Review: Corpse Bride (Film)

Verdammt ist das schon wieder spät – dabei hätte ich gerne noch mehr geschafft heute! Aber was nicht ist, ist nicht – und der Abend wird auch sicherlich so noch lang genug. Ach ja, viel Spaß beim Lesen!

Corpse Bride

Corpse Bride, UK/USA 2005, 77 Min.

Corpse Bride
Quelle: IMPawards.com

Regisseure:
Tim Burton
Mike Johnson
Autoren:
John August
Caroline Thompson
Pamela Pettler

Main-Cast:
Johnny Depp (Victor Van Dort [Stimme])
Helena Bonham Carter (Corpse Bride [Stimme])
in weiteren Rollen:
Emily Watson (Victoria Everglot [Stimme])
Christopher Lee (Pastor Galswells [Stimme])

Genre:
Animation | Fantasy | Musical

Trailer:

 

Inhalt:

Victor ist der etwas tollpatschige, schüchterne Sohn eines Fischhändlers und seiner Frau. Seine Eltern haben es arrangiert, dass er mit Victoria verheiratet werden soll, ihrerseits Tochter von Aristokraten. Die einander Versprochenen treffen sich erst am Tag vor der Hochzeit, doch einiges geht mehr als schief bei der Probe und Victor wird von dem wütenden Pastor hinausgejagt. Victor flüchtet in den Wald und dort, während er verzweifelt sein Hochzeitsgelübde übt, fühlt sich eine Leichenbraut von seinen Worten angesprochen und verschleppt ihn kurzerhand in die Welt der Toten, wo sie mit ihrem neuen Ehemann nun glücklich zu „leben“ gedenkt.

Rezension:

Zunächst einmal vorweg: Bei Corpse Bride handelt es sich um einen typischen Tim Burton-Film und wer mit dessen Werken nichts anzufangen weiß oder – Gott bewahre – seine Stammbelegschaft Johnny Depp und Helena Bonham Carter nicht zu schätzen weiß, der wird auch an diesem Film sicherlich keinen Gefallen finden, weil er alle typischen Wesensmerkmale eines typischen Burton in sich vereint. Wer hingegen schon Nightmare before Christmas mochte, wird aller Voraussicht nach auch hieran Gefallen finden, denn tatsächlich tun sich hier einige mehr oder weniger deutliche Parallelen auf, wenn sich diese auch darauf beschränken, dass es sich um Stop-Motion-Filme handelt, das Setting gewohnt skurril und düster wirkt, zu mehreren Anlässen gesungen wird und natürlich, dass der Knochenhund in Corpse Bride mindestens so süß ist wie das Geisterhündchen aus Nightmare before Christmas.

Davon ab liefern Burton, Depp und Bonham Carter ein überzeugendes Märchen voller Absurditäten ab, dem zu keinem Zeitpunkt der Drive ausgeht, was aber auch an der recht überschaubaren Laufzeit liegt. Einerseits behält Corpse Bride so sein Tempo bei, andererseits wirken manche Dinge übereilt abgehandelt oder werden schlicht im weiteren Verlauf der Geschichte nicht mehr aufgegriffen, die sich auch wirklich beinahe ausschließlich den beiden Hauptfiguren Victor Van Dort und der namensgebenden Corpse Bride widmet, also alles andere zur Randnotiz verkommen lässt. Das ist etwas schade, weil man gerne mehr erfahren hätte aus Burtons Version des Totenreichs. Hier wäre mehr mehr gewesen und hätte die Geschichte noch stimmiger wirken lassen.

Auch tun sich dem aufmerksamen Zuschauer ein bis zwei nicht wirklich störende, aber ärgerliche Logiklücken auf, die hätten vermieden werden können, zumal die Geschichte im Grunde nicht sonderlich verzwickt oder anspruchsvoll wäre, sondern vielmehr stringent und in Teilen auch vorhersehbar ist. Davon ab ist der Film aber durch und durch liebevoll designt und strotzt – wie man es gewohnt ist – vor Detailverliebtheit. Kürzlich las ich noch irgendwo, dass vermutlich viele Burton-Fans seine Filme nicht der Geschichten, sondern der Optik wegen lieben und dem kann ich unumwunden zustimmen. Denn alles was Corpse Bride dramaturgisch versäumt, macht er wieder wett mit den verzaubernden Bilderwelten und den wahrhaft überzeugenden Gesangseinlagen.

Tim Burton versteht sein Handwerk und auch wenn man bei Corpse Bride manchmal das Gefühl hat, er habe bei sich selbst geklaut, auch wenn man meint, dass manche Geschehnisse konsequenter und glaubwürdiger hätten inszeniert werden können, muss man sich doch auch vor Augen halten, dass man während des Films eine Menge Spaß hat und die Magie zu wirken beginnt. Corpse Bride kommt zwar nicht an die großen Würfe heran, unterhält und berührt aber und reiht sich somit nahtlos in eine Liste fast ausnahmslos guter Filme ein, für die Burton, Depp und Bonham Carter verantwortlich zeichnen.

Fazit & Wertung:

Corpse Bride ist ein kleiner, liebevoll gemachter Film, dem ein paar eigene Ansätze gut getan hätten und der sich einmal zu oft im filmischen Portfolio seines Machers bedient, um noch als außergewöhnlich bezeichnet werden zu können.

7 von 10 tanzenden Toten

Corpse Bride

  • Tanzende Tote - 7/10
    7/10

Fazit & Wertung:

Corpse Bride ist ein kleiner, liebevoll gemachter Film, dem ein paar eigene Ansätze gut getan hätten und der sich einmal zu oft im filmischen Portfolio seines Machers bedient, um noch als außergewöhnlich bezeichnet werden zu können.

7.0/10
Leser-Wertung 0/10 (0 Stimmen)
Sende

Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

Blu-ray:

%d Bloggern gefällt das: