Review: Atmen – Jemand muss atmen! | Stefan Kalbers (Buch)

Die 1. Medienjournalistischen Literaturtage

Es soll ja auch passieren, dass ich im Buchgeschäft mal danebengreife und mir ein Roman nicht gefällt. Ebendies war auch hier der Fall und es ist ein witziger Zufall, dass das seit langem erste wirklich schlechte Buch direkt auf den seit langem ersten wirklich schlechten Film folgt, aber da ich heute sowieso einen der Besucherärmsten Tage seit Monaten habe, macht sich diese kurze Review eigentlich auch ganz gut hier heute und zumindest ist sie dann vom Tisch!

Atmen – Jemand muss atmen!

Atmen – Jemand muss atmen!, DE 2008, 135 Seiten

Atmen - Jemand muss atmen! von Stefan Kalbers
© Ubooks-Verlag

Autor:
Stefan Kalbers

Verlag (D):
Ubooks-Verlag
ISBN:
978-3-866-08083-6

Genre:
Anti-Pop

 

Klappentext:

Stefan Kalbers schickt seinen Protagonisten scheinbar ziellos durch die kalte, herzlose Welt, die um ihn herum in sich zusammenfällt. Er rutscht ab, gerät auf die schiefe Bahn und scheint unrettbar verloren, ist immer im falschen Moment am falschen Ort, an sich ein netter Kerl, aber ein Verlierer – und am Ende steht lediglich die Erkenntnis: Jemand muss atmen.

Rezension:

Auch bei diesem zweiten Buch aus der Sparte Anti-Pop habe ich nicht einmal versucht, eine Inhaltszusammenfassung abzuliefern, denn konkret bei diesem Buch wäre mir das mal wieder wahnsinnig schwer gefallen, weil im Grunde auch keine wirkliche Geschichte vorhanden ist, abgesehen von einer schnell rauschenden Spirale abwärts aus der es für unsere Hauptfigur kein Entrinnen gibt. An sich gehören derlei Geschichten auch zu meinen Favoriten, aber hier erscheint alles so bedeutungs- und zusammenhanglos, entfernen wir uns immer wieder von der an sich schon recht spannungsarmen Geschichte und driften mit dem Protagonisten in wirre Tagträume nd psychedelische Gedankenwelten ab, dass herzlich wenig Substanz am Ende bleibt.

Wohin Atmen – Jemand muss atmen! am Ende führt verraten Titel und Klappentext ebenfalls indirekt und so bleibt auch der plötzlich eintretende Schluss überraschungsarm und konsequent belanglos. Es ist nicht so, dass der Plot nicht auch interessante Stellen und Ideen hätte, aber, dass diese nur angerissen und skizziert werden, als dass sich der Autor die Mühe gemacht hätte diese auszuarbeiten und in den Roman wirklich zu verbauen, wohingegen andere, überflüssige Szenen entweder unnötig in die Länge gezogen werden oder schlicht an mangelnder Glaubhaftigkeit kranken.

Atmen – Jemand muss atmen! liest sich vor allem schnell und die heillose Verlorenheit der Hauptfigur wird durchaus deutlich, doch so schnell das Buch gelesen werden kann, verhallt auch der letzte Rest an Einfluss und ein langes Nachsinnen oder die Erinnerung an spannende Lesestunden, die ich hier de facto leider nicht hatte. Ich sehe in welche Richtung der Roman gehen sollte und ich honoriere die Idee, die Umsetzung jedoch in all ihrer Knappheit und Skizzenhaftigkeit konnte mich nicht überzeugen. Dann lieber mehr von Herrn Bernemann lesen oder auf die ungekrönte Königin in dieser Sparte – Sibylle Berg – zurückgreifen.

Fazit & Wertung:

Atmen – Jemand muss atmen! hört sich spannend an, löst aber nicht wirklich die Versprechen ein, die die Werbetrommel zu geben bereit war.

3,5 von 10 psychedelischen Tagträumen

Atmen - Jemand muss atmen!

  • Psychedelische Tagträume - 3.5/10
    3.5/10

Fazit & Wertung:

Atmen - Jemand muss atmen! hört sich spannend an, löst aber nicht wirklich die Versprechen ein, die die Werbetrommel zu geben bereit war.

3.5/10
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