Review: Ted (Film)

Okay, okay, es wird mal wieder Zeit für einen Film, ich sehe es ja ein. Wie wäre es denn heute mal mit Ted von und mit Seth MacFarlane. Da bleibt mir nur noch, euch einen guten Start ins letzte vorweihnachtliche Wochenende zu wünschen!

Ted

Ted, USA 2012, 106 Min.

Ted | © Universal Pictures
© Universal Pictures

Regisseur:
Seth MacFarlane
Autoren:
Seth MacFarlane
Alec Sulkin
Wellesley Wild

Main-Cast:
Mark Wahlberg (John Bennett)
Mila Kunis (Lori Collins)
Seth MacFarlane (Ted [Stimme])
in weiteren Rollen:
Joel McHale (Rex)
Giovanni Ribisi (Donny)

Genre:
Komödie | Fantasy

Trailer:

 

Inhalt:

Es begab sich dereinst in der magischen Vorweihnachtszeit, dass ein kleiner Junge namens John sich nichts sehnlicher wünschte, als dass sein geliebter Teddy Ted lebendig werden möge, auf dass er auf ewig dessen bester Freund sein könne. Und da bekanntlich nichts mächtiger ist als der Wunsch eines kleinen Jungen – außer natürlich der Apache-Kampfhubschrauber – geht sein Wunsch natürlich prompt in Erfüllung und nach anfänglicher Überraschung entwickelt sich der kleine Ted schnell zum Medienphänomen. Die Jahre vergehen und Teds Ruhm verblasst, er und John allerdings bleiben beste Freunde.

Szenenbild aus Ted | © Universal Pictures
© Universal Pictures

25 Jahre später ist nichts mehr übrig von dem kleinen Knuddelbär und Ted und John rauchen lieber Gras und besaufen sich, während im Fernsehen schlechte Filme laufen. Nicht nur Johns Arbeit leider unter diesem Lebensstil, sondern vor allem dessen Freundin Lori ist es ein echter Dorn im Auge, dass ihr langjähriger Freund einfach nicht ohne seinen Teddy kann. Ted soll ausziehen und das besser jetzt als gleich, doch noch ahnen die drei ungleichen Freunde nicht, dass sich dadurch ganz neue Probleme ergeben werden.

Rezension:

Ted ist mal wieder so ein Film, der uneingeschränkt großartig hätte werden können, würde er sich nicht – neben all der Respektlosigkeit und den teils genialen Sprüchen – gleichzeitig insbesondere in der zweiten Hälfte den üblichen Genre-Konventionen der RomCom unterwerfen und zudem noch mit einer überflüssigen wie unpassenden Verfolgungsjagd aufzuwarten weiß, die dem Film nebst schmalzigem Ende auf den letzten Metern noch das letzte bisschen Subversion raubt. Obwohl Ted selbst das Potential zur Kultfigur hat und auch Mark Wahlberg und die wie immer bezaubernde Mila Kunis zu überzeugen wissen, versumpft der Film doch immer mal wieder in der puren Mittelmäßigkeit.

Szenenbild aus Ted | © Universal Pictures
© Universal Pictures

Seine stärksten Momente hat der Film, wenn er die Magie des Weihnachtswunders mit der Zotigkeit und Perversion des kiffenden Bären paart, der auch trotz fehlender Geschlechtsorgane gerne mal die eine oder andere Blondine vernascht, zumeist unter Zuhilfenahme von Gemüse. In solchen Momenten ist Ted dermaßen trocken und derbe, dass es eine wahre Freude ist, freilich nur, wenn man im Idealfall auch dem Humor in beispielsweise Family Guy etwas abgewinnen kann, stammt schließlich beides aus der Feder von Seth MacFarlane, der im Original sowohl Ted als auch Peter Griffin seine Stimme leiht. Sofern man mit MacFarlanes Werken vertraut ist, wird sich auch schnell Vertrautheit einstellen, weil er auch hier nicht müde wird, wirklich zahllose popkulturelle Anspielungen einzustreuen, was von einer im Film fest verankerten Huldigung an Flash Gordon bis zu einem Kierkegaard-Zitat reichen kann und wirklich grandios ist!

Dann allerdings biedert sich Ted teilweise so sehr am Mainstream an, dass jede weitere Szene, jeder weitere Satz vorhersehbar scheint und der Film – gäbe es den sprechenden Teddy nicht – einer zweitklassigen romantischen Komödie gleicht, die schmerzlich Witz und Ideenreichtum vermissen lassen würde. Die Chemie zwischen Wahlberg und Kunis funktioniert zwar tadellos und auch Joel McHale (Community) funktioniert als unsympathischer Nebenbuhler Rex wunderbar, doch passiert eben im Rahmen der Beziehung nichts wirklich spannendes, was nicht durch den von Ted verursachten Konflikt aufgewertet werden müsste. Da hilft dann auch der Plot um Teds Stalker Donny – gespielt von Giovanni Ribisi – nicht wirklich, denn der daraus resultierende Thrill wirkt ähnlich deplatziert wie die zuweilen echt schmalzige Romanze.

Szenenbild aus Ted | © Universal Pictures
© Universal Pictures

Hätte MacFarlane sich auf seine Stärken besonnen und mehr von Teds derbem Humor, gerne noch mehr nerdige Popkultur-Anspielungen und noch mehr Witz geliefert und stattdessen auf manch überzuckerte Szene verzichtet, die gerade im Kontrast zum Vulgär-Bär nicht recht funktionieren will, wäre Ted ein kleines Meisterwerk des subversiven Humors geworden. Insbesondere aufgrund der Spielfreude aller beteiligten Darsteller und der überzeugenden Integration von Ted in die „reale“ Welt macht der Film zwar durchaus eine Menge Spaß, hat aber eben zuweilen auch mit manchen Längen zu kämpfen und hätte durchaus noch besser sein können! Vielleicht funktioniert es hier ja aber auch mal umgekehrt, so dass der – längst angekündigte – zweite Teil den ersten übertrumpfen wird und nicht in dessen Schatten stehen muss. Wünschen würde ich es mir, denn trotz seiner Mängel macht Ted freilich immer noch eine Menge Spaß!

Fazit & Wertung:

Mit Ted hat Seth MacFarlane eine tabulose, witzige und anarchische Kultfigur geschaffen, die leider inmitten von romantischen Verfehlungen und einer hanebüchenen Verfolgungsjagd nie ihr volles Potential entfalten kann. Dennoch eine angenehm unterhaltsame Komödie, die gerade mit Blick auf ihren „Erschaffer“ aber deutlich derber hätte ausfallen können/sollen.

7 von 10 Popkultur-Referenzen

Ted

  • Popkultur-Referenzen - 7/10
    7/10

Fazit & Wertung:

Mit Ted hat Seth MacFarlane eine tabulose, witzige und anarchische Kultfigur geschaffen, die leider inmitten von romantischen Verfehlungen und einer hanebüchenen Verfolgungsjagd nie ihr volles Potential entfalten kann. Dennoch eine angenehm unterhaltsame Komödie, die gerade mit Blick auf ihren „Erschaffer“ aber deutlich derber hätte ausfallen können/sollen.

7.0/10
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Meinungen aus der Blogosphäre:
Cellurizon: 5/10 Punkte

Ted ist am 06.12.12 auf DVD und Blu-ray im Vertrieb von Universal Pictures erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

Blu-ray:

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