Review: Californication | Staffel 4 (Serie)

Das Wochenende naht und was gibt es da schöneres, als direkt nach der eintägigen, valentinstagsbedingten Auszeit direkt wieder eine neue Review reinreichen zu können?! Bei der wünsche ich natürlich wie immer viel Spaß, zunächst aber erst einmal euch allen ein schönes, erholsames Wochenende!

Californication
Staffel 4

Californication, USA 2007- , ca. 25 Min. je Folge

Californication | © Paramount Pictures
© Paramount Pictures

Serienschöpfer:
Tom Kapinos
Showrunner:
Tom Kapinos

Main-Cast:
David Duchovny (Hank Moody)
Natascha McElhone (Karen)
Madeleine Martin (Becca Moody)
Evan Handler (Charlie Runkle)
Pamela Adlon (Marcy Runkle)
in weiteren Rollen:
Stephen Tobolowsky (Stu Beggs)
Carla Gugino (Abby Rhodes)
Addison Timlin (Sasha Bingham)
Madeline Zima (Mia Lewis)

Genre:
Drama | Komödie

Trailer: (englisch)

 

Inhalt:

Nachdem Hank aufgrund seines tätlichen Angriffs auf Mias Freund und Agenten verhaftet worden war, ist er alsbald wieder auf freiem Fuß, doch sieht sich direkt neuen Problemen gegenüber. Der Umstand, dass allgemein bekannt geworden ist, dass er der wahre Autor von Ficken und Schläge, hat nämlich insbesondere zur Folge, dass man ihn nun der Verführung Minderjähriger anklagt und schon steht Hank wieder mit dem Gesetz auf Kriegsfuß. Während die attraktive Anwältin Abby Rhodes seine Verteidigung übernimmt, meint Charlie einen lukrativen Deal für Hank an Land gezogen zu haben, denn findige Filmemacher haben vor, Ficken und Schläge zu verfilmen und wollen den Autor höchstpersönlich als Drehbuchschreiber engagieren.

Szenenbild aus Californication | © Paramount Pictures
© Paramount Pictures

Im Zuge dessen lernt Hank auch die künftige Hauptdarstellerin Sasha Bingham kennen – die im Film Mias Rolle übernehmen soll – und fängt mit ihr eine Affäre an. Karen indes kann Hank nicht verzeihen und auch Becca will mit ihrem Vater nichts zu tun haben, so dass Hank von Hotel zu Hotel zieht, sich zwischenzeitlich bei Sasha oder auch bei Marcy und Charlie einquartiert. Als wäre all dies nicht schon genug, zieht sich Hank Karens erneuten Zorn zu, als sie fälschlicherweise eine Tablettenüberdosis als Selbstmordversuch interpretiert. Zudem entstehen kompromittierende Bilder von ihm, Sasha und Mia, die unversehens ihren Weg ins Internet finden und seine Lage vor Gericht nicht gerade begünstigen. Da erscheint es fast harmlos, dass Karen einen neuen Mann kennenlernt und Hank mit seiner Anwältin anzubändeln beginnt.

Rezension:

Hank Moody ist zurück. Trotz des überzeugenden Finales der letzten Staffel ging ich doch mit einer gehörigen Portion Skepsis an die nunmehr vierte Staffel Californication heran, glänzte diese in der vorangegangen Staffel schließlich nicht unbedingt durch Tiefgang sondern mehr durch nackte Haut in allen Variationen. Doch die Macher der Serie scheinen ein Einsehen gehabt zu haben, denn nun kehrt die einst so großartige Serie mit Pauken und Trompeten zu alter Stärke zurück. Das äußert sich auch darin, dass Geschehnisse, die noch auf den Beginn der Serie datieren, nun wieder aufgegriffen werden und ihre Wirkung entfalten, die sich durch die gesamten zwölf Folgen zieht, wohingegen man über den vergleichsweise unsäglichen dritten Aufguss meistenteils den Mantel des Schweigens breitet.

Szenenbild aus Californication | © Paramount Pictures
© Paramount Pictures

Hier nun aber stolpert Hank wieder in gewohnter Manier von Fettnäpfchen zu Fettnäpfchen und kämpft mit Verzweiflung um seine große Liebe Karen und den Respekt seiner heißgeliebten Tochter Becca. Seinem umtriebigen Charakter geschuldet scheitert er dabei häufiger und heftiger als ihm lieb sein mag, aber ebendies machte schließlich auch den Reiz der Serie aus und obwohl Hank sich nun vor Gericht für sein Stelldichein mit Mia in der ersten Staffel verantworten muss, kommt dennoch die Geschichte drumherum nicht zu kurz, wobei der Plot um die Verfilmung von Ficken und Schläge natürlich ein altbekannter Kniff ist, hier aber mit herrlich überzeichneten Figuren zu überzeugen weiß, zumal die erneute Verfilmung eines Romans von Hank letztlich auch nur konsequent ist.

Neue Figuren werden eingeführt und bekannte Charaktere machen eine spürbare Entwicklung durch, während man sich darüber freut, dass Californication seinen liebgewonnenen Antihelden endlich wieder in altbekannter Tragik und gewohnt scharfzüngig präsentiert. So muss eine Rückbesinnung auf alte Stärken aussehen und ich bin froh, dass man diesen Weg gegangen ist und hoffe nun, dass die Qualität in der darauffolgenden Staffel nicht wieder abfällt. Potential genug bieten die Geschichten um Hank und Konsorten allemal und jetzt, da man davon Abstand genommen hat, kaum mehr als zotige Sexeskapaden zu thematisieren, sondern stattdessen auch wieder mit Drama, Tiefgang und Esprit zu punkten, steht einer weiteren großartigen Staffel nichts mehr im Wege, auf die ich mich nun auch wieder vorbehaltlos freuen darf.

Szenenbild aus Californication | © Paramount Pictures
© Paramount Pictures

Einzig zu bemängeln wäre allerdings in dem Zusammenhang die gleichzeitig größte Stärke der vierten Staffel Californication, nämlich die thematisch enge Verbundenheit mit der ersten Staffel. Einerseits ist diese Rückbesinnung als Reminiszenz betrachtet natürlich toll, andererseits schleicht sich auch immer wieder Redundanz ein, so dass der Figurenkonstellation in manchen Punkten kaum neue Facetten abgerungen werden und das Geschehen ein wenig so wirkt, wie ein Zerrbild vorangegangener Ereignisse. Alles wird zwar stimmig variiert, aber ein klein wenig mehr Eigenständigkeit hätte der Staffel dennoch gut getan. Nichtsdestotrotz befinden wir uns auf einem guten Weg und wenn die nächste Staffel gänzlich neue Wege geht und trotzdem ihren Wurzeln treu bleibt, ist alles in Butter.

Fazit & Wertung:

Californication besinnt sich auf seine Wurzeln und wirkt dadurch wieder deutlich stimmiger als der vorangegangene Klamauk, dennoch hat sich manches eingeschlichen, was man in ähnlicher Form schon aus der ersten Staffel zu kennen meint. Nichtsdestotrotz; es geht bergauf!

8 von 10 unbeabsichtigten "Fehltritten"

Californication | Staffel 4

  • Unbeabsichtigte "Fehltritte" - 8/10
    8/10

Fazit & Wertung:

Californication besinnt sich auf seine Wurzeln und wirkt dadurch wieder deutlich stimmiger als der vorangegangene Klamauk, dennoch hat sich manches eingeschlichen, was man in ähnlicher Form schon aus der ersten Staffel zu kennen meint. Nichtsdestotrotz; es geht bergauf!

8.0/10
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Meinungen aus der Blogosphäre:
Tonight is gonna be a large one.: 7/10 Punkte

Episodenübersicht: Staffel 4

01. Vom Regen in die Traufe
02. Edel in Gedanken, erbärmlich im Handeln
03. Das Märchen vom Selbstmord
04. Affenmord
05. Kahlschlag
06. Rollenstudium
07. Sexuelle Befangenheit
08. Der letzte Glockenschlag
09. Die Sehnsucht nach dem perfekten Tag
10. Die Verhandlung
11. Wie in alten Zeiten
12. Unbequeme Wahrheiten

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  • Fand ich auch wieder besser, als die schwache dritte Staffel, doch insgesamt wäre da noch mehr gegangen… mal sehen, was Staffel 5 bringt!

  • Dos Corazones

    Die dritte Staffel war, glaube ich, der bisherige Tiefpunkt der Serie (obwohl es mir nach mittlerweile wieder einem Jahr ohne CALIFORNICATION schwer fällt alle Ereignisse richtig zu ordnen). Aber mit der vierten Staffel ging es ganz klar wieder bergauf. Und wie du und bullion hoffe ich darauf, dass die gerade in den USA angelaufende fünfte Staffel diesen Weg weitergeht.

  • Ficken und Schläge? Brwahahaha! Das ist so einer dieser Momente, wo man
    sich fragt, ob die englischsprachigen Zuschauer eigentlich immer so
    verstört sind wie ich, wenn ich die direkte Übersetzung von etwas im
    Kontext mit einer Geschichte vernehmen muß. Klar, das Buch heißt Fucking
    and Punching, aber es klingt irgendwie melodiöser als Ficken und
    Schläge! Brwahahaha! Und das haben die echt so gemacht? Brwahahaha!

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