Review: Von der Kunst, sich durchzumogeln (Film)

So sollte es heute Abend wieder etwas später werden mit meiner Rezension, was nicht zuletzt daran lag, dass ich damit beschäftigt war, mein neues Kommentarsystem von Disqus einzurichten, welches ihr am Ende des Artikels bestaunen dürft. Regelrecht unzufrieden war ich zwar mit Intense Debate nicht, doch entsprach es auch nicht hundertprozentig meinen Vorstellungen und lief meines Erachtens zu konträr zum restlichen Blog-Layout – wobei ich mir aber auch keine Abhilfe zu schaffen wusste. Nach diesem technischen Vorgeplänkel wollen wir aber direkt loslegen und in gewohnter Manier wünsche ich euch wie immer viel Spaß!

Von der Kunst, sich durchzumogeln

The Art of Getting By, USA 2011, 83 Min.

Von der Kunst, sich durchzumogeln | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Regisseur:
Gavin Wiesen
Autor:
Gavin Wiesen

Main-Cast:
Freddie Highmore (George Zinavoy)
Emma Roberts (Sally Howe)
in weiteren Rollen:
Michael Angarano (Dustin)
Elizabeth Reaser (Charlotte Howe)
Sam Robards (Jack Sargent)
Rita Wilson (Vivian Sargent)
Blair Underwood (Rektor Martinson)

Genre:
Drama | Romantik

Trailer:

 

Inhalt:

George ist jung und gescheit, kreativ und begabt. Davon weiß aber im Grunde niemand etwas, denn George vertritt die fatalistische Einstellung, dass der Tod unausweichlich und somit jegliches Streben im Leben obsolet ist. Daher kapselt er sich ab und hat über die Jahre die Kunst perfektioniert, sich in der Schule durchzumogeln und das, ohne Anstrengungen zu unternehmen oder Kontakte zu knüpfen. Das ändert sich allerdings, als er Sally kennenlernt, die ihn zwar zunächst für höchst seltsam hält, aber auch nach und nach aus seinem Versteck zu locken versteht.

Dann lernt George auch noch den jungen Künstler Dustin kennen, von dessen Lebensart er zutiefst fasziniert ist, doch als wäre das der Aufregung nicht genug, beginnt nun kurz vor der Zielgerade seine schulische Teilnahmslosigkeit ihm nach und nach das Genick zu brechen.

Rezension:

Von der Kunst, sich durchzumogeln ist wieder einmal einer dieser kleinen, feinen Filme, die komplett an der Allgemeinheit vorbeischlittern und kaum Beachtung finden. Ich will nicht so weit gehen zu behaupten, dass es sich um ein verkanntes Meisterwerk handelt, aber doch um ein intimes, filmisches Kleinod, das einfach Spaß macht. Letztlich handelt es sich zwar um eine typische Coming-of-Age-Geschichte ohne größere Höhen und Tiefen, doch steht ihm das außerordentlich gut zu Gesicht.

Es macht einfach Spaß, George und Sally bei ihren Streifzügen zu begleiten und ihren intellektuellen existenzialistischen Diskursen zu lauschen, während beide der Meinung sind, die Weisheit mit Löffeln gefressen und die Welt schon längst durchschaut zu haben, ganz so, wie man vielleicht selbst einmal argumentiert hätte. Georges Lebenseinstellung hat dabei Hand und Fuß, wird nie der Lächerlichkeit preisgegeben, ebenso wie die ganze Geschichte Von der Kunst, sich durchzumogeln mit einer guten Spur Einfühlungsvermögen und mit viel Drive und leisem Witz erzählt wird.

Einzig der Umstand, dass es keine dramatischen Höhepunkte zu geben scheint und sich die Ereignisse mehr aneinanderreihen denn ineinanderfügen führt zu Abstrichen in der B-Note. Denn wirklich große Gefühle sucht man hier vergebens, auch wenn sie immer wieder angedeutet werden und das Potential sicherlich vorhanden gewesen wäre. Genauso unaufgeregt wie der Film daherkommt, sind auch die soliden, aber keinesfalls herausragenden schauspielerischen Leistungen der Jungtalente. Zudem ist Von der Kunst, sich durchzumogeln reichlich kurz, was zwar dem Tempo zugutekommt, den Zuschauer aber auch mit dem Gefühl zurücklässt, dass sich der Facettenreichtum der Story nur noch hätte entfalten müssen, um wirklich gefallen zu können.

Gavin Wiesen hat mit seinem Debüt also zuvorderst einen leichtfüßigen und schnelllebigen Frühlingsfilm geschaffen, ein unterhaltsames und glücklich machendes Werk, das aber gerade zum Ende hin an Tiefe vermissen lässt und sich dann auch noch schadlos an der Klischee-Kiste hält, um dem Publikum doch eins der mitunter bestmöglichen Ende für George mit auf den Weg geben zu können. Ganz großes Glück für seinen Erstling Von der Kunst, sich durchzumogeln, dass er so viel Spaß macht und so dermaßen sympathisch ist, dass man ihm – trotz seiner teils offensichtlichen Unzulänglichkeiten – einfach keine wirklich schlechte Wertung geben kann, denn dafür ist er einfach zu schön.

Fazit & Wertung:

Von der Kunst, sich durchzumogeln ist weit entfernt von großem Kino und großen Gefühlen, erzählt aber auf einfühlsame Weise die Geschichte eines Jungen, der auf ein Mädchen trifft und zugleich noch seine eigenen Probleme zu meistern versucht. Klassisch und gut.

8 von 10 Diskussionen über Existenzialismus und den Sinn des Lebens

Von der Kunst, sich durchzumogeln

  • Diskussionen über Existenzialismus und den Sinn des Lebens - 8/10
    8/10

Fazit & Wertung:

Von der Kunst, sich durchzumogeln ist weit entfernt von großem Kino und großen Gefühlen, erzählt aber auf einfühlsame Weise die Geschichte eines Jungen, der auf ein Mädchen trifft und zugleich noch seine eigenen Probleme zu meistern versucht. Klassisch und gut.

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