Review: Das Blut | Guillermo del Toro | Chuck Hogan (Buch)

Die 1. Medienjournalistischen Literaturtage

Dass ich dem Grunde nach Vampiren gegenüber recht aufgeschlossen bin, jedoch mit der Twilight-Variante herzlich wenig anfangen kann, mit True Blood / Sookie Stackhouse dafür umso mehr ist kein Geheimnis. Auch im heutigen Buch geht es um Vampire, wobei wir hier noch einen Schritt weiter gehen, so dass diese als trieb- und instinktgesteuerte, geschlechtslose, nur mehr humanoidenähnliche Wesen dargestellt werden. Deftige Horror-Kost, für alle die es mögen. Erwähnen sollte ich noch, dass es sich hierbei um den zweiten Teil einer Trilogie handelt, Teil eins lag leider vor der Zeit des Medienjournals, so dass hierzu keine Review existiert; diesen sollte man aber logischerweise vorher gelesen haben. Auf der letzten Seite finden sich aber natürlich Bestellinformationen für die ersten beiden Teile der Reihe, dort wird man also durchaus fündig.

Das Blut

The Fall, USA 2010, 393 Seiten

Das Blut von Guillermo Del Toro und Chuck Hogan
© Heyne Verlag

Autoren:
Guillermo del Toro
Chuck Hogan

Verlag (D):
Heyne Verlag
ISBN:
978-3-453-52732-4

Genre:
Horror | Thriller | Mystery | Endzeit

 

Inhalt:

Das Desaster nahm seinen Anfang mit einem Flugzeug, dass aus unerklärlichen Gründen und mit abgeschalteten Systemen auf dem Rollfeld des New Yorker Flughafens stehenblieb. Erst vermutete man einen Unfall, dann war die Rede von einem terroristischen Anschlag, später von einer Seuche. Hiermit sollte man Recht behalten, denn bald schon grassiert eine schreckliche Seuche in New York und verwandelt die Menschen in Vampire, die allerdings herzlich wenig mit den romantisierten Film- und Fernsehmaschinen zu tun haben. Die Umwandlung geht einher mit einer grauenhaften Mutation des gesamten Organismus und ehe sich die Gruppe um den Seuchenexperten Ephraim Goodweather und den Antiquar Setrakian versah, war ein Großteil der Stadt von der Seuche befallen und die mutigen Männer nahmen den Kampf auf gegen den Meister und seine Schergen. Doch ihr Aufbäumen konnte sein Überleben nicht verhindern, ebenso wenig wie den Umstand, dass bald schon auf der ganzen Welt von stillgelegten Flugzeugen mit ihrer unheimlichen Fracht berichtet wurde.

Während New York dem Untergang geweiht scheint, verschanzen sich Ephraim und Setrakian gemeinsam mit dem Schädlingsbekämpfer Vasiliy und ihren weiteren Gefährten dort weiterhin, um den Meister aufzuhalten und das Virus einzudämmen. Helfen dabei soll ein Buch, welches Hinweise enthalten soll, wie der Meister getötet werden kann. Unerwartete Unterstützung wird den Recken zuteil von den anderen Meister-Vampiren, die ihrerseits fürchten ihr jüngster Bruder könnte die Welt unter seine alleinige Kontrolle zwingen und ihre Schergen entsenden. Doch der Meister hat mächtige Verbündete und Pläne, die unter anderem Ephraims zum Vampir mutierte Frau Kelly und ihren gemeinsamen Sohn Zack betreffen.

Rezension:

Wie eingangs schon erwähnt, handelt es sich bei Das Blut um den zweiten Teil der gemeinsam von Chuck Hogan und Guillermo del Toro ersonnenen Trilogie. Während ersterer beispielsweise für die Buchvorlage zu The Town verantwortlich zeichnete, dürfte zweiterer als Regisseur von Pans Labyrinth, den Hellboy-Filmen und jüngst natürlich Der Hobbit weithin bekannt sein. Während sich Das Blut – der erste Teil – noch lange Zeit mit der Steigerung der Spannungskurve aufhielt und den Leser lange über die wahre Bedrohung im Unklaren ließ, sind zu Beginn des zweiten Teils die Verhältnisse bereits geklärt und die Grenzen eindeutig gesetzt, so dass man sich direkt ins Abenteuer stürzen darf.

Als Einstieg dient ein kurzer Tagebucheintrag Ephraim Goodweathers, der die Geschehnisse kurz und prägnant zusammenfasst. Der Roman selbst gliedert sich dann in die vier großen Kapitel Grauer Himmel, Kalter Wind, Fallende Blätter und Regen, in deren Verlauf die Bedrohung für unsere Protagonisten spürbar wächst und merklich beklemmender wird. Die obligatorischen Cliffhanger dürfen hier natürlich nicht fehlen, werden aber auch innerhalb der einzelnen Abschnitte großzügig gestreut, was merklich auf del Toros Erfahrung im Film-Metier weist. Aber generell liest sich Das Blut wie ein Film, so dermaßen spannungsgeladen und temporeich wird hier die Geschichte weitergetrieben, während Leser und Autor gemeinsam von Schauplatz zu Schauplatz springen.

Dramaturgisch darf man Das Blut nur beglückwünschen, wenn auch die Horror-Versatzstücke altbekannt, die Idee des Vampirismus als Virus nicht neu und das mächtige magische Buch ein durchaus alter Hut sind, so unterhält die Geschichte doch tadellos und hat mich das ein ums andere Mal verleitet noch eben einen kurzen Abschnitt mehr zu lesen. Man muss natürlich auch mit der Thematik sympathisieren, insbesondere wenn Hogan und del Toro dann auch noch einen untoten Nazi-General, mystische Geheimnisse und Schicksal mit ins Spiel bringen. Außerdem ließe sich noch bemängeln, dass die Charaktere – so sympathisch sie auch sein mögen – größtenteils recht stereotyp daherkommen und jeder für sich ein bestimmtes Rollenklischee bedient, wobei man hier aber natürlich auch anführen könnte, dass derartige Rollenklischees schlicht deshalb existieren, weil sie so gut funktionieren. Widersprechen könnte ich dem nicht.

Dafür haben mir ganz besonders die Rückblenden in Abraham Setrakians Vergangenheit zwischen den einzelnen Abschnitten gefallen, weil diese nicht nur reiner Selbstzweck für die Geschichte sind, sondern mir auch diesen so undurchsichtigen Charakter näher gebracht haben. Weiteres Highlight sind die sporadisch auftauchenden Blog-Einträge des Schädlingsbekämpfers Vasiliy, die ihn zu meinem heimlichen Liebling haben werden lassen und die wertvolle Tipps fürs Überleben liefern. Zuletzt sollte man sich aber natürlich durchaus bewusst sein, dass Das Blut auch Bindeglied zwischen Die Saat und Die Nacht ist und somit a) Vorkenntnisse voraussetzt und b) ein offenes, fieses, nach mehr verlangendes Ende bereithält.

Fazit & Wertung:

Das Blut ist ein überzeugender zweiter Teil und wird die Fans der Reihe sicherlich nicht enttäuschen. Wer Teil 1 nicht kennt, aber Guillermo del Toros Filme mag, der sollte übrigens definitiv einen Blick riskieren.

8 von 10 Vampirangriffen

Das Blut

  • Vampirangriffe - 8/10
    8/10

Fazit & Wertung:

Das Blut ist ein überzeugender zweiter Teil und wird die Fans der Reihe sicherlich nicht enttäuschen. Wer Teil 1 nicht kennt, aber Guillermo del Toros Filme mag, der sollte übrigens definitiv einen Blick riskieren.

8.0/10
Leser-Wertung 0/10 (0 Stimmen)
Sende

Weitere Details zum Buch und den Autoren findet ihr auf der Seite des Heyne Verlag. Dort findet sich übrigens auch eine Leseprobe als PDF.

– – –

Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

%d Bloggern gefällt das: