Review: Catch .44 – Der ganz große Coup (Film)

Heute gibt es ein weiteres Mal einen der von mir in letzter Zeit schmählich vernachlässigten Filme zur Review präsentiert, aber wenn ich mit meinem Turnus weiterhin so durchpresche, werden da in den nächsten Tagen sicherlich noch einige neuere wie ältere Schmankerl nachfolgen.

Catch .44
Der ganz große Coup

Catch .44, USA 2011, 94 Min.

Catch .44 - Der ganz große Coup | © Universum Film
© Universum Film

Regisseur:
Aaron Harvey
Autor:
Aaron Harvey

Main-Cast:
Forest Whitaker (Ronny)
Bruce Willis (Mel)
Malin Akerman (Tes)
in weiteren Rollen:
Nikki Reed (Kara)
Deborah Ann Woll (Dawn)
Shea Whigham (Billy)
Brad Dourif (Sheriff Connors)

Genre:
Action | Thriller

Trailer:

 

Inhalt:

Tes, Dawn und Kara, ein knallhartes, durchtriebenes Trio, erledigt schon einige Zeit kleinere wie größere Geschäfte für ihren Gönner, den spleenig-durchgeknallten und von Tag zu Tag paranoider werdenden Mel. Dummerweise geht eines Tages ein Deal schief und Tes und Konsorten bekommen daraufhin einen wirklich einfachen, geradlinigen Auftrag zugeschustert. Doch was die Mädels für eine Rehabilitationsmaßnahme halten, dient vielmehr dem Zweck, die drei aus dem Weg räumen zu lassen, denn wer Mel einmal enttäuscht hat seine Gunst auf ewig verloren. Als dann auch noch Mels rechte Hand Ronny ins Spiel kommt, scheint das Desaster perfekt.

Rezension:

Szenenbild aus Catch .44 - Der ganz große Coup | © Universum Film
© Universum Film

Catch .44 kommt ein wenig wie ein Konglomerat diverser erfolgreicher Filme daher und trägt dabei eindeutig auch ein wenig Tarantinos Handschrift – obwohl dieser freilich mit dem Film absolut nichts zu tun hat und seine Klasse zu keinem Zeitpunkt erreicht wird – und spiegelt dadurch lediglich die Huldigung des Regisseurs Aaron Harvey für sein Vorbild wider. Das heißt nicht einmal, dass der Film wie ein Retortenprodukt wirkt oder gänzlich uninspiriert wäre, aber die Handlung kommt einem schon seltsam bekannt vor und die Figuren wirken wie am Reißbrett entworfen, stellen teils bloße Karikaturen dar und wirken wie am Reißbrett entworfen.

Immerhin ist der Film durchaus hochkarätig besetzt und insbesondere von Malin Akerman bin ich ja ein ausgewiesener Fan und diesmal darf sie wirklich eine taffe Diebin mimen und endlich einmal zeigen, wie viel Girl-Power in ihr steckt. Bruce Willis‘ hat fraglos eine bedeutsame und markante Rolle, doch ist dieser Auftritt nicht annähernd so zeitintensiv, wie es einem das Cover suggerieren möchte, so dass er hier einmal mehr als Zugpferd für einen ansonsten gnadenlos untergegangenen Streifen herhalten muss. Zudem wird der Antrieb seiner Figur – ebenfalls durch die Kürze der Leinwandpräsenz bedingt – kaum herausgearbeitet, so dass seine Motivation trotz oder gerade wegen seiner offensiv zur Schau getragenen Spleens im Dunkeln bleibt und er schlicht den psychotischen Gangsterboss par excellence mimen darf.

Unter mangelnder Motivation hat auch Forest Whitakers Ronny zu leiden, der zwar herrlich ambivalent in seinem Handeln ist und im Verlauf der Geschichte durchaus für eine Überraschung wert, doch auch hier hilft ein schneller Blick hinter die Fassade, um zu erkennen, dass nicht gerade viel Substanz hinter der Figur steht. Deborah Ann Woll und Nikki Reed indes werden in Catch .44 gnadenlos verheizt und abgesehen von ein paar Witzchen, One-Linern und unsinnigen Diskussionen dienen sie nur als Aufhänger, um Akermans Tes nicht von vornherein allein ins Verderben zu schicken, wobei besagte Diskussionen natürlich frappierend an Tarantions Death Proof erinnern (sollen).

Szenenbild aus Catch .44 - Der ganz große Coup | © Universum Film
© Universum Film

Die große Stärke des Films liegt aber nichtsdestotrotz in seinen spielfreudigen und durchaus talentierten Darstellern, die den Figuren zumindest einige wenige Facetten, Ecken und Kanten abzuringen imstande sind und des Weiteren in zahlreichen formalen Aspekten, die zu gefallen wissen. Zahlreiche Zeitsprünge verkomplizieren den Plot zwar nur unnötig, halten dafür aber für geraume Zeit die Spannung aufrecht, bis man freilich schon bald dahinter kommt, wie der Hase läuft, zumal auch das Ende in mehrerlei Hinsicht vorweggenommen wird. Doch frei nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ interessiert dieses Ende gar nicht so sehr, sondern vielmehr wie es dazu kam und auch wenn – wie gesagt – der Plot nicht gerade neu, überraschend oder innovativ wäre, unterhält Catch .44 durchaus und hält den Zuschauer mit toll geschnittenen Szenen und einer durchgestylten Optik sowie einem Soundtrack, der unter anderem den Song „Dead Sound“ von The Raveonettes beinhaltet und diesen wirklich großartig in die Geschichte verbaut.

Fazit & Wertung:

Formal einwandfrei, inhaltlich aber äußerst schwach auf der Brust, hinterlässt Catch .44 einen extrem gemischten Eindruck, wenngleich er mir durchaus gut gefallen hat – aber auch Ideenklau und uninspirierte Dialoge und Figuren gehören abgestraft, Malin Akerman hin oder her.

6,5 von 10 schießwütigen Gangstern

Catch .44

  • Schießwütige Gangster - 6.5/10
    6.5/10

Fazit & Wertung:

Formal einwandfrei, inhaltlich aber äußerst schwach auf der Brust, hinterlässt Catch .44 einen extrem gemischten Eindruck, wenngleich er mir durchaus gut gefallen hat – aber auch Ideenklau und uninspirierte Dialoge und Figuren gehören abgestraft, Malin Akerman hin oder her.

6.5/10
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Catch .44 ist am 13.07.12 auf DVD und Blu-ray im Vertrieb von Universum Film erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

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