Review: Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters | Tilman Rammstedt (Buch)

Es wird allerhöchste Zeit für eine neue Buchrezension und wo ich das jetzt gerade so beschlossen habe, steht sie auch prompt bereit und wartet darauf, veröffentlicht zu werden. Der Umstand, dass ihr diese Zeilen lest oder zumindest lesen könnt(et), ist mitunter ein Indiz dafür, dass sie mittlerweile veröffentlicht ist, die Buch-Rezension. Damit also viel Spaß.

Die Abenteuer meines
ehemaligen Bankberaters

Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters, DE 2012, 160 Seiten

Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters von Tilman Rammstedt | © DuMont Buchverlag
© DuMont Buchverlag

Autor:
Tilman Rammstedt

Verlag (D):
DuMont Buchverlag
ISBN:
978-3-832-19686-8

Genre:
Komödie | Abenteuer

 

Inhalt:

Tilman Rammstedt hat es sich zur Aufgabe gemacht, einen Roman über seinen (ehemaligen) Bankberater zu schreiben. Dumm nur, dass der Bankberater nicht unbedingt der typische Held ist und oftmals viel zu zaghaft, ängstlich, neurotisch oder verwirrt, um in einem echten Abenteuer bestehen zu können, so dass Rammstedt die Idee kommt, Bruce Willis zu bitten, die Rolle seines Bankberaters in dem Buch zu übernehmen. So nimmt der Autor per Email Kontakt zu dem Schauspieler auf und erörtert ihm sein Vorhaben.

Dumm nur, dass Herr Willis anscheinend nicht geneigt ist zu antworten, doch Rammstedts Fantasie, der Druck von Seiten seines Verlages und der ungezügelte Wille nach einem glücklichen Ende für sich selbst und seinen Bankberater treiben den Autor immer tiefer in seine Geschichte, während die Grenzen zwischen Wahn und Wirklichkeit immer weiter verschwimmen und Tilman Rammstedt sich mehr und mehr im Fortgang der Geschichte seines Bankberaters verzettelt.

Rezension:

Tilman Rammstedts Buch Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters unterteilt sich in seiner Gänze in den immer ausufernden einseitigen Email-Kontakt zwischen dem Autor und Bruce Willis und kleine Anekdoten den ehemaligen Bankberater betreffend. Diesen Stil muss man freilich mögen und er ist nicht jedermanns Sache, doch mit jeder Seite nimmt die Geschichte mehr und mehr an Fahrt auf und das Konzept geht auf. Muss man sich anfänglich noch mit trockenem Humor und den Anekdoten des Bankberaters begnügen, vermischt Rammstedt mehr und mehr die Realitäten, gerät unversehens selbst in seine Geschichte und schreibt des Öfteren den Plot um, um einer vermeintlichen Ausweglosigkeit zu entgehen und obwohl er selbst es ist, der seiner Romanfigur Willis die Worte in den Mund legt, reagiert die zunächst ablehnend auf den ihr unbekannten Autor und die unversehens auferlegte Bürde, den Bankberater spielen zu müssen.

Rammstedt gelingt es dabei vortrefflich, mit sich selbst in Zwiesprache zu treten und sich immer weiter in seine Geschichte hineinzusteigern, die im urtümlichen Sinne der Rettung seines Bankberaters dienen sollte, letztlich aber natürlich ihn selbst und seine Probleme in den Vordergrund rückt, bei denen ihm selbst der herbeigerufene Hollywood-Star nicht zu helfen imstande ist. Aufgebrochen wird die sich in den Emails entfaltende Geschichte von den skurrilen, teils melancholischen Anekdoten des Bankberaters, die immer erheiternd und witzig wirken, bis kurz vor Ende allerdings keine klare Linie erkennen lassen, sondern lediglich die Weltanschauungen des Bankberaters und sein Verhältnis zu Rammstedt charakterisieren.

Das Abenteuer, in das der Bankberater gerät, ist indes nicht sonderlich einfallsreich oder spannend geraten und der Autor verlässt sich hier ganz auf das eigentliche Phänomen Willis, wodurch der Fortgang der Story sich aber auch zuweilen akut hinzieht und auch die Ausführungen Rammstedts zu Redundanz neigen, insbesondere, wenn er sich selbst der Ausweglosigkeit einer Situation bewusst ist und sich krampfhaft bemüht, das Geschehen mit der Macht des alleskönnenden Erzählers noch zu seinen Gunsten abändern zu können.

Dadurch ergeben sich nun einmal auch einige Längen im Mittelteil, wohingegen mir das Ende zu hastig und abrupt herbeigeführt wurde und vor allem zu unbefriedigend, wenn man bedenkt, wie viel Zeit während der Geschichte darauf verwandt worden ist, auf die Wichtigkeit eines glücklichen Endes hinzuweisen. Nichtsdestotrotz macht Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters eine Menge Spaß und bietet eine gehörige Portion Kurzweil, zumal sich Tilman Rammstedt durchaus auszudrücken weiß und ein sehr spleeniges, in seiner Gesamtheit einfallsreiches Werk zum Besten gibt.

Fazit & Wertung:

Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters ist ein einfallsreiches und witziges Werk, dem ein wenig mehr dramaturgische Substanz durchaus gut getan hätte, dass aber insbesondere durch die Ausführungen des ehemaligen Bankberaters zu überzeugen weiß, denen lediglich unter Zuhilfenahme von Bruce Willis eine skurrile Rahmengeschichte spendiert worden ist.

7 von 10 einseitigen Zwiesprachen mit Bruce Willis

Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters

  • Einseitige Zwiesprachen mit Bruce Willis - 7/10
    7/10

Fazit & Wertung:

Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters ist ein einfallsreiches und witziges Werk, dem ein wenig mehr dramaturgische Substanz durchaus gut getan hätte, dass aber insbesondere durch die Ausführungen des ehemaligen Bankberaters zu überzeugen weiß, denen lediglich unter Zuhilfenahme von Bruce Willis eine skurrile Rahmengeschichte spendiert worden ist.

7.0/10
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Weitere Details zum Buch und dem Autor findet ihr auf der Seite des DuMont Buchverlages.

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Diese Rezension wurde ermöglicht und gesponsert von Blogg dein Buch und dem DuMont Buchverlag. Beiden danke ich für das Rezensionsexemplar, das meinem Artikel zugrundeliegt.

DuMont Buchverlag

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Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters ist am 17.10.12 als Hardcover im Dumont Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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