, zudem werden dessen Übergriffe immer häufiger und unkontrollierter. Als Jackman dann herausfindet, dass eine unbekannte Organisation ihm auf den Fersen zu sein scheint, spitzt sich seine Lage unaufhaltsam immer weiter zu. Und Hyde wird immer stärker…

Rezension:

Steven Moffat hat mit Jekyll einmal mehr bewiesen, dass er grandios gute Einfälle gekonnt in Drehbücher zu verwandeln weiß. Hat er sich durch Dr. Who gehöriges Prestige erarbeitet und ist momentan mit seiner Interpretation des Sherlock äußerst erfolgreich, vergessen viele oft zu erwähnen, dass er auch für diese sechsteilige Miniserie der BBC verantwortlich zeichnete. Umso glücklicher bin, dass mir wie erwähnt zufällig dieses Kleinod der Fernsehunterhaltung in die Hände gefallen ist. Jekyll ist dabei anders als Sherlock keien Neuinterpretation des klassischen Stoffes in der Gegenwart, sondern nutzt vielmehr die Erzählung von Robert Louis Stevenson als Basis für die Geschehnisse in Jekyll.

Unstreitig größtes Highlight von Jekyll ist die Darstellung des nordirischen Schauspielers James Nesbitt in der Doppelrolle des Dr. Tom Jackman und Mr. Hyde, die ihm übrigens eine verdiente Golden Globe Nominierung einbrachte. Auch das Make-Up ist herausragend, verstehen es die Macher der Serie doch beispiellos, mit kleinsten Veränderungen die Andersartigkeit Hydes darzustellen, wenngleich es bei Nesbitt tatsächlich kaum mehr als eines Blickes bedürfte, um dem Zuschauer deutlich zu machen, mit wem man es hier zu tun hat, so differenziert und prägnant sind ihm beide Charaktere gelungen, die wirklich und wahrhaftig wie zwei Personen wirken und eben nicht nur wie die normale und die „durchgeknallte Version eines einzelnen Menschen.

Darauf gründet sich zwar zu großen Teilen der Erfolg von Jekyll, aber auch die anderen Darsteller wie auch der immer wieder durchblitzende intelligente teils schwarze Humor geben ihr übriges hinzu. Die Geschichte arbeitet mit Vor- und Rückblenden, geht teils bis in das 19. Jahrhundert zurück und konfrontiert den Zuschauer mit dem „echten“ Dr. Jekyll. Jede der sechs Folgen gewinnt durch diese Art Kniffe eine schöne Eigendynamik, ohne die Kohärenz des Ganzen zu gefährden. Einzig, dass sich die Geschichte – ist der Knoten erst einmal geplatzt – zu weiten Teilen mit der hier nicht näher spezifizierten Organisation auseinandersetzt, hat mir nicht ganz so gut gefallen, wenngleich dies den Machern die Möglichkeit gegeben hat, auf einen großartigen Showdown zusteuern zu können, bei dem – ohne etwas zu verraten – Hyde einmal mehr zeigen kann, was in ihm steckt.

Nimmt Jekyll anfangs nur langsam Fahrt auf, verwendet ausreichend Zeit auf die Exposotion seiner Figuren und lässt den Zuschauer gefühlt extreme lang darben, bis es zum ersten Zusammentreffen mit Hyde kommt (der übrigens zu diesem Zeitpunkt noch namenlos ist), so beschleunigt die Geschichte immer weiter, überrascht mit einfallsreichen Wendungen, großartigen Running Gags und einer durchdachten, wenn auch anfangs etwas undurchsichtigen, Geschichte, der dankenswerterweise bis zur letzten Einstellung nicht mehr der Drive abhandenkommt, wenngleich ich mit der abschließenden Szene nicht so recht meinen Frieden machen konnte. Aber das muss jeder für sich entscheiden und möge sich hiermit – bei Gefallen – genötigt fühlen, Jekyll einmal näher zu betrachten.

Fazit & Wertung:

Jekyll ist eine extrem clever und dicht inszenierte Geschichte, die sich auf Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde gründet, es aber mit Leichtigkeit schafft, dem Mythos vermehrt neue Aspekte und gar gleich eine differierende Entstehungsgeschichte anzudichten.

8,5 von 10 unplanmäßigen Verwandlungen

Jekyll

  • Unplanmäßige Verwandlungen - 8.5/10
    8.5/10

Fazit & Wertung:

Jekyll ist eine extrem clever und dicht inszenierte Geschichte, die sich auf Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde gründet, es aber mit Leichtigkeit schafft, dem Mythos vermehrt neue Aspekte und gar gleich eine differierende Entstehungsgeschichte anzudichten.

8.5/10
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Meinungen aus der Blogosphäre:
To the Lighthouse

Episodenübersicht

01. Jekyll #1.1
02. Jekyll #1.2
03. Jekyll #1.3
04. Jekyll #1.4
05. Jekyll #1.5
06. Hyde

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Als besonderer Service hier noch der Link zur DVD von Jekyll bei Amazon:

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