Review: Stolz und Vorurteil und Zombies (Graphic Novel)

Um nicht immer nur die Sparte von The Walking Dead zu bedienen (welche wiederum auch schon längere Zeit schmählich vernachlässigt worden ist), widmen wir uns heute mal der Zombie-Thematik von einer etwas anderen Seite. Hier nun also Seth Grahame-Smiths Beitrag zum Thema „Jane Austen und wie sie die Welt (der Zombies) sah“.

Stolz und Vorurteil und Zombies
Die Graphic Novel

Pride & Prejudice & Zombies, USA 2010, 176 Seiten

Stolz und Vorurteil und Zombies - Die Graphic Novel
© Panini Comics

Autoren:
Tony Lee
Seth Grahame-Smith
Jane Austen
Zeichner:
Cliff Richards

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-862-01012-7

Genre:
Horror | Historie | Drama

 

Inhalt:

Im Mittelpunkt der im frühen 19. Jahrhundert angesiedelten Erzählung stehen die Familie Bennet und insbesondere ihre fünf Töchter. Größter Wunsch ihrer Mutter ist es, insbesondere ihre drei ältesten Töchter erfolgreich und gewinnbringend zu verheiraten, auf dass für sie gesorgt sei; Mr. Bennet hingegen setzt sich mehr dafür ein, dass seine geliebten Kinder sich in den tödlichen Künsten schulen, denn die dunkle Pest geht um und das Land ist verheert von einer nicht einzudämmenden Zombie-Plage. Da mutet es fast seltsam an, dass trotz dieses Umstandes das gesellschaftliche Leben kaum zum Erliegen gekommen ist und so werden weiter munter Bälle abgehalten und Verbindungen geknüpft, während man hinter vorgehaltener Hand von den Unaussprechlichen redet.

Es geschieht in dieser seltsamen Zeit, dass die wilde und kampfentschlossene, in fernöstlichen Kampftechniken geschulte und ganz und gar heiratsunwillige Elizabeth Bennet über den wohlhabenden und frisch hinzugezogenen Charles Bingley – dem es ihre Schwester Jane angetan zu haben scheint – den verschlossenen und stolzen Mr. Darcy kennenlernt. Schnell entwickelt sich eine gewisse Antipathie zwischen den beiden und eine Annäherung scheint Stolz und Vorurteil geschuldet unmöglich und es müssen viele Köpfe rollen, zahllose Unaussprechliche zerstückelt und tödliche Ninjas aus dem Weg geräumt werden, bis sich letztlich wird erweisen können, dass der erste Eindruck nicht immer der richtige ist.

Rezension:

Stolz und Vorurteil und Zombies, die Graphic Novel, eine Adaption einer Adaption, oder eher eines Mashup, also ein zutiefst durchgequirltes Werk, bei dem man sich fragen muss, ob das noch funktionieren kann. Ich muss gestehen, dass ich nicht widerstehen konnte ob der ungewöhnlichen Thematik und obwohl ich in diesem Fall das Buch nicht kenne, kenne ich doch genügend Kritiken um zu wissen, dass Seth Grahame-Smith den ursprünglichen Text wohl sehr clever mit den Zombieattacken und mordlüsternen Ninjas angereichert hat und das Endergebnis wohl überraschend gut funktioniert.

Diese erste Einschätzung, die ich wie gesagt in diesem Fall anderen Meinungen entlehnen muss kann ich allerdings für die Graphic Novel Stolz und Vorurteil und Zombies unumwunden ebenfalls abgeben, denn die Mischung macht wirklich gefährlich viel Spaß und gewinnt sicherlich noch durch die visuelle Komponente, eine der inhärenten Eigenschaften eines Comicbandes – und was würde sich da besser eignen?!? Zudem hat sich Tony Lee, derjenige, der Grahame-Smiths Adaption adaptiert hat mit Cliff Richards einen nicht gerade unbekannten Zeichner ins Boot geholt, der vor allem für die Comic-Umsetzung von Buffy bekannt sein dürfte.

Jetzt gäbe es für mich das Problem, dass mich bei Buffy die Bilder nie so recht angesprochen haben aber dadurch, dass hier auf eine aufwendige Coloration verzichtet wird und quasi die Bleistiftschraffuren sichtbar bleiben ergibt sich ein nicht nur spannendes Bild mit einer ungewohnten Flexibilität und Leichtigkeit, sondern auch die eigentlichen Zeichentalente Richards‘ treten in den Vordergrund. Von manchen wurde dieser Stil zwar als unfertig wirkend kritisiert und dass er den Band so wirken lassen würde, als wäre er einem Schnellschuss gleich noch eben dahingerotzt worden, um noch auf den Hype-Zug aufspringen zu können, doch mir hat gerade diese ungewöhnliche Herangehensweise äußerst gut gefallen.

An der Geschichte ändert sich freilich wenig und es ist fraglich, ob Kenner der Buch-Vorlage hier unbedingt noch einmal zugreifen müssen, aber ich als Nicht-Kenner des Buches kann sagen, dass es wirklich eine Menge Spaß macht, sich wirklich stimmig anfühlt und – erstaunlich – nicht so trashig daherkommt wie man vermuten würde. So gesehen ist Stolz und Vorurteil und Zombies ein wirklich lohnenswerter Band, eine tolle, in sich geschlossene Geschichte mit vielen coolen Ideen, Szenen und Einfällen und für alle Freunde der untoten Schlurfer oder generell Geschichten etwas trashigerer Machart definitiv uneingeschränkt empfehlenswert!

Fazit & Wertung:

Stolz und Vorurteil und Zombies adaptiert gekonnt die Adaption eines Klassikers der Weltliteratur und gewinnt der altbekannten Geschichte reizvolle neue Facetten ab, insbesondere weil sich die Schlagfertigkeit Elizabeth Bennets nicht mehr nur auf ihre Zunge beschränkt.

8,5 von 10 dahingemetzelten Unaussprechlichen

Stolz und Vorurteil und Zombies

  • Dahingemetzelte Unaussprechliche - 8.5/10
    8.5/10

Fazit & Wertung:

Stolz und Vorurteil und Zombies adaptiert gekonnt die Adaption eines Klassikers der Weltliteratur und gewinnt der altbekannten Geschichte reizvolle neue Facetten ab, insbesondere weil sich die Schlagfertigkeit Elizabeth Bennets nicht mehr nur auf ihre Zunge beschränkt.

8.5/10
Leser-Wertung 8/10 (1 Stimme)
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