Review: Camelot | Staffel 1 (Serie)

So, es ist zwar Freitag, aber auch freitags nehme ich mir ja manchmal die Muße ein paar Zeilen abzufassen. Zumal wenn ich – wie heute – die Chance habe, damit brandaktuell zu sein, denn Camelot steht ab genau heute in den Läden. Und auch wenn die Serie nicht den besten Ruf hat und nach nur einer Staffel eingestellt worden ist, ist sie nicht so schlecht wie mancher behauptet, aber bevor ich hier das Fazit vorwegnehme, höre ich doch einfach auf zu schwafeln und wir legen los!

Camelot

Camelot, IE/USA/UK/CA 2011, ca. 50 Min. je Folge

Camelot
Bild: Starz

Serienschöpfer:
Michael Hirst
Chris Chibnall
Showrunner:
Michael Hirst
Chris Chibnall

Main-Cast:
Jamie Campbell Bower (King Arthur)
Joseph Fiennes (Merlin)
Eva Green (Morgan)
Tamsin Egerton (Guinevere)
Peter Mooney (Sir Kay)
Clive Standen (Gawain)
Claire Forlani (Queen Igraine)
Sinéad Cusack (Sybil)
Philip Winchester (Leontes)
in weiteren Rollen:
James Purefoy (King Lot)
Sebastian Koch (King Uther)

Genre:
Drama | Fantasy | Historie

Trailer:

 

Inhalt:

Im England des 5. Jahrhunderts herrscht Uther Pendragon als König in Britannien. Als seine Tochter Morgan aus dem Kloster zurückkehrt und an dessen Hof eintrifft ist dieser nicht gerade erbaut und verstößt sie ein weiteres Mal und für alle Zeit. Doch Morgan rächt sich und vergiftet den König in Gestalt eines jungen Mädchens. Der Hofzauberer Merlin, ein enger Vertrauter Uthers wird gerufen, doch kann er dem sterbenden König nicht mehr helfen. Nach dessen Tod macht sich Merlin auf, Arthur, den Sohn von Uther und Igraine – dessen Gemahlin – ausfindig zu machen. Diesen gab er in die Obhut des Bauern Ector und verbarg dessen Existenz vor dem Rest der Welt.

Doch durch Uthers Tod erwächst für Arthur der Anspruch auf den Thron und Merlin hat große Pläne für ihn, wünscht er sich doch die Vereinigung ganz Britanniens unter einem Banner und Herrscher. Gemeinsam mit Arthur lässt er sich in der verfallenen Ruine von Camelot nieder, doch bald macht die Kunde von dem neuen Anwärter auf den Thron die Runde, während Morgan ihrerseits die Burg Pendragon übernommen hat und sich – des rechtmäßigen Anspruchs auf Nachfolge sicher – mit dem Kriegsherrn Lot verbündet, dem sie einen Platz an ihrer Seite auf dem Thron verspricht.

Rezension:

Tja, es hat nicht wirklich sein sollen mit Camelot: Wo andere Serien Preise, Erfolge und eine starke Fanbase für sich verbuchen konnten ging diese noch junge und nicht alt gewordene Starz-Serie zumeist leer aus. Und dafür kann sie in so manchem Fall nicht einmal allzu viel, hatte nur das große Pech im Fahrwasser von Game of Thrones das Licht der Welt zu erblicken und sich trotz der unterschiedlichen Geschichten und Ansätze daran messen lassen zu müssen. Außerdem handelt es sich bei der Artus-Saga sicherlich nicht um den unverbrauchtesten Stoff und zahlreiche schlechte Adaptionen in der Vergangenheit wie auch die britische Serie Merlin – mit der sich Camelot ebenfalls hat vergleichen lassen müssen, obwohl auch hier die Gemeinsamkeiten im Grunde nur auf dem Papier existieren – haben dazu geführt, dass die Zuschauer mit einer gehörigen Portion Skepsis der neuen Serie entgegentraten.

Man muss aber auch einräumen, dass Camelot zuweilen wirklich nicht imstande ist, dass mittlerweile wirklich hohe Niveau insbesondere der von den privaten Networks geschaffenen Serien zu halten und manchmal trotz eines üppigen Budgets und durchaus bekannten Schauspielern wie billige B-Ware daherkommt. Die Schauspieler sind auch tatsächlich der größte Pluspunkt, wenngleich ich auch eine ganze Weile brauchte, um mich mit Jamie Campbell Bower als junger Arthur anzufreunden. Dem entgegen steht aber die Leistung Joseph‘ Fiennes außer Frage, der einen der mitunter überzeugendsten Merlins der Filmgeschichte gibt, der endlich einmal nicht mit Rauschebart und Wanderstab, sondern stattdessen drahtig, geheimnisvoll, zäh und mit Narben übersäht daherkommt, für den die Zauberei zur Sucht geworden ist und der nichtsdestotrotz derselbe Geheimniskrämer ist wie eh und je. Auch Eva Green setzt Akzente mit ihrer Verkörperung der bösen Morgan und begeistert vor allem durch ihre Wandlungsfähigkeit und ein extrem ambivalentes, durchtriebenes Verhalten.

Da fällt es Claire Forlani sichtlich schwer, auch ihrer Igraine interessante Facetten zu verleihen, schwingt sich aber immerhin in der achten Folge zu neuen Höchstleistungen auf und zeigt, was schauspielerisch in ihr steckt. Auffallend blass dagegen bleibt Tamsin Egerton als Guinevere, denn mehr als das Love Interest des noch jungen Königs zu sein, das ab und an mal traurig oder gequält schauen darf ist leider einfach nicht drin. Doch auch eine Handvoll guter Schauspieler reichen nicht aus, wenn die Dialoge doch allzu oft pathetisch und uninspiriert sind und vor allem, wenn die sie flankierenden Nebendarsteller so gesichtslos bleiben, dass ihr Schicksal kaum zu interessieren weiß.

Ärgerlich ist das insofern, als dass mir die Herangehensweise an die klassische Saga extrem gut gefallen hat und mit einigen frischen Ideen aufwartet, ohne dabei den alten Mythos zu karikieren, so dass ich gerne dem weiteren Fortbestand von Camelot beigewohnt hätte, wenn, ja wenn, da nicht die sich schon in derart wenigen Folgen manchmal wiederholende Dramaturgie wäre und die Tatsache, dass manche Geschehnisse derart lapidar abgehandelt werden, dass man sich fragt, ob diese überhaupt eine Bewandtnis gehabt haben oder noch haben werden. Licht und Schatten liegen hier also dicht beieinander und während manche Folge kaum über nennenswerte Spannungsspitzen verfügt, heben sich andere – und hier besonders die vierte Folge – extrem positiv vom Rest ab, so dass sich ein durchwachsenes Gesamtbild ergibt, was letztlich auch erkennen lässt, warum die Serie eingestampft worden ist, zumal der Start nicht unbedingt überragend ist und die Geschehnisse in der finalen Folge auch Zweifel aufkeimen lassen, ob eine weitere Staffel auch nur die Qualität der ersten hätte halten können. So kommt man, wenn man – durch den obligatorischen Cliffhanger zum Ende bedingt – die letzten fünf Minuten ausklammert – zu einer soliden Miniserie über den Aufstieg Camelots, bei der Freunde von Mittelalter- und/oder Fantasy-Settings durchaus einen Blick riskieren dürfen.

Fazit & Wertung:

Camelot ist eine durchaus gute Serie, die vor allem mit Joseph Fiennes und Eva Green zu überzeugen weiß. Im Grunde dem letzten Schliff an den Drehbüchern geschuldet, überzeugen die Geschichten aber nur teilweise und der alles entscheidende Funke will nicht recht überspringen, so dass – insbesondere mit Blick auf die Konkurrenz – nachvollziehbar wird, warum die Serie keine Verlängerung hat erfahren dürfen.

7 von 10 ungelösten Geheimnissen aus Merlins Vergangenheit

Camelot | Staffel 1

  • Ungelöste Geheimnisse aus Merlins Vergangenheit - 7/10
    7/10

Fazit & Wertung:

Camelot ist eine durchaus gute Serie, die vor allem mit Joseph Fiennes und Eva Green zu überzeugen weiß. Im Grunde dem letzten Schliff an den Drehbüchern geschuldet, überzeugen die Geschichten aber nur teilweise und der alles entscheidende Funke will nicht recht überspringen, so dass – insbesondere mit Blick auf die Konkurrenz – nachvollziehbar wird, warum die Serie keine Verlängerung hat erfahren dürfen.

7.0/10
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Episodenübersicht: Staffel 1

01. Der junge König
02. Das Schwert und die Krone
03. Verbotene Liebe
04. Excalibur
05. Gerechtigkeit
06. Die Augen der Verstorbenen
07. Die lange Nacht
08. Die Verwandlung
09. Die Hure des Königs
10. Das wahre Gesicht

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DVD:

Blu-ray:

  • Hamilton-Li

    Um Gottes Willen !  Die Handlung  dieser Serie ist doch totaler Schwachsinn. Weder hält man sich an den klassischen Sagen noch ist es eine wirkliche Neuadaption, wie z.B. Die Nebel von Avalon.  Eine innere Logik verfolgt die Geschichte garnicht und die Burgen sind zum Teil so billig computergeneriert das manch Uralt Pc Spiel realistischer daherkommt. Das einzige was man hätte noch draus machen könne wäre ein billiger Softporno gewesen,  selbst gabs schon anspruchsvollere. Wer immer mit der Produktion von dem Schund zu tun hatte sollte die Branche wechseln denn da sind sogar einige Asylum Produkte um Längen besser.

  • Greifenklaue

    Hmm, ich hätte gern auch noch mehr von der Story gesehen. Ich hatte nicht wie bei anderen Serien das Gefühl, künstlich auf junge Schauspieler zu setzen, sondern genau das auch innerhalb der Serie zu nutzen.

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