Review: Spartacus: Gods of the Arena (Serie)

Tja, heute bin ich sogar noch früher dran als gestern, denn einmal mehr steht gleich noch Besuch ins Haus, so dass ich gut daran tue, noch fix meinen Artikel zu veröffentlichen, um später nicht unsere Gäste warten lassen zu müssen oder Gefahr zu laufen, dass sie mich misstrauisch beäugen… oder so ähnlich. Hier nun auf jeden Fall pünktlich zum übermorgigen DVD/Blu-ray-Erscheinen meine Review zu:

Spartacus: Gods of the Arena

Spartacus: Gods of the Arena, USA 2011, ca. 55 Min. je Folge

Spartacus: Gods of the Arena | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Serienschöpfer:
Steven S. DeKnight
Showrunner:
Steven S. DeKnight

Main-Cast:
John Hannah (Batiatus)
Peter Mensah (Oenomaus)
Dustin Clare (Gannicus)
Lucy Lawless (Lucretia)
in weiteren Rollen:
Manu Bennett (Crixus)
Nick E. Tarabay (Ashur)
Craig Walsh-Wrightson (Solonius)
Lesley-Ann Brandt (Naevia)
Antonio Te Maioha (Barca)
Stephen Lovatt (Tullius)
Gareth Williams (Vettius)
Jaime Murray (Gaia)

Genre:
Action | Historie | Drama

Trailer: (in englisch)

 

Inhalt:

Jahre bevor sich Spartacus in den Ludus von Quintus Lentulus Batiatus verirrt, strebt dieser bereits danach, in Capua zu einer festen Größe zu werden und seine Gladiatorenschule zu nie gekannter Bekanntheit zu bringen, doch scheitert er immer wieder an dem Einfluss seiner Kontrahenten im Kampf um die begehrten Kämpfe zu prestigeträchtigen Zeiten und insbesondere an dem durchtriebenen Tullius und dessen Günstling Vettius. Einzig der gute Solonius ist ihm in Freundschaft verbunden, wenngleich dies Batiatus kaum zu schätzen weiß und seine ganzen Hoffnungen in den ersten Kämpfer, den überheblichen und selbstgefälligen Gannicus setzt.

Szenenbild aus Spartacus: Gods of the Arena | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Auf eine Eingebung hin erwirbt Batiatus zudem zu einem überteuerten Preis den ungehobelten Gallier Crixus, was ihm wie erhofft die Aufmerksamkeit von Tullius einbringt, nicht ahnend, dass dieser es auf Gannicus abgesehen hat. Doch auch Crixus beginnt dem strahlenden ersten Mann langsam aber stetig das Wasser abzugraben, während sich Batiatus, auch aufgrund seiner Frau Lucretia, mehr und mehr in seine Intrigen verstrickt und ein gewagtes Spiel zu spielen beginnt, während sein kränkelnder Vater in seinen ehemaligen Ludus zurückkehrt, entsetzt darüber, wie Batiatus den einst guten Namen des Hauses vermeintlich verkommen lassen hat.

Rezension:

Seit meinem ersten Kontakt mit Spartacus hielt ich den Überraschungserfolg von Starz für eine gut konzipierte Erwachsenen-Serie, die durchaus aus mehr Versatzstücken besteht als Blut und Brüsten. Jetzt stellte sich natürlich die große Frage, inwieweit Gods of the Arena als nachgeschobene Vorgeschichte für die Ereignisse in Blood and Sand funktionieren würde, zumal dieses Prequel ja aus der Not heraus geboren wurde, dass bei Spartacus-Darsteller Andy Whitfield ein Non-Hodgkin-Lymphom diagnostiziert wurde und er sich in Behandlung begab, so dass man sich entschied, diese kürzere Staffel einzuschieben und nach Genesung des Schauspielers mit der regulären Reihe fortzufahren. Leider erlag Whitfield später seinem Krebs-Leiden und Liam McIntyre ersetzte ihn in der Rolle des namensgebenden Spartacus. Dies aber ist eine andere Geschichte.

Szenenbild aus Spartacus: Gods of the Arena | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Ursprünglich als kurzer Rückblick zu Beginn der zweiten Staffel geplant durfte man also durchaus mehr als skeptisch sein, dass Starz diesen nun auf sechs Folgen ausgewalzt hat, doch ich kann vorwegnehmen, dass ich selten etwas stimmigeres in dieser Richtung gesehen habe! Gods of the Arena setzt in den letzten Minuten der ersten Staffel ein und inszeniert das folgende Treiben wie einen knapp sechsstündigen Rückblick, in dem nicht nur die Geschicke von Batiatus und Lucretia näher beleuchtet werden, sondern auch, wie sich Crixus zum ersten Kämpfer des Ludus aufschwingen konnte. Daneben werden in Capua natürlich wieder munter Intrigen ausgeheckt und maßlose Orgien ausgerichtet.

Des Weiteren gibt es ein Wiedersehen mit Solonius und der Zuschauer erfährt, wie es zum Zerwürfnis zwischen den beiden einstmaligen Freunden gekommen ist, von Lucretia werden weitere Schattenseiten offenbart und in der von Jaime Murray verkörperten Gaia hat sie eine Freundin an der Seite, die an Dekadenz und Verschlagenheit der später auftauchenden Ilithyia in nichts nachsteht. Zudem findet sich in der Figur des Tullius – dargestellt von Stephen Lovatt – ein durchtriebener wie charismatischer Rivale für Batiatus, der ihm binnen der nur sechs Folgen gehörig das Leben schwer macht, ebenso wie Batiatus‘ Vater, der ihm nicht gerade wohlgesonnen ist.

Szenenbild aus Spartacus: Gods of the Arena | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Natürlich geizt aber auch Gods of the Arena nicht an den eingangs erwähnten Primärattributen der Serie – Blut und Brüsten, so dass sich der geneigte Zuschauer auf gewohnt explizite und durchaus recht selbstzweckhafte Szenen freuen darf, die die Serie zwar nicht wirklich aufwerten, irgendwie aber doch zu ihrem Charme gehören, so dass ich auch so ehrlich bin zuzugeben, mich über die wie immer recht derbe Unterhaltung gefreut zu haben. Tatsächlich ist die Miniserie aber auch wieder geschichtlich extrem überzeugend, zumal sie einerseits, bedingt durch die kurze Laufzeit, ziemlich dicht inszeniert ist und sich zudem wahnsinnig stimmig ins Gesamtbild einfügt, weil im Grunde sämtliche offenen Fragen aus der ersten Staffel – was eben die Vorgeschichte einzelner Figuren angeht – überzeugend und interessant beantwortet werden.

Fazit & Wertung:

Spartacus: Gods of the Arena hält das hohe (inszenatorische) Niveau seines Vorgängers Blood and Sand und wem dieser gefallen hat, dem wird auch das rundweg überzeugende Prequel gefallen, zumal hier längst verstorbene oder bis dato nur stiefmütterlich behandelte Charaktere ihre Auftritte haben dürfen.

9 von 10 zerstückelten Gladiatoren

Spartacus: Gods of the Arena

  • Zerstückelte Gladiatoren - 9/10
    9/10

Fazit & Wertung:

Spartacus: Gods of the Arena hält das hohe (inszenatorische) Niveau seines Vorgängers Blood and Sand und wem dieser gefallen hat, dem wird auch das rundweg überzeugende Prequel gefallen, zumal hier längst verstorbene oder bis dato nur stiefmütterlich behandelte Charaktere ihre Auftritte haben dürfen.

9.0/10
Leser-Wertung 9/10 (1 Stimme)
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Episodenübersicht:

01. Alte Sünden
02. Die Berufung
03. Das Familienoberhaupt
04. Hinter der Maske
05. Die Abrechnung
06. Das blutige Ende

– – –

Spartacus: Gods of the Arena erscheint am 09.11.12 als DVD, Blu-ray und UNCUT Blu-ray (mit SPIO/JK-Freigabe) im Vertrieb von Twentieth Century Fox. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

Blu-ray:

  • Hab da irgendwann einmal eine Folge im Fernsehen gesehen und für dumm befunden. Vll. gebe ich dir Serie irgendwann einmal wieder eine Chance. Sieht allerdings nicht danach aus. Mein Zeitfenster dafür scheint zu klein. 😉

    • Also dumm ist sie beileibe nicht, aber ich verstehe durchaus die kritischen Stimmen, denn die Serie zieht schon wirklich viel aus überbordender Gewaltdarstellung und Nacktheit und wäre ohne diese Attribute sicherlich auch nur halb so interessant, aber seit „Rom“ bin ich der Thematik schon ein wenig verfallen und da war „Spartacus“, gerade ob seiner Härte und Kompromisslosigkeit eine prima „Ersatzdroge“ für mich. wenn es aber nicht direkt funkt muss man sich das auch nicht antun, meine Wertung ist schließlich (wie immer) höchst subjektiv.

      Und das mit dem Zeitfenster kenne ich wenn ich nur daran denke, wie ich mir vor einem guten halben Jahr voller Euphorie die Blu-rays von „Band of Brothers“ und „The Pacific“ zugelegt habe und immer noch keine einzige Folge davon gesehen habe…

  • Flo Lieb

    Du guckst dir echt sowas an? Da bin ich ganz perplex. Und dann auch noch 9 von 10 Sterne…

    • Ja, tatsächlich kann ich dem einiges abgewinnen. Man muss die 9 Sterne natürlich differenziert betrachten, aber für das was die Serie sein möchte sind die aus meiner Warte absolut gerechtfertigt, denn wenn es mal deutlich derbere Unterhaltung sein darf, hat Spartacus im Moment bei mir die Nase vorn – und der Unterhaltungswert war für mich ungebrochen sehr hoch über die gesamte Dauer der viel zu kurzen „Miniserie“.

      Doch dass diese Meinung bei vielen auch nur ungläubiges Kopfschütteln hervorrufen wird, dessen bin ich mir durchaus bewusst 😉

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