Review: Feuertaufe | Andrzej Sapkowski (Buch)

Auch wenn ich selbst kaum noch damit gerechnet hätte, habe ich es jüngst geschafft, einen weiteren Teil einer vor längerer Zeit hier begonnenen Reihe zu beenden und komme so heute in den Genuss, euch Kapitel drei der Hexer-Saga präsentieren zu können, auf der im Übrigen zwei höchst erfolgreiche Computerspiele fußen.

Feuertaufe

Chrzest ognia, PO 1996, 428 Seiten


© dtv

Autor:
Andrzej Sapkowski

Verlag (D):
Deutscher Taschenbuch Verlag
ISBN:
978-3-423-24755-9

Genre:
Fantasy | Action

 

Inhalt:

Nach den Ereignissen in Die Zeit der Verachtung erholt sich Geralt von Riva im Brokilon nur langsam von seinen Verletzungen. Noch nicht genesen macht er sich auch schon auf die Suche nach der verschollenen Ciri und wie die meisten wähnt er sie in der Gewalt Emhyr var Emreis, dem Kaiser von Nilfgaard. Zusammen mit Milva macht sich Geralt auf in den Süden, während Ciri sich jedoch ganz woanders befindet. Als wäre das aber nicht genug, ist eine geheime Zauberinnenloge im Entstehen begriffen und ist ebenso verzweifelt auf der Suche nach Ciri, der Tochter Cintras.

Rezension:

Da es sich hier nunmehr um den bereits dritten Teil der Saga handelt, empfiehlt es sich natürlich, die Vorgänger Das Erbe der Elfen und Die Zeit der Verachtung gelesen zu haben.

Auch Feuertaufe ist klassische Dark-Fantasy, die auf eine erwachsene, anspruchsvolle Zielgruppe geeicht ist. Die in den vorangegangenen Werken abgeschlossene Exposition bewirkt, dass die Geschichte nun wirklich in Gang kommt und man merkt deutlich, dass die Weichen für den weiteren Verlauf gestellt sind. Durch diesen Umstand kommt der dritte Teil auch mit einer neu gewonnenen Leichtigkeit daher, denn endlich liegt das Augenmerk wieder auf dem namensgebenden Hexer und seinen Gefährten. Über weite Teile folgt man fast ununterbrochen den Geschicken Geralts, lediglich unterbrochen von kurzen Traumsequenzen, in denen erörtert wird, wie es Ciri derweil ergeht.

Diese Einfachheit der Erzählweise besticht, denn wirkten die beiden ersten Teile zuweilen etwas kopflos und verzettelten sich ob der unterschiedlichen Handlungsstränge, glänzt Feuertaufe mit einer klaren Struktur und schafft es trotzdem, die Geschichte spannend zu halten. Aber ähnlich wie in Die Zeit der Verachtung wird nach gut der Hälfte der Geschichte die starre Erzählstruktur aufgebrochen und der Leser kommt in den Genuss neuer und unerwarteter Entwicklungen und Erkenntnisse.

Auch der Humor kommt einmal mehr nicht zu kurz, tritt zuvorderst in Form des vorlauten Barden Rittersporn auf, versteckt sich aber auch manchmal in den sozialen Grabenkämpfen der ungleichen Weggefährten des Hexers. Zudem begeistert der Auftritt des Zwerges Zoltan Chivay, der eine extrem ambivalente und undurchschaubare Figur im Hexer-Kosmos verkörpert. Der Schreibstil selbst besitzt einen klaren Wiedererkennungswert und ist auf gleichbleibend hohem Niveau, so dass die Grenzlande zwischen Temerien und Nilfgaard lebendiger denn je werden.

Sapkowski gelingt es auch, den politischen Ränkeschmiedereien genügend Raum einzuräumen, zeigt diese aber mehr denn je an den Auswirkungen auf das Volk der beiden Länder, verquickt sie also geschickt mit der sich entwickelnden Geschichte, anstatt unbekannte Gestalten fernab von allem Diskurse über diese oder jene Entscheidung führen zu lassen. Betrachtet man das Gesamtpaket, geht der Autor mit Feuertaufe einen höchst erfreulichen Weg, denn er betont die etablierten Stärken, verzichtet auf störendes und verwirrendes Beiwerk, verflicht die einzelnen Erzählstränge noch mehr miteinander und lässt langsam aber sicher erahnen, zu welch epischen Ausmaßen die fünfteilige Reihe noch anzuwachsen imstande sein wird.

Fazit & Wertung:

Feuertaufe beschreitet keine neuen Wege, baut aber gekonnt etablierte Stärken aus und rückt das Hauptaugenmerk zurecht, so dass Geralts Odyssee sich packender denn je präsentiert.

8 von 10 lang erschlagenen Ungeheuern

Feuertaufe

  • Lang erschlagene Ungeheuer - 8/10
    8/10

Fazit & Wertung:

Feuertaufe beschreitet keine neuen Wege, baut aber gekonnt etablierte Stärken aus und rückt das Hauptaugenmerk zurecht, so dass Geralts Odyssee sich packender denn je präsentiert.

8.0/10
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Weitere Details zum Buch und dem Autor findet ihr auf der Seite des dtv. Dort findet sich übrigens auch eine Leseprobe.

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Die Vorgeschichte:

Der letzte Wunsch
Das Schwert der Vorsehung

Die Hexer-Saga:

1. Das Erbe der Elfen
2. Die Zeit der Verachtung
3. Feuertaufe
4. Der Schwalbenturm
5. Die Dame vom See

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Als besonderer Service hier noch der Link zu den Büchern der Hexer-Saga – inklusive Feuertaufe – bei Amazon:


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