Review: Game of Thrones | Staffel 1 (Serie)

Tja, jetzt hat es doch über einen Monat gedauert, bis ich dazu gekommen bin, die erste Staffel zu rezensieren, aber immerhin ist es jetzt endlich soweit. Obschon es mir im Grunde missfällt, hierfür wiederum andere Serien-Reviews hintenanzustellen, war es mir doch ein Anliegen, dieser Serie nun den Vorzug zu geben, insbesondere auch, um zumindest den Hauch von Aktualität zu wahren, da sich die Ausstrahlung ja schon in der zweiten Hälfte der darauffolgenden Staffel befindet. Aber gut, wollen wir nicht weiter themenfremd daher schwafeln, schwafeln wir lieber über das, worum es hier gehen soll und zwar:

Game of Thrones
Staffel 1

Game of Thrones, USA 2011-, ca. 60 Min. je Folge


Quelle: IMPawards.com

Serienschöpfer:
David Benioff
D.B. Weiss
Showrunner:
David Benioff
D.B. Weiss

Main-Cast:
Sean Bean (Eddard Stark)
Michelle Fairley (Catelyn Stark)
Mark Addy (Robert Baratheon)
Lena Headey (Cersei Lannister)
Nikolaj Coster-Waldau (Jaime Lannister)
Peter Dinklage (Tyrion Lannister)
Emilia Clarke (Daenerys Targaryen)
Harry Lloyd (Viserys Targaryen)
Iain Glen (Ser Jorah Mormont)
Kit Harington (Jon Snow)
Sophie Turner (Sansa Stark)
Maisie Williams (Arya Stark)
Richard Madden (Robb Stark)
Alfie Allen (Theon Greyjoy)
Isaac Hempstead Wright (Bran Stark)
Jack Gleeson (Joffrey Baratheon)
Jason Momoa (Khal Drogo)
in weiteren Rollen:
Aidan Gillen (Petyr ‚Littlefinger‘ Baelish)
Conleth Hill (Lord Varys)
Sibel Kekilli (Shae)
Charles Dance (Tywin Lannister)
Rory McCann (Sandor Clegane)
Jerome Flynn (Bronn)
Roxanne McKee (Doreah)

Genre:
Drama | Fantasy

Trailer:

 

Inhalt:

Hoch im Norden, in Winterfell, wacht Lord Eddard Stark über die kargen Gefilde. Während dieser noch nichts ahnt von den politischen Umwälzungen der folgenden Monate, stirbt weit im Süden, in Königsmund, Jon Arryn, die Hand des Königs Robert Baratheon, einem alten Freund von Eddard, der sich auch prompt nebst Hofstaat und Gemahlin Cercei Lannister gen Norden aufmacht. Noch weiter nördlich, an der großen Mauer, werden das erste Mal nach Jahrhunderten weiße Wanderer gesichtet, doch dem einzigen Überlebenden der Begegnung mag niemand so recht Glauben schenken, auch nicht Lord Stark, der das Todesurteil vollstreckt, was einen Deserteur der Nachtwache erwartet. In Essos, genauer Pentos, hinter der Meerenge, plant Viserys Targaryen die Rückgewinnung des eisernen Thrones mithilfe seiner Schwester Daenerys, aber vor allem der Hilfe des großen Khal Drogo.

Doch dies sind nur die wichtigsten Eckdaten in einer Zeit der Umwälzung, in der der uralte Machtkampf der Adelshäuser erneut zu entbrennen droht und bei der jede noch so unscheinbar wirkende Partei ihre Trümpfe zu nutzen wissen wird, denn dies markiert den Beginn, nur den Anfang des Game of Thrones.

Rezension:

Die Ursprünge:

Es war 1996, da sich der als Autor wie auch Drehbuchautor etablierte George R. R. Martin einmal mehr dem Schreiben widmete und den ersten Band seiner damals als Trilogie angelegten Geschichte Das Lied von Eis und Feuer veröffentlichte. Dieser trug den Titel Game of Thrones und wurde schnell ein Synonym für die gesamte Reihe, so dass nun auch die vorliegende Serie konsequenterweise nach diesem ersten Band benannt worden ist. In Zweijahresabständen erschienen nicht nur zwei Folgebände, sondern es stellte sich auch heraus, dass drei Bücher beileibe nicht ausreichen würden, um die Geschichte wahrhaft epischen Ausmaßes zu erzählen, so dass die geplante Länge erst auf sechs und später auf sieben Bände erhöht wurde. Während die Fangemeinde – auch außerhalb der USA – wuchs und wuchs, mussten sich die Fans nach Erscheinen des dritten Bandes aber ganze fünf Jahre gedulden, bis die Saga endlich fortgesetzt wurde. Bis zum fünften Band sollte es noch länger dauern, so dass dieser erst im vergangenen Jahr erschien und jüngst auch in deutscher Sprache. Unabhängig davon, dass das Epos nach gut sechszehn Jahren immer noch nicht abgeschlossen ist, sicherte sich der Kabelsender HBO 2007 in weiser Voraussicht die Rechte für die Verfilmung des Stoffes, obschon dieser sämtliche Grenzen des Genres zu sprengen drohte, was das schiere Ausmaß an Charakteren, Handlungssträngen und noch zu offenbarender Geheimnisse anbelangt.

Die Macher:

Meiner Meinung nach war es Martins größtes Glück, dass sich einerseits HBO, andererseits David Benioff und D. B. Weiss im Speziellen dieses Projektes angenommen haben, denn ich wage zu bezweifeln, dass ein anderer Sender oder andere Drehbuchautoren Schrägstrich Produzenten – die wirklich mit Feuereifer bei der Sache zu sein scheinen – den Stoff nur annähernd adäquat hätten umsetzen können. Nach dem Rechteerwerb sollte es zwar noch einige Zeit dauern, bis die Drehbücher geschrieben, eine Pilotfolge geordert und produziert und letztlich grünes Licht gegeben wurde, doch Martins Glück wandelte sich schnell zum Glück der Fans, als die erste Folge am 17. April 2011 über die Bildschirme flimmerte und einen unvergleichlichen Hype um die Serie und die zugrundeliegenden Bücher entfachte, der selbstverständlich schon bei den ersten Ankündigungen seinen Anfang fand.

Die Darsteller:

Hinzu kommt noch, dass sich durch den Enthusiasmus der Macher und der damit einhergehenden üppigen Budgetierung die Möglichkeit eröffnete, nicht nur talentierte, sondern auch namhafte Schauspieler zu verpflichten, deren Namen man vielleicht eher aus Kinoproduktionen kennt. So geben sich hier beispielsweise Sean Bean (Der Herr der Ringe) oder auch Lena Headey (300) ein Stelldichein, während Alt-Mime Mark Addy den König gibt und sich Peter Dinklage als Tyrion Lannister zum heimlichen Publikumsliebling aufschwingt, während der Däne Nikolaj Coster-Waldau sich nun auch in amerikanischen Gefilden einen Namen zu machen beginnt und Emilia Clarke als die Entdeckung des Jahres gefeiert wird. Indes sind die heimlichen Stars der Serie die wirklich extrem überzeugenden Stark-Kinder jeden Alters, die vermutlich besetzungstechnisch auch die größte Herausforderung geboten haben, die die Macher dankenswerterweise mit Bravour gemeistert haben.

Die Serie:

Über den Eindruck der ersten Folge des Epos habe ich mich ja an dieser Stelle bereits geäußert, aber nun gilt es, erneut einen diesmal allumfassenderen Blick auf HBOs Ausnahmeserie zu werfen. HBO versteht es – und da bildet Game of Thrones nicht etwa die Ausnahme, sondern vielmehr die Spitze des Eisbergs – Serien in Kinoformat umzusetzen. So ist man an jeder Stelle und zu jedwedem Zeitpunkt schier überwältigt von eindrucksvollen Kulissen, prächtig animierten Ortschaften und detailreichen Kostümen, die allesamt dazu beitragen, Martins Welt von Westeros (und natürlich Essos) wahrhaft lebendig werden zu lassen. Selten wurde das Medium so gewinnbringend für optische Leckerbissen jedweder Art genutzt wie hier. Freilich geht es – wie für die Privatsender typisch – recht brachial und freizügig zu, doch überschattet das nie die allumspannende Geschichte, die sich wirklich langsam und nur ganz allmählich entfaltet, so dass sich trotz manch durchschimmernder Selbstzweckhaftigkeit ein stimmiges Gesamtbild ergibt.

Ähnlich wie Rom einige Jahre zuvor setzt Game of Thrones neue Maßstäbe. Hier stimmt jeder Schauplatz, jede Szene, jeder Dialog sitzt und in jeder Minute wird die enorm gestraffte Geschichte unbarmherzig vorangetrieben, ohne dass man wirklich das Gefühl hätte, die Drehbuchautoren würden durch die Story hetzen, denn jede Sequenz dauert genauso lange wie sie muss und geizt auch nicht mit einigen teils aus den Buch bekannten eindrücklichen Zwiegesprächen. Dadurch ist die Serie aber auch rein gar nichts für nebenher und ich könnte mir vorstellen, dass Nicht-Kenner der Bücher teilweise auch ihre liebe Mühe dran haben werden, jedem Handlungsstrang lückenlos zu folgen und jede Figur sinngemäß zu verorten, doch spricht dies hier mehr für die Serie als gegen sie, denn nichts könnte einem Procedural mehr zuwider laufen als dieses epische Machwerk.

So gesehen war es bei der Free-TV-Ausstrahlung durch RTL II von den Verantwortlichen gar nicht mal so dumm, die Staffel auf drei lange Abende zu komprimieren, da davon auszugehen war, dass ansonsten viele Zuschauer den Zusammenhang schlicht nicht hätten realisieren können, wenngleich diese (gekürzte) Variante zu keinem Zeitpunkt eine Option für mich war, ist Game of Thrones für mich schließlich mehr als jede andere Serie klassisches Heimkinomaterial. Mittlerweile befinden wir uns ja schon bei der Ausstrahlung der zweiten Staffel, die bereits nach Ausstrahlungspremiere der allerersten Folge geordert worden ist, wobei die dritte Staffel, welche ihrerseits nun auch „nur“ noch ein halbes Buch umfassen soll und damit dem gesteigerten Umfang der Bücher Rechnung trägt ebenfalls schon in trockenen Tüchern ist. Und der Erfolg der Serie gibt ihr Recht und es ist wahrlich einer der seltenen Fälle, wo auch die breite Masse der Zuschauer einer Serie deren Qualität erkannt hat und nicht bloß ein eingeschworener Personenkreis treuer Fans.

Sollten die Macher nebst George R. R. Martin also auch in den folgenden Staffeln das enorm hohe Niveau zu halten wissen, stehen uns fraglos noch viele Jahre großartiger Fernsehunterhaltung ins Haus, die sich wahrlich vor keinem Kinofilm zu verstecken braucht.

Fazit & Wertung:

Mit Game of Thrones hat HBO einmal mehr eine Ausnahmeserie par excellence geschaffen, die sich mühelos mit sämtlichen aktuellen Projekten zu messen weiß und diese dabei noch um Längen überragt. Freilich Pflicht für alle Freunde anspruchsvoller, epischer Fernsehunterhaltung.

10 von 10 Schattenwölfen von Winterfell

Game of Thrones | Staffel 1

  • Schattenwölfe von Winterfell - 10/10
    10/10

Fazit & Wertung:

Mit Game of Thrones hat HBO einmal mehr eine Ausnahmeserie par excellence geschaffen, die sich mühelos mit sämtlichen aktuellen Projekten zu messen weiß und diese dabei noch um Längen überragt. Freilich Pflicht für alle Freunde anspruchsvoller, epischer Fernsehunterhaltung.

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Meinungen aus der Blogosphäre:
Tonight is gonna be a large one.: 9/10 Punkte
StaffelEins

Episodenübersicht: Staffel 1

01. Der Winter naht
02. Der Königsweg
03. Lord Schnee
04. Krüppel, Bastarde und Zerbrochenes
05. Der Wolf und der Löwe
06. Eine goldene Krone
07. Gewinn oder stirb
08. Das spitze Ende
09. Baelor
10. Feuer und Blut

 

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DVD:

Blu-ray:

  • Ja, sehr fantastisch, aber ich habe zu der Serie und Vorlage ja schon alles geschrieben, was mir eingefallen ist. Übrigens werde ich für Season 2 auch auf die Blu-ray-Veröffentlichung warten, was zwar hart ist, sich letztendlich aber doch auszahlen sollte :)

    • Tja, ich fürchte das wird eine sehr lange Wartezeit, aber immerhin haben wir ja beide so breitgefächerte Interessen und noch einigen Lesestoff aus Westeros vor uns, dass man davon ausgehen sollte, dass uns nicht langweilig werden wird^^

  • Danke für diese schöne Rezension bis ins kleinste Detail :).
    Nachdem die 2. Staffel ja schon jetzt auf Sky Atlantis ausgestrahlt wird, bin ich im Augenblick schwerst am überlegen, ob ich mir da das Abo nicht antun soll. Schick wäre das ja schon 😉 

    • Das verstehe ich gut! Ich liebäugele auch mit dem Sender, glaube aber, dass ich lieber langsam und stetig meine Blu-Ray-Sammlung erweitern möchte, denn ich würde nicht dazu kommen, genug vom Programm zu schauen, als dass es sich lohnen würde, für Fernsehen Geld zu bezahlen, irgendwie sträubt sich da in mir immer noch etwas…

      Aber wegen der Rezension: Bitte, gerne, hat mir auch eine Menge Spaß gemacht und zusammen mit den Büchern und der Graphic Novel schon etliche wunderbare Stunden beschert! 😉

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  • mwj

    Hab endlich meine Besprechung von Staffel 2 fertig:
    http://www.kino.vieraugen.com/tv/game-of-thrones-staffel-2/ 

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  • Owley

    10 Sterne sind imho etwas zu viel. Ich fand die Serie nicht immer gleichgut, gerade zum Schluss haben die Macher dramaturgisch ein bisschen viel verbockt. Dazu kam, dass die Schlacht mit Tyrion fehlte. Das tat weh. Finde die Serie gut, aber nicht so gut, wie die Bücher. :)

    • Ja, aus den 10 Punkten spricht auch meine pure Euphorie für die Reihe, das mag man sicher differenzierter betrachten können, aber ich war von Anfang bis Ende gefesselt und Westeros – wie auch Essos – wurden für meine Begriffe schon reichlich genial adaptiert, so wie mir auch ausnahmslos alle Darsteller der wichtigen Figuren gefallen haben. Das sie die Schlacht ausgespart haben war natürlich blöd, unter finanziellen Gesichtspunkten aber durchaus nachvollziehbar, zumal sich „Game of Thrones“ ja ansonsten, gerade für eine Fernsehserie, extrem opulent und aufwändig präsentiert.

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