Review: Texas Killing Fields – Schreiendes Land (Film)

Nachdem ich gestern einmal wieder einen freien Tag für mich verbuchen konnte, den ich übrigens auch bitter nötig hatte, da wir in der vergangenen Woche jeden, aber ausnahmslos jeden Tag auf Achse waren oder Besuch empfangen haben, habe ich zumindest die Zeit gefunden, ein wenig vorzuarbeiten und hoffe demnach, nun auch wieder etwas häufiger und regelmäßiger bloggen zu können, während ich gleichzeitig weiterhin der außerhäuslichen, sommerlichen Freizeitgestaltung frönen kann.

Diesem Umstand ist es daher zu verdanken, dass ich euch auch heute wieder mit frischem Lesestoff versorgen kann, ohne darauf verzichten zu müssen, bereits in wenigen Stunden wieder das Haus zu verlassen und dann zuerst den Veggie Street Day und im Anschluss daran Olgas Rock zu besuchen. Manchmal ist das Leben schon schön. Bis morgen oder spätestens Montag und ein allseits schönes Wochenende wünscht euch euer fleißiger Schreiberling vom Medienjournal.

Texas Killing Fields
Schreiendes Land

Texas Killing Fields, USA 2011, 105 Min.

Texas Killing Fields | © Ascot Elite
© Ascot Elite

Regisseurin:
Ami Canaan Mann
Autor:
Don Ferrarone

Main-Cast:
Sam Worthington (Mike Souder)
Jeffrey Dean Morgan (Brian Heigh)
Jessica Chastain (Pam Stall)
Chloë Grace Moretz (Ann Sliger)
in weiteren Rollen:
Jason Clarke (Rule)
Annabeth Gish (Gwen Heigh)
Sheryl Lee (Lucie Sliger)
Stephen Graham (Rhino)

Genre:
Krimi | Thriller | Drama

Trailer:

 

Inhalt:

Wir befinden uns in Texas City, Texas. Ein junges Mädchen auf der Schwelle zum Erwachsensein findet den Tod und schnell sind die beiden ungleichen Detectives Mike und Brian in den Fall involviert. Während Mike Souder sich ganz klassisch den üblichen Verdächtigen widmen möchte, wird Brian Heigh von Mikes Exfrau Pam kontaktiert, die ebenfalls bei der Polizei arbeitet und um dessen Hilfe bittet, obwohl sich ihr Fall der Zuständigkeit der beiden Cops entzieht. Doch Brian vermutet schnell einen Zusammenhang des Mordfalls mit einer Reihe von Todesfällen in den so genannten Texas Killing Fields, einem unwirtlichen Sumpfgelände außerhalb von Texas, weshalb er einwilligt, Pam zu helfen.

Nach und nach fassen Brian und Mike verschiedene Verdächtige ins Auge, doch erst als Anne verschwindet, ein junges Mädchen, dass von seiner Mutter zuhause mehr geduldet wird als dass es erwünscht wäre und folglich ein ums andere Mal durch die Stadt vagabundiert, spitzt sich die Lage derart zu, dass sich die beiden Detectives zum Handeln gezwungen sehen, was insbesondere Brian in arge Bedrängnis zu bringen droht.

Rezension:

Szenenbild aus Texas Killing Fields | © Ascot Elite
© Ascot Elite

Texas Killing Fields beruht wie so viele andere Filme auf realen Ereignissen, beziehungsweise ist von diesen inspiriert, doch welch Aussagekraft diese Inspiration hat bleibt fraglich und ohne Kenntnis der realen Ereignisse wage ich zu behaupten, dass hier doch extrem viel fiktionalisiert wurde, denn ansonsten erscheint mir eine derart klassische, stereotype und klischeebeladene Figurenkonstellation mehr als unglaubwürdig. Da gäbe es die zwei ungleichen Polizisten, der eine paragraphentreu, der andere Idealist ohne Rücksicht auf Verluste, der eine verheiratet, der andere geschieden und beide auf ihre Art ruppig und trotzdem herzlich, mit einem derart raubeinigen Charme, dass man ihn so tatsächlich nur in den Südstaaten vorfinden würde.

Zumindest an den Darstellern ist im Grunde nichts verkehrt, seien es Sam Worthington, Jeffrey Dean Morgan, Jessica Chastain oder Chloë Grace Moretz, doch abgesehen von letzterer sind leider sämtliche Darsteller in ihren arg stereotypen Rollen gefangen, die es ihnen kaum erlauben wirklich Leistung abzuliefern oder aus der Masse der nur allzu oft erlebten Ermittler herauszuragen. Generell bewegt sich Texas Killing Fields in nur zu bekannten Fahrwassern und kann kaum mit Innovationen, geschweige denn Überraschungen aufwarten.

So unspektakulär und blass aber die Charaktere sind, so großartig ist das im Film eingefangene Texas nebst den umgebenden Sümpfen, den namensgebenden Texas Killing Fields, so dass der Film in punkto Schauwerte einiges zu bieten hat und zumindest teilweise das, was Charakterzeichnung und Dramaturgie missen lassen mit einer überzeugenden Optik und spannungsgeladener Atmosphäre auszugleichen weiß. Ständig prasselt der Regen, die Sümpfe wirken genauso unübersichtlich und gefährlich wie sie es sollen und das Stadtleben wird gleichsam thematisiert und dargestellt, so dass der Schauplatz beinahe zu leben beginnt, während an jeder Ecke Gefahren lauern und viele Gestalten undurchsichtig und bedrohlich wirken.

Szenenbild aus Texas Killing Fields | © Ascot Elite
© Ascot Elite

Man wäre versucht, dem Film einige Schwächen zu verzeihen und über Charaktereigenschaften, die im Grunde bloß pure Behauptung bleiben hinwegzusehen, doch büßt er am Ende einiges an Atmosphäre ein, wenn binnen fünf Minuten versucht wird, die Geschichte abrupt und halbgar zu einem nur mäßig befriedigenden Ende zu führen, denn ohne zu spoilern kann ich sagen, dass man sich der sehr beliebten Technik des einige Monate später bedient und hier alles schnell schnell schnell zu Ende gebracht werden will, so dass vormals dramatische Ereignisse und offene Fragestellungen kaum noch erklärt oder aufgeklärt werden und den Zuschauer – gerade mit Blick auf den realen Hintergrund – recht unbefriedigt zurücklassen, zumindest wenn man sich trotz der vornehmen Blässe der Figuren im Inneren für ihr Schicksal interessiert und bitte erklärt haben möchte, was genau nun wie dazu geführt hat, dass es so endet. Diese Erklärung bleibt der Film leider schuldig und kommt so – zusammen mit seinen viel zu oft viel zu bemüht wirkenden Charakteren – kaum über den Standard des Genres hinaus, wenn da nicht die vergleichsweise bildgewaltigen und opulenten Kameraaufnahmen und die ausnahmslos tadellose Optik wären.

Fazit & Wertung:

Texas Killing Fields ist ein Genre-Film nach Schema F und man könnte meinen, die Figuren schon über Jahre zu kennen, obwohl sie hier kaum mehr als angedeutet werden. Die Geschichte ist gleichsam überraschungsarm, aber immerhin spannend inszeniert und mit großartiger Optik garniert, die den atmosphärischen Gesamteindruck des Films noch untermauert und ihn dadurch – zumindest für Fans dieses spezifischen Genres – zu einer Empfehlung für verregnete Nachmittage macht, wenn es gerne auch mal etwas oberflächlicher, dafür aber immerhin inszenatorisch einwandfrei sein darf.

6 von 10 verregneten Nächten in den Weiten der Sümpfe

Texas Killing Fields - Schreiendes Land

  • Verregnete Nächte in den Weiten der Sümpfe - 6/10
    6/10

Fazit & Wertung:

Texas Killing Fields ist ein Genre-Film nach Schema F und man könnte meinen, die Figuren schon über Jahre zu kennen, obwohl sie hier kaum mehr als angedeutet werden. Die Geschichte ist gleichsam überraschungsarm, aber immerhin spannend inszeniert und mit großartiger Optik garniert, die den atmosphärischen Gesamteindruck des Films noch untermauert und ihn dadurch – zumindest für Fans dieses spezifischen Genres – zu einer Empfehlung für verregnete Nachmittage macht, wenn es gerne auch mal etwas oberflächlicher, dafür aber immerhin inszenatorisch einwandfrei sein darf.

6.0/10
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Texas Killing Fields ist am 17.07.12 auf DVD und Blu-ray im Vertrieb von Ascot Elite erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

Blu-ray:

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