Review: Der Schwalbenturm | Andrzej Sapkowski (Buch)

Tja, gut dreieinhalb Monate ist es schon wieder her, dass an dieser Stelle der dritte Teil der Geralt- oder Hexer-Saga besprochen wurde, aber jetzt melde ich mich mit dem vierten Teil zurück – man könnte also behaupten, dass wir uns langsam aber sicher der Zielgerade nähern. Generell komme ich mit meinen Buch-Rezensionen aber im Moment überhaupt nicht hinterher, so dass die ausstehende Review auch bei mir schon einige Wochen auf Halde lag und die nächsten paar Artikel auch längst gesichert sind.

Aber meckern will ich natürlich nicht, denn schließlich ist es doch schön, dass mir – so scheint es – der Stoff für den Blog kaum jemals ausgehen wird. Schließlich kommt das ja sogar euch, meinen geneigten Leserinnen und Lesern zugute, denn was ist schlimmer als ein Blog in dem nichts passiert.

Der Schwalbenturm

Wieża Jaskółki, PO 1997, 544 Seiten

Der Schwalbenturm
© dtv

Autor:
Andrzej Sapkowski

Verlag (D):
Deutscher Taschenbuch Verlag
ISBN:
978-3-423-24786-3

Genre:
Fantasy | Action

 

Inhalt:

Der Hexer Geralt und seine Gefährten befinden sich weiterhin auf der Suche nach Ciri, der Prinzessin von Cintra, ohne zu ahnen, dass es sie mittlerweile – nach ihrer Zeit als Falka zu dem Einsiedler Vysogota in die Sümpfe von Pereplut verschlagen hat. Indes Ciri die Ereignisse zu verarbeiten versucht, die sie zu dem Einsiedler geführt haben, wird der Wunsch in ihr immer stärker, ihre Suche nach dem Schwalbenturm – einem Äquivalent zum Möwenturm – wieder aufzunehmen, während Geralt auf dem Weg zu den Druiden auf die rivische Königin trifft und Bekanntschaft mit dem Elfen Avallac’h macht.

Rezension:

Da es sich hier nunmehr um den bereits vierten Teil der Saga handelt, empfiehlt es sich natürlich, die Vorgänger Das Erbe der Elfen, Die Zeit der Verachtung und Feuertaufe gelesen zu haben.

Habe ich den Vorgängerband Feuertaufe noch für seine klare und stringente Erzählstruktur gelobt, geht Der Schwalbenturm gänzlich neue Wege und verschachtelt die Geschichte in nie dagewesener Weise, was aber keineswegs negativ zu beurteilen ist, denn das Prinzip der verzahnten und verschachtelten Erzählung offeriert Sapkowski dem Leser in einer neuen Virtuosität, auch wenn es freilich den Einstieg in den vierten Band erneut ein wenig erschwert, was man aber durchaus schon von den Vorgängern gewohnt sein dürfte, wo man auch erst mal ergründen musste, wie viel Zeit vergangen und was der derzeitige Stand der Dinge ist.

Hier schildert also Ciri in mannigfachen Rückblenden ihre Erlebnisse, bis zu dem Punkt, an dem Vysogota sie fand und später vermischen sich ihre Erinnerungen mit den Erzählungen Joanna Selbournes, die Teile von Ciris Vergangenheit aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten weiß, während wiederum die Geschichte des Hexers vorwärtsgerichtet ist, ohne es jedoch zu versäumen, auch hier einen rückwärtigen Blick auf vergangene Ereignisse andernorts zu werfen und sogar einmal viele hundert Jahre in die Zukunft zu schauen. Das klingt zwar anstrengend, funktioniert aber wirklich unglaublich gut, wenn man denn bereit ist sich auf dieses zugegebenermaßen gewagte Experiment einzulassen.

Daneben besticht auch der mittlerweile vierte Teil der Saga mit herzerfrischend unverblümten Dialogen und einer mal blutigen, mal freizügigen Erzählweise. Doch keine Sorge, die Geschichte kommt weder zu kurz, noch verliert sie sich im Geplänkel oder der verworrenen Erzählweise, sondern führt tatsächlich so viele offene Enden wie in kaum einem anderen Buch der Reihe zuvor gegen Ende gekonnt und elegant zusammen. Auch wenn in Der Schwalbenturm der Fokus sich wieder ein wenig zugunsten Ciris verschiebt und mehr als einmal deutlich macht, dass letztlich sie die wichtigste Protagonistin der Reihe ist, ist sie inzwischen an ihren Erlebnissen so sehr gereift zu einem extrem spannenden und ambivalenten Charakter, dass man es dem Autor nicht übel nehmen kann, sich einmal mehr bevorzugt mit ihr auseinanderzusetzen.

Doch zum Glück kommen dabei die anderen spannenden Gestalten nicht zu kurz und spräche ich über einen Film würde ich lobend erwähnen, dass man den Nebencharakteren endlich genügend Screentime eingeräumt hat und zudem mit Leo Bonhart einen extrem interessanten, weil ambivalenten Antagonisten geliefert bekommt. Bleibt mir also nur noch festzuhalten, dass auch Der Schwalbenturm eine eindeutige Empfehlung von mir bekommt, wobei jeder, der die Saga bereits begonnen hat sowieso nicht darum herumkommen wird, auch diesen Teil zu verschlingen.

Fazit & Wertung:

Auch Der Schwalbenturm fügt sich nahtlos in die Reihe und lässt nichts missen, auch wenn einen selbst jetzt noch die Vielzahl an Namen und Orten zu verwirren vermag. Das Finale kann kommen!

8,5 von 10 lang erschlagenen Ungeheuern

Der Schwalbenturm

  • Lang erschlagene Ungeheuer - 8.5/10
    8.5/10

Fazit & Wertung:

Auch Der Schwalbenturm fügt sich nahtlos in die Reihe und lässt nichts missen, auch wenn einen selbst jetzt noch die Vielzahl an Namen und Orten zu verwirren vermag. Das Finale kann kommen!

8.5/10
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Weitere Details zum Buch und dem Autor findet ihr auf der Seite des dtv. Dort findet sich übrigens auch eine Leseprobe.

– – –

Die Vorgeschichte:

Der letzte Wunsch
Das Schwert der Vorsehung

Die Hexer-Saga:

1. Das Erbe der Elfen
2. Die Zeit der Verachtung
3. Feuertaufe
4. Der Schwalbenturm
5. Die Dame vom See

– – –

Als besonderer Service hier noch der Link zu den Büchern der Hexer-Saga – inklusive Der Schwalbenturm – bei Amazon:


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