Review: The Informers (Film)

Hier also wie versprochen die heutige (Film-)Rezension. Einmal mehr zu einem Herzensprojekt, denn seit 2008 warte ich auf diesen Film, der es erst 2011 zu uns nach Deutschland geschafft hat (und mir dann eine ganze Weile zu teuer war). Aber wie heißt es so schön: Was lange währt wird endlich gut – und wirklich enttäuscht wurden meine Erwartungen auch nicht.

The Informers

The Informers, USA/DE 2008, 98 Min.

The Informers | © Universum Film
© Universum Film

Regisseur:
Gregor Jordan
Autoren:
Bret Easton Ellis
Nicholas Jarecki

Main-Cast:
Billy Bob Thornton (William Sloan)
Kim Basinger (Laura Sloan)
Winona Ryder (Cheryl Moore)
Mickey Rourke (Peter)
Jon Foster (Graham Sloan)
Amber Heard (Christie)
in weiteren Rollen:
Rhys Ifans (Roger)
Chris Isaak (Les Price)
Austin Nichols (Martin)
Lou Taylor Pucci (Tim)
Mel Raido (Bryan Metro)
Brad Renfro (Jack)

Genre:
Drama

Trailer:

 

Inhalt:

Los Angeles, die Achtziger: Graham Sloan ist mit seiner Freundin Christie auf einer Party, als einer ihrer Freunde bei einem Autounfall ums Leben kommt. Grahams Eltern leben getrennt voneinander, William Sloan jagt der Nachrichtensprecherin Cheryl Moore hinterher, seine Frau Laura ergibt sich ihrer Tablettensucht und dem Gigolo Martin, der seinerseits mit Graham und Christie befreundet ist. Während Graham nach einem tieferen Sinn im Leben sucht, begibt sich dessen Kollege Tim Price mit seinem verhassten Vater nach Hawaii, weil der Lebemann verzweifelt versucht, sich seinem Sohn wieder anzunähern. Zeitgleich kehrt Bryan Metro, gefeierter Star der Band „The Informers“ nach L. A. zurück und versucht Kontakt zu seinen Kindern aufzubauen, Drogeneskapaden und zahllose Groupies lassen ihn aber recht häufig vom Weg abkommen.

Vom Weg abgekommen ist auch Peter, der quasi hauptberuflich Kinder entführt, um diese gegen bares weiter zu veräußern. Für seinen neuesten Coup zieht er seinen Neffen Jack in die Sache hinein, der eigentlich Schauspieler werden wollte, nun als Portier arbeitet und mit der Situation mehr als überfordert ist.

Rezension:

The Informers ist die mittlerweile vierte Leinwandadaption eines Buches von Bret Easton Ellis, hierzulande als Die Informanten erschienen. Trotz extrem namhaftem Cast erfuhr der Film insbesondere hierzulande keinerlei Beachtung, da er schon an amerikanischen Kinoklassen floppte und dementsprechend bei uns direkt für das Heimkino ausgewertet worden ist. Dass der Film auf 2008 datiert und erst Anfang diesen Jahres veröffentlicht wurde, noch dazu ohne jegliche Extras, spricht eigentlich schon Bände. Dabei ist The Informers eigentlich so nah an der Vorlage wie sonst keine Verfilmung, was insbesondere damit zusammenhängen mag, dass Bret Easton Ellis auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnet, doch könnte dies auch das Problem der Verfilmung sein.

The Informers ist ein zutiefst zynisches Portrait einer Gesellschaft am Abgrund. Nihilismus um des Nihilismus wegen und nichts hat eine Bedeutung. Die Charaktere wie auch ihre Handlungen bleiben oberflächlich und unmotiviert, es fällt schwer, dem ganzen einen Sinn zu verleihen und letztlich ist das auch die Kernaussage des Films wie des Buchs. Lediglich der trockene, die Geschichte auflockernde Witz ist bei der Adaption auf der Strecke geblieben und das merkt man im Endergebnis manchmal schmerzlich, weil alles so dermaßen düster, hoffnungslos und verfahren ist, dass es manchem aufs Gemüt schlagen wird. Bezeichnend auch, dass – wie es bei Herrn Ellis üblich ist – keine der Figuren eine Katharsis erfährt, niemand wird gerettet und letztlich wendet sich auch nichts zum Guten, am Ende bleibt alles beim Alten und man ist so schlau wie zuvor.

Die geschickt miteinander verwobenen und verknüpften Episoden schildern in letzter Konsequenz ein unmerkliches Aufbäumen mehrerer Gestalten, die schon viel zu sehr in ihrer eigenen Welt gefangen sind, als dass ihnen ein Erfolg beschieden sein könnte. Mich persönlich sprechen sowohl die Thematik wie auch die Umsetzung an, bin aus diesem Grunde ein treuer Anhänger der Arbeiten Ellis‘ und somit auch dieses Films, der es wie kein anderer versteht, Ellis‘ Welt lebendig zu machen und mit Leben zu füllen. Das mag kein schönes Leben sein und die Episoden zutiefst deprimierend, zumal ihnen wie erwähnt der Humor abhandengekommen ist – dies übrigens zu Teilen dem Autorenstreik geschuldet, der es Herrn Ellis verbot das Set zu besuchen und somit die adäquate Umsetzung seines Skripts zu überwachen und gegebenenfalls zu korrigieren – , aber es ist ein eindrückliches Bild einer verlorenen Generation, ein Abgesang auf Hedonismus, Opportunismus und Egoismus.

Mag man also von The Informers halten was man möchte – und ich räume ein, dass er hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt – kann man nichtsdestotrotz festhalten, dass insbesondere Freunde seiner literarischen Ergüsse ihre Freude daran haben werden. Wer hingegen damit schon nichts anzufangen weiß, sich bei Filmen ein abschließendes und auflösendes Ende wünscht, gerne mitverfolgen möchte, wie sich Figuren zum besseren wandeln und ihr Glück finden, wer der dargestellten Gesellschaft, lediglich bestehend aus Sex, Drogen und Gewalt nichts abzugewinnen weiß oder von ihr angewidert ist, der, ja der sollte sich tunlichst für einen anderen Film entscheiden.

Fazit & Wertung:

The Informers bietet einen abgründigen Blick auf die Achtziger Jahre und ist von der Werktreue die womöglich beste Ellis-Verfilmung, bei der sich zudem zahlreiche hochkarätige Stars nebst ambitionierten Jungdarstellern die Klinke in die Hand geben.

8 von 10 Verlorenen

The Informers

  • Verlorene - 8/10
    8/10

Fazit & Wertung:

The Informers bietet einen abgründigen Blick auf die Achtziger Jahre und ist von der Werktreue die womöglich beste Ellis-Verfilmung, bei der sich zudem zahlreiche hochkarätige Stars nebst ambitionierten Jungdarstellern die Klinke in die Hand geben.

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