Review: The Bang Bang Club (Film)

Nachdem es in der vergangenen Woche vergleichsweise ruhig geblieben ist im Medienjournal melde ich mich doch zumindest heute wieder zu gewohnter Zeit und mit neuem Lesestoff im Gepäck zurück.

The Bang Bang Club

The Bang Bang Club, CA/ZA 2010, 106 Min.

The Bang Bang Club | © Senator/Universum Film
© Senator/Universum Film

Regisseur:
Steven Silver
Autor:
Steven Silver

Main-Cast:
Ryan Phillippe (Greg Marinovich)
Malin Akerman (Robin Comley)
Taylor Kitsch (Kevin Carter)
in weiteren Rollen:
Neels Van Jaarsveld (João Silva)
Frank Rautenbach (Ken Oosterbroek)

Genre:
Drama

Trailer:

 

Inhalt:

Es sind die neunziger Jahre und Greg Marinovich trifft in Südafrika ein, wo er versucht, bei der renommierten Zeitschrift The Star einen Job zu ergattern. Dort trifft er auf die Fotografen Kevin Carter, Ken Oosterbroek und João Silva. Schnell findet er Anschluss bei der umtriebigen Truppe und gemeinsam beeindrucken sie mit ihren eindrücklichen Fotos aus einem Land im Umbruch, die der Rest der Welt in dieser Form noch nie gesehen hat. So dokumentiert die Gruppe junger Fotografen, die schon bald als Bang Bang Club Bekanntheit erlangen sollen, die ersten demokratischen Wahlen 1994 halten den Schrecken und die Gewalt dieser Tage fest. Doch wie weit darf man für ein gutes Foto gehen?

Rezension:

The Bang Bang Club ist das Regiedebüt des renommierten Dokumentarfilmers Steven Silver und fußt auf den realen Ereignissen und Erlebnissen des Bang Bang Club. Durch Zufall erfuhr Silver sowohl von den Fotografen, als auch von dem geplanten Buch, das kurz vor der Veröffentlichung stand. Alsbald sicherte er sich die Rechte an dem Stoff und traf sich mit Greg Marinovich und João Silva, den Autoren des Buches. Man merkt dem Film auch deutlich an, dass diese über weite Strecken an der Umsetzung des Filmes beteiligt waren, denn viele kleine Anekdoten, Fachsimpeleien und Spleens der einzelnen Figuren scheinen direkt der Erinnerung der beiden entlehnt worden zu sein.

Man merkt aber leider ebenso deutlich, dass Silver mehr der Dokumentarfilmer denn Spielfilmregisseur ist, denn allzu typisch sind manche Aufnahmen und Einstellungen und ebenso oberflächlich bleiben die Charaktere die meiste Zeit, so dass sich eine emotionale Verbundenheit nur schwerlich einstellt. Vielmehr wachsen einem die Figuren aufgrund der erwähnten Eigenheiten ans Herz; man merkt, dass es sich um real existierende Personen gehandelt hat. Dies, ebenso wie das Wissen darum, dass letztlich alles im Film gezeigte so oder so ähnlich tatsächlich und vor gar nicht allzu langer Zeit wirklich passiert ist, machen The Bang Bang Club zu einem nichtsdestotrotz packenden und lohnenswerten Film.

Der Film krankt letztlich einfach daran, dass er sich nicht entscheiden kann, was er denn jetzt sein möchte, denn für einen Dokumentarfilm bietet er viel zu wenige Hintergrundinfos und geschichtliche Eckdaten, für einen Spielfilm hingegen ist eben die Charakterentwicklung zu schwach ausgeprägt und die Dramaturgie zu rudimentär. Mir persönlich haben diese Mankos nicht sonderlich zu schaffen gemacht, aber manchem Zuschauer könnte dies vor den Kopf stoßen, insbesondere wenn er nicht davon weiß, dass The Bang Bang Club reale Geschehnisse aufgreift und umsetzt.

Zu der emotionalen Unzugänglichkeit gesellt sich eine unklare Erzählerstruktur, denn anfangs mutet es an, als würden die Geschehnisse aus Sicht (des verstorbenen) Kevin Carter berichtet werden, der eingangs interviewt wird, dann jedoch ist es mehr Gregs Sichtweise, der wir im Laufe des Films folgen. Doch wo The Bang Bang Club aus erzählerischer Sicht versagt, punktet er umso mehr mit eindrucksvoll fotografierten Bildern und interessanten, für einen Spielfilm untypischen Einstellungen sowie der Reminiszenz an zahlreiche bekannte Bilder des Bang Bang Club, die in ihrer Intensität wirklich zu Herzen gehen und deren Entstehung hier glaubhaft geschildert wird. Wer sich also – trotz des dürftigen geschichtlichen Hintergrunds – einmal mit einem ernsteren Thema auseinandersetzen möchte und eine in den Köpfen vieler vergessene Geschichte erzählt bekommen möchte, der ist mit Silvers Adaption von The Bang Bang Club: Snapshots from a Hidden War bestens beraten.

Fazit & Wertung:

The Bang Bang Club macht vieles falsch, berührt dafür aber durch den schieren Fatalismus der Realität, dem sich die Filmschaffenden beugen müssen und beweist so eindrucksvoll, dass das Leben oftmals die interessantesten Geschichten schreibt.

8 von 10 ausgezeichneten, zeitgeschichtlichen Fotografien

The Bang Bang Club

  • Ausgezeichnete, zeitgeschichtliche Fotografien - 8/10
    8/10

Fazit & Wertung:

The Bang Bang Club macht vieles falsch, berührt dafür aber durch den schieren Fatalismus der Realität, dem sich die Filmschaffenden beugen müssen und beweist so eindrucksvoll, dass das Leben oftmals die interessantesten Geschichten schreibt.

8.0/10
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The Bang Bang Club ist am 09.12.11 auf DVD und Blu-ray bei Senator im Vertrieb von Universum Film erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

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