Review: The Fountain (Film)

Vorgestern Abend begab ich mich daran, meine Archive ein wenig aufzuräumen und zu aktualisieren, aber auch, die Verlinkungen bei den einzelnen Beiträgen zum Movie Monday zu aktualisieren, hier zuvorderst die Einträge „Zuletzt-gesehen“, da diese Filme konsequenterweise nach und nach rezensiert worden sind. Alle, zumindest bis auf einen, denn dort ging mir siedend heiß auf, dass ich es anscheinend vollkommen versäumt hatte, The Fountain zu rezensieren.

Zurückzuführen ist dies für mich auf fehlgeleiteten Ordnungswahn, der mich dazu veranlasste, die DVD wieder in die bestehende Sammlung zu integrieren, so dass sie sang- und klanglos von meinem „Noch-zu-bloggen“-Stapel verschwand und in Vergessenheit geriet. Auch wenn es jetzt schon einige Wochen her ist, werde ich mich heute daran setzen, diese mir am Herzen liegende Rezension in adäquater Wise nachzuholen. Viel Spaß!

The Fountain

The Fountain, USA 2006, 96 Min.


Quelle: IMPawards.com

Regisseur:
Darren Aronofsky
Autor:
Darren Aronofsky

Main-Cast:
Hugh Jackman (Tomás / Tommy / Tom Creo)
Rachel Weisz (Isabel / Izzi Creo)
in weiteren Rollen:
Ellen Burstyn (Dr. Lillian Guzetti)

Genre:
Drama | Romantik | Science-Fiction | Fantasy

Trailer:

 

Inhalt:

Die Geschichte von The Fountain beginnt mit der des Konquistadors Tomás im Jahre 1500, dessen Königin Isabel es gefiele, den sagenumwobenen Jungbrunnen, die Essenz des Baum des Lebens zu besitzen, der sich Gerüchten zufolge in der Obhut der Maya befinde. Bei dieser Episode – wie wir später erfahren werden – handelt es sich um eine Geschichte, verfasst von Izzi Creo, 500 Jahre später, dessen Mann Tom fieberhaft an der Erforschung eines Heilmittels arbeitet, da Izzi an einem Hirntumor zu sterben droht. Hierbei soll ihm die Rinde eines Baumes aus dem guatemaltekischen Regenwald helfen, dem magische, heilende Kräfte zugeschrieben werden.

Izzi erliegt dem Tumor und schafft es nicht, die Geschichte zu vollenden, was Tom nun für sie übernehmen soll. In der Zukunft, genauer erneut 500 Jahre später, ist ein Reisender namens Tom in einer sphärischen Kugel mit einem Baum darin unterwegs zu dem sterbenden Stern Xibalbá, der dem Glaube der Maya nach die Brücke zum Jenseits ist, wo Tote wiederauferstehen können. Dort hofft er, die Essenz seiner Geliebten Izzi aus dem Baum zu befreien und endlich wieder mit ihr vereint zu sein.

Rezension:

Darren Aronofskys The Fountain ist weniger ein klassischer Spielfilm, denn mehr eine Ansammlung metaphorischer und philosophischer Ansätze zu der Frage nach dem ewigen Leben. Dass es ihm dabei gelingt, die Geschichten tatsächlich auf glaubhafte und sinnvolle Weise zu verknüpfen, ohne das irgendwo die Rede von Zeitreise oder Reinkarnation ist, ist ihm daher hoch anzurechnen. Letztlich handelt es sich natürlich bei den unterschiedlichen Figuren um Reinkarnationen aus unterschiedlichen Zeitaltern, doch lässt der Film dem Zuschauer, dem dies zu abstrus erscheint, auch problemlos die Lesart zu, dass es sich bei der Geschichte des spanischen Konquistadoren um eine rein fiktive Erzählung handelt, wohingegen der Tom der Gegenwart dem Tom der Zukunft entspricht, somit entweder das Geheimnis des ewigen Lebens nach dem Tod seiner Frau entschlüsselt zu haben scheint, oder alternativ frei fabuliert, um zumindest im Geiste seiner Frau die Reise zu Xibalbá, dem sterbenden Stern zu ermöglichen, so wie sie es sich gewünscht und er es ihr versprochen hat.

Diese Äußerungen erheben selbstredend keinen Anspruch auf Vollständigkeit und sollen lediglich darlegen, auf welch mannigfache Weise der Film verstanden und erlebt werden kann. Mit Hugh Jackman und Rachel Weisz hat sich Aronofsky auch der Hilfe zweier talentierter Schauspieler versichert, die ihren Figuren in jedem Zeitalter Glaubwürdigkeit und Eigenständigkeit verleihen, ohne die Kongruenz der Reinkarnationen zu konterkarieren. Zwar waren in frühen Phasen des Projekts auch Brad Pitt und Cate Blanchett für die Rollen angedacht gewesen, diese habe ich aber lieber gemeinsam in Der seltsame Fall des Benjamin Button gesehen.

The Fountain versteht es allein aufgrund der Macht seiner Bilder, den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen und bis zum Ende nicht mehr loszulassen. Manch einem mögen die esoterischen wie religiösen Ausflüge missfallen, mich haben sie weder gestört noch verärgert, wenngleich ich selbst auch nicht unbedingt der gläubigste Mensch bin, zumal ich auch diese Schilderungen und Bilder im Film mehr als Anregungen und Überlegungen verstanden habe und nicht als absolute Weisheiten.

Alles in allem ist und bleibt The Fountain für mich ein zutiefst bewegender Film, den ich mir beizeiten auch sicher noch ein weiteres Mal ansehen werde. Ein Film, der bei all den zukünftigen Visionen, den mythischen Erzählungen, den Ansätzen zum ewigen Leben, den verschiedenen Zeitaltern und unterschiedlichen Orten zum Trotz letztlich nichts anderes ist, als eine zutiefst ungewöhnliche und dadurch noch bewegender werdende Liebesgeschichte, die die Zeitalter und selbst den Tod überdauert.

Fazit & Wertung:

The Fountain ist ein Kunstfilm. Den einen mag er als esoterischer oder romantisierender Müll erscheinen, den anderen als episches, bewegendes Werk über die Endlichkeit des Lebens und die Unendlichkeit der Liebe.

9 von 10 missglückten Versuchen, das ewige Leben zu erlangen

The Fountain

  • Missglückte Versuche, das ewige Leben zu erlangen - 9/10
    9/10

Fazit & Wertung:

The Fountain ist ein Kunstfilm. Den einen mag er als esoterischer oder romantisierender Müll erscheinen, den anderen als episches, bewegendes Werk über die Endlichkeit des Lebens und die Unendlichkeit der Liebe.

9.0/10
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Meinungen aus der Blogosphäre:
ERGOThek: 4/5 DeLoreans

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