Review: Vampire bevorzugt | Charlaine Harris (Buch)

Zwar schreibe ich morgen und übermorgen zwei überaus wichtige und mich gleichsam nervös machende Klausuren auf meinem Weg zum Betriebswirt, aber durch clevere Vorarbeit bekommt ihr trotzdem eine Review spendiert, um eine hier bereits recht etablierte Reihe endlich einmal fortzuführen.

Vampire bevorzugt

Dead as a Doornail, USA 2005, 336 Seiten

Vampire bevorzugt von Charlaine Harris
© dtv

Autorin:
Charlaine Harris

Verlag (D):
Deutscher Taschenbuch Verlag
ISBN:
978-3-423-21057-7

Genre:
Drama | Horror | Fantasy

 

Inhalt:

Seit den jüngsten Geschehnissen zählt Sookies Bruder Jason ebenfalls zu den Gestaltwandlern und sie setzt alles daran, ihm seine erste Verwandlung so angenehm wie möglich zu machen. Doch dann werfen ungleich schlimmere Ereignisse ihre Schatten voraus, denn ein Scharfschütze hat es auf Gestaltwandler abgesehen und auch Sam Merlotte bleibt nicht verschont, wird aber zum Glück nur am Bein verletzt. Nichtsdestotrotz ist Sookie gezwungen, in dessen Namen bei Eric im Fangtasia um Hilfe zu bitten und einen Aushilfsbarkeeper anzufordern.

Auch der gestaltwandelnde Anführer der Gemeinde von Hot-Shot wird angeschossen und als auch noch ein vermeintliches Mitglied der Bruderschaft der Sonne Sookies Haus anzündet, spitzt sich die Lage merklich zu, zumal die anderen Gemeindemitglieder von Hot-Shot mittlerweile ihren Bruder Jason verdächtigen, der Attentäter zu sein. Als wäre dies nicht schon Aufregung genug, macht Alcide Herveaux ihr seine Aufwartung und bittet sie, der Suche nach einem neuen Rudelführer für die Werwolfsgemeinde von Shreveport beizuwohnen, während Sookie von Eric bedrängt wird, ihr die Wahrheit über die gemeinsam verbrachte Zeit zu erzählen, da er sich aufgrund des Hexenfluchs an nichts mehr erinnern kann, sie ihm aber aufgrund des Verhältnisses zwischen ihnen beiden und vor allem dem Mord an Debbie Pelt auch bei seiner Amnesie nicht auf die Sprünge helfen möchte.

Rezension:

Mittlerweile liegt mit Vampire bevorzugt also bereits der fünfte Band der Sookie Stackhouse-Reihe hinter mir und der Spaß an der Sache ist ungebrochen. Ähnlich wie schon in Der Vampir, der mich liebte beschreitet Charlaine Harris kaum neue Wege und hält sich dezent damit zurück, dass Panoptikum der Einwohner von Bon Temps, Shreveport, Hotshot und Grainger um neue Figuren zu ergänzen, sondern nutzt erneut ihr Figurenensemble, um eine Geschichte aus dem Boden zu stampfen, die zwar nicht ganz an den Vorgängerband heranreicht, dennoch aber und insbesondere aufgrund ihrer Vielseitigkeit zu überzeugen weiß.

Das Verhältnis zwischen Sookie und Bill bleibt weiterhin ungeklärt, ebenso wie zu Eric und Alcide, wenngleich auch alle drei wieder tragende Rollen in der Erzählung einnehmen dürfen. Besonders gelungen an diesem Band sind nun die konkreten Verweise auf die vorangegangenen Geschichten, die untermauern, dass man den fünften Teil einer großangelegten Reihe liest und nicht etwa bloß einen kleinen Aspekt einer nur lose zusammenhängenden Geschichte. So hat nämlich alles vorangegangene mal mehr mal weniger starke Auswirkungen auf die Geschichte der Figuren und führt unter anderem dazu, dass diese und ihr Verhältnis untereinander sich merklich entwickeln.

Einzig ankreiden kann man Vampire bevorzugt, dass man oftmals nicht genau weiß wohin die Reise geht, denn einerseits muss sich Sookie um ihren verletzten Chef sorgen, bändelt mal mehr mal weniger dezent mit diversen Männern an, kümmert sich wie nebenbei um die Suche nach dem Verantwortlichen für die Schüsse auf die Gestaltwandler, wohnt derweil noch den Riten und Ritualen der Werwolfsgemeinde bei, versucht dann noch ihre Freundin Tara aus den Klauen des sinistren Vampirs Mickey zu befreien und gerät derweil noch mit Eric, Bill und Alcide aus den unterschiedlichsten Gründen aneinander, während ihr Haus angezündet wird und auch Bubba, der allseits bekannte Vampir aus Memphis, ihr erneut seine Aufwartung macht. Als wäre dies alles noch nicht genug, beschäftigt Sookie auch immer noch ihr Mord an Debbie Pelt, dem Eric zwar beigewohnt hat, an den er sich aber nicht mehr erinnern kann.

So bleiben die Geschichten zwar stets spannend und sogar zuweilen amüsant, lassen jedoch zuweilen eine klare Linie vermissen, weshalb man sich wünschen würde, dass Charlaine Harris sich in den folgenden Bänden wieder mehr auf einen Handlungsbogen konzentriert, wenngleich man einräumen muss, dass sich am Ende das Meiste zu einem mehr oder minder stimmigen Ganzen fügt, wenn logische Lücken sich auch nicht gänzlich vermeiden ließen. Doch sollte dies bei einer Serie um eine telepathisch begabte Kellnerin, die mit Vampiren, Werwölfen und anderen Gestaltwandlern verkehrt auch nicht oberste Prämisse sein, so dass man der Autorin diesen Umstand gerne nachsieht, zumal sie mit Vampire bevorzugt eine beinahe konstant überzeugende Fortsetzung zum Vorgänger abgeliefert hat.

Fazit & Wertung:

Vampire bevorzugt verzettelt sich zwar zuweilen ein wenig in zu vielen Handlungssträngen, wirkt aber nie unübersichtlich oder überladen und macht vor allem wieder eine Menge Spaß!

7,5 von 10 angeschossenen Gestaltwandlern

Vampire bevorzugt

  • Angeschossene Gestaltwandler - 7.5/10
    7.5/10

Fazit & Wertung:

Vampire bevorzugt verzettelt sich zwar zuweilen ein wenig in zu vielen Handlungssträngen, wirkt aber nie unübersichtlich oder überladen und macht vor allem wieder eine Menge Spaß!

7.5/10
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Weitere Details zur Autorin und dem Buch findet ihr auf der Seite des Deutschen Taschenbuch Verlages. Dort gibt es übrigens auch ein groß angelegtes Special zur Sookie-Stackhouse-Reihe.

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Die Sookie-Stackhouse-Reihe:

01. Vorübergehend tot
02. Untot in Dallas
03. Club Dead
04. Der Vampir, der mich liebte
05. Vampire bevorzugt
06. Ball der Vampire
07. Vampire schlafen fest
08. Ein Vampir für alle Fälle
09. Vampirgeflüster
10. Vor Vampiren wird gewarnt
11. Vampir mit Vergangenheit
12. Cocktail für einen Vampir
13. Vampirmelodie

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  • Dann würde ich aber auf alle Fälle empfehlen, mit dem ersten Band der Reihe (diesem hier: http://medienjournal-blog.de/2011/06/vorubergehend-tot-buch/ ) zu beginnen! Ansonsten ist diese Entscheidung natürlich nur zu begrüßen…

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