Review: R.E.D. – Älter. Härter. Besser. (Film)

Heute gibt es, nach gefühlter monatelanger Abstinenz, endlich auch mal wieder eine Rezension von meiner Seite. Da ich sicher ein wenig aus der Übung bin habt bitte Nachsicht, wenn diese etwas kürzer ausfällt als gewohnt oder in ihrer Formulierung holpriger daherkommt. Aber warten wir erst einmal ab, wie eingerostet meine Schreibfähigkeiten über die Weihnachtstage wirklich geworden sind.

R.E.D. – Älter. Härter. Besser.

RED, USA 2010, 111 Min.

R.E.D. - Älter. Härter. Besser.
Quelle: IMPawards.com

Regisseur:
Robert Schwentke
Autor:
Jon & Erich Hoeber

Main-Cast:
Bruce Willis (Frank Moses)
Morgan Freeman (Joe Matheson)
John Malkovich (Marvin Boggs)
Mary-Louise Parker (Sarah Ross)
Helen Mirren (Victoria)
in weiteren Rollen:
Karl Urban (William Cooper)
Brian Cox (Ivan Simanov)
Julian McMahon (Robert Stanton)
Richard Dreyfuss (Alexander Dunning)

Genre:
Action | Komödie

Trailer:

 

Inhalt:

Frank Moses ist im Ruhestand und führt ein beschauliches Leben. Da gehört es noch zu seinen spannendsten Tätigkeiten, mit seiner Rentensachbearbeiterin Sarah Ross zu telefonieren unter dem Vorwand, sein Scheck sei mal wieder auf dem Postweg verloren gegangen. Diese zarten Flirts finden allerdings ein jähes Ende, als ein Tötungskommando unbekannter Herkunft Moses‘ Haus aufsucht und zu Kleinholz schießt. Kurzerhand flüchtet dieser zu Sarah und nimmt sie mit auf eine Reise, während der er sein altes Team ehemaliger CIA-Agenten reaktiviert, um mit diesen gemeinsam herauszufinden, wer und warum es auf sie abgesehen haben könnte.

Rezension:

Bei R.E.D. handelt es sich – wie sollte es anders sein – einmal mehr um eine Comic-Adaption, in diesem Fall der Graphic Novel von Warren Ellis und Cully Hamner. Entgegen anderer Verfilmungen bekannterer Comics wurde hier nicht wirklich exzessiv mit diesem Umstand geworben, aber wie es scheint, hat hier die Umsetzung auch nicht mehr allzu viel mit der Vorlage gemein. Das heißt konkret, dass in der Vorlage recht ernste, düstere Töne angeschlagen werden, die Umsetzung hingegen in weiten Teilen extrem überdreht und luftig-locker-leicht daherkommt, dass die wenigen ernsten Momente kaum mehr zum Rest passen möchten.

Gesetz den Fall, dass R.E.D. nichts weiter sein will, als ein unterhaltsamer und fern jeglicher Logik angesiedelter Actionreißer voll skurriler Szenen und dummer Sprüche, macht der Film und somit sein Regisseur Robert Schwentke alles richtig. Allerdings kann man sich nie sicher sein, ob das wirklich Ziel der Rezeptur gewesen sein soll, denn dafür gibt es doch zu viele ernste Untertöne und tragische Geschehnisse, deren Wirkung sich aber zu keiner Zeit entfalten können, zu abrupt vollzieht sich der Wechsel von lockerer Slapstick zu bitterem Ernst.

Um den Film auf eine simple Rezeptur runter zu brechen, kann man grob von zwei richtungsweisenden und schwerwiegenden Faktoren sprechen, die R.E.D. einerseits positiv, andererseits negativ beeinflussen. Faktor 1 ist natürlich der extrem vielversprechende und durchgängig gut aufgelegte Cast, dem man den Spaß und die Freude an der teils selbstironischen Darstellung in jeder Szene anmerkt. Das allein würde den Film zu einem kurzweiligen und sympathischen Erlebnis machen.

Allerdings kommt hier das Drehbuch ins Spiel, was wie erwähnt versucht, auch immer wieder ernstere Töne anzuschlagen und gnadenlos scheitert. Viel schlimmer sind aber die vielen verschiedenen Handlungsstränge und immer häufiger werdenden Plot-Twists, die irgendwann einfach nicht mehr überraschen, sondern nur noch nervig sind. Auch ist das vielgerühmte und im Trailer so dargestellte Agenten-Vierergespann in wirklich keiner Weise ausgewogen berücksichtigt, was die Ausgestaltung der Rolle und somit auch Screen-Time angeht, ohne hier jedoch zu viel verraten zu wollen. Dies ist natürlich umso ärgerlicher, da R.E.D. in seinen leichtfüßigeren und sich selbst nicht so ernst nehmenden Momenten restlos überzeugt.

Fazit & Wertung:

Trotz des teils verqueren Drehbuchs und der gescheiterten Ambitionen betrachte ich R.E.D. als klassische Action-Komödie und möchte sie demnach (wenn auch mit Abstrichen) nach den Maßstäben bewerten, die ich an solcherlei Filme habe. Durch die grandios aufspielenden Darsteller funktioniert der Film nämlich letztlich und ohne weiteren Anspruch als Popkorn-Kino ausnehmend gut.

7,5 von 10 gnadenlos überzogenen Action-Einlagen

R.E.D.

  • Gnadenlos überzogene Action-Einlagen - 7.5/10
    7.5/10

Fazit & Wertung:

Trotz des teils verqueren Drehbuchs und der gescheiterten Ambitionen betrachte ich R.E.D. als klassische Action-Komödie und möchte sie demnach (wenn auch mit Abstrichen) nach den Maßstäben bewerten, die ich an solcherlei Filme habe. Durch die grandios aufspielenden Darsteller funktioniert der Film nämlich letztlich und ohne weiteren Anspruch als Popkorn-Kino ausnehmend gut.

7.5/10
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Meinungen aus der Blogosphäre:
Filmherum: 1,5/5 Punkte
Tonight is gonna be a large one.: 6/10 Punkte

Als besonderer Service hier noch der Link zur DVD/Blu-ray von R.E.D. bei Amazon:

DVD:

Blu-ray:

  • genauso habe ich es auch gesehen. Ohne die Darsteller wäre der Film wohl nur einer von vielen. Aber durch so brillant aufspielende Schauspieler ist das dann doch noch ein wirklich sehenswerter Streifen

    • Eben, kein Must-See, aber halt doch wirklich unterhaltsam.

  • Es gibt so viele Filme die nur von Darstellern leben (z.b. Gott des Gemetzels) aber RED ist einer davon und das reicht mir. Allein John Malkovich und Helen Mirren hätten gereicht damit ich mir den Film gekauft hätte.

    Es wird Zeit für das Schwein 😀

  • bullion

    Du hast meine Kritik ja gelesen und weißt daher, dass der Film bei mir deutlich schlechter wegkommt. Inzwischen kann ich mich sogar an keine einzige Szene mehr erinnern. Kein gutes Zeichen.

  • Ohje, das ist tatsächlich kein gutes Zeichen. Bei mir ist es auch schon Wochen her, dass ich ihn gesehen habe, ich kann mich jedoch noch recht lebhaft an so manche Szene erinnern (ja, das Schwein!) – jedoch kaum noch an die Geschichte… wie gesagt, die Darsteller hauen es für mich raus.

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