Review: Californication | Staffel 5 (Serie)

Ich bin ja so froh, diesen Artikel schon vor dem Wochenende vollendet zu haben, denn irgendwie hat mir am Montag, an dem dieser Artikel eigentlich erscheinen sollte, der Wetterumschwung zu schaffen gemacht. Jetzt aber in aller Frische erneut eine lohnenswerte Review, der nur noch der letzte Feinschliff gefehlt hat. Euch noch einen schönen Abend!

Californication
Staffel 5

Californication, USA 2007- , ca. 25 Min. je Folge

Californication | © Paramount Pictures
© Paramount Pictures

Serienschöpfer:
Tom Kapinos
Showrunner:
Tom Kapinos

Main-Cast:
David Duchovny (Hank Moody)
Natascha McElhone (Karen)
Madeleine Martin (Becca Moody)
Evan Handler (Charlie Runkle)
Pamela Adlon (Marcy Runkle)
in weiteren Rollen:
Jason Beghe (Richard Bates)
Stephen Tobolowsky (Stu Beggs)
Scott Michael Foster (Tyler)
RZA (Samurai Apocalypse)
Meagan Good (Kali)
Camilla Ludington (Lizzie)

Genre:
Drama | Komödie

Eine kleine Vorschau: (in englisch)

 

Inhalt:

Drei Jahre sind vergangen und Hank ist nach New York zurückgekehrt, hat ein weiteres erfolgreiches Buch geschrieben, diesmal über seine Zeit in L.A. und führt eine Beziehung mit Carrie, löst diese jedoch, als ihm ihr Streben nach einer tieferen und festeren Bindung verschreckt. Dankbar nimmt Hank Charlies Einladung nach L.A. an und flüchtet aus der Stadt. Im Flugzeug macht Hank die Bekanntschaft von Kali, doch das gemeinsame Stelldichein auf der Flugzeugtoilette wird jäh unterbrochen. In L.A. besucht Hank zunächst Karen – die mittlerweile mit ihrem ehemaligen Professor Richard Bates liiert ist – und Becca, die mit einem Jungen namens Tyler zusammen ist, der sich mehr und mehr als jüngere Version Hanks entpuppt und sich bei diesem nicht gerade beliebt macht.

Szenenbild aus Californication | © Paramount Pictures
© Paramount Pictures

Als durchsickert, dass Hank sich in L.A. befindet, will der Rapper und Unternehmer Samurai Apocalypse ihn engagieren, das Drehbuch zu seinem Film Santa Monica Cop zu verfassen und nach anfänglichem Getue gelingt es ihm auch, Hank ins Boot zu holen. Allerdings stellt sich heraus, dass Flugzeugbekanntschaft Kali einen besonderen Platz bei Samurai hat und auch Hanks Ex Carrie ist noch längst nicht aus seinem Leben verschwunden, was sich nicht nur darin äußert, dass sie sein New Yorker Apartment abfackelt. Marcy und Stu sind indes noch immer glücklich verheiratet und Charlie versucht derweil, mit dem attraktiven Kindermädchen Lizzie anzubändeln.

Rezension:

Alles neu macht der Mai oder eben in diesem Fall die fünfte Staffel von Californication. Nachdem der Abschluss der vorangegangenen Staffel auch vortrefflich als Serienabschluss hätte fungieren können, haben sich die Macher zu einer Art Neuausrichtung entschieden, doch keine Sorge, im Grunde bleibt alles beim alten. Wie eingangs erwähnt sind gut drei Jahre vergangen und insbesondere bei den beiden wichtigsten Frauen in Hanks Leben hat sich beziehungstechnisch einiges getan, doch auch unser Protagonist ist nicht mehr ganz so aufbrausend und ungestüm wie noch einige Jahre zuvor, wenngleich ihm natürlich seine versaute Flapsigkeit und die schlagfertigen Sprüche noch längst nicht ausgegangen sind. Gerade Karens neuer Mann Richard Bates ist ja auch beileibe kein Unbekannter, während Tyler merklich frischen Wind in die Sache bringt, zumal es ob seiner Art ein Leichtes ist, sich auf Hanks Seite zu schlagen und ihn genauso inbrünstig zu hassen.

Szenenbild aus Californication | © Paramount Pictures
© Paramount Pictures

Hatte ich schon die vierte Staffel ausdrücklich dafür gelobt, zu alten Qualitäten zurückzufinden, zieht sich dies nun auch durch die fünfte Staffel Californication: Die Charaktere und Storylines sind gewohnt exzentrisch und vollkommen abgehoben, während man es weder versäumt, einen satirischen und augenzwinkernden Blick auf die Hollywood-Maschinerie zu werfen, noch sich eingehend der Tragik von Hanks Figur und ihrer ungebrochenen Sehnsucht nach der idealisierten großen Liebe zu widmen. Die neuen Figuren fügen sich dabei gewohnt stimmig in das Gesamtbild und offenbaren im Verlauf der Staffel mehr und teils überraschende Facetten.

Besonders hervorzuheben ist eine Folge, die in eingestreuten Schwarzweiß-Sequenzen die Zeit beleuchtet, als Hank und Karen vor Jahren das erste Mal nach L.A. gekommen sind, während Hank als Autor gerade erste Erfolge mit God Hates us all feierte. Ähnlich begeisterungswürdig ist Callum Keith Rennies Rückkehr in seiner Rolle als Lew Ashby in einer einprägsamen und bitteren (Alp-)Traumsequenz der Hölle. Auch Rob Lowe darf einen Gastauftritt als Eddie Nero absolvieren und so ist die Kontinuität der Serie gewahrt, auch wenn ansonsten die Ereignisse der vorangegangenen Jahresstaffel nicht unbedingt explizit erwähnt werden, aber im Vergleich zu früheren Geschehnissen auch sicherlich nicht einschneidende Umwälzungen zu bieten hatten. Dennoch ist es schön zu sehen, dass auch die Macher der Serie die leicht überdrehte Welt von Californication als einen großen Kosmos betrachten, denn wie leicht wäre es gewesen, aus Hanks Abenteuern auch ein schlichtes Procedural zu stricken mit in sich geschlossenen Stories.

Szenenbild aus Californication | © Paramount Pictures
© Paramount Pictures

Hier offenbart sich demnach einmal mehr der Vorteil, bei einem Sender wie Showtime produziert zu werden, denn neben deutlich mehr Freizügigkeit und der Chance zu unflätigen Ausdrücken, beides durchaus inhärente Bestandteile der Geschichten in Californication, ist man hier oftmals auch deutlich mutiger, eine Jahre überspannende Erzählung zu entfalten, die sich immer wieder selbst referenziert und Freude an der Bezugnahme auf frühere Ereignisse findet. Tom Kapinos‘ Serie war schon seit jeher ein Paradebeispiel für die beste Mischung aus Komödie und Drama – neudeutsch Dramedy genannt – und wird diesem Ruf erneut in vollem Maße gerecht. Das Staffelfinale indes – in einer perfiden Art und Weise die unterschwellige Tragik untermauernd ebenso sehr als Serienfinale geeignet – hat es wieder in sich und lässt mich ein weiteres Mal in gespannter Erwartung zurück.

Fazit & Wertung:

Hank Moody, der „Held“ aus Californication, ist und bleibt einer der liebenswertesten tragischen Helden, durchlebt erneut herrlich abstruse Geschichten und punktet dabei aber auch mit jeder Menge Witz, Herz, Charme und Gefühl. Die fünfte Staffel ist eine Frischzellenkur, die für neue Impulse in einer auch ansonsten noch taufrischen Serie sorgt.

8,5 von 10 unbeabsichtigten "Fehltritten"

Californication | Staffel 5

  • Unbeabsichtigte "Fehltritte" - 8.5/10
    8.5/10

Fazit & Wertung:

Hank Moody, der "Held" aus Californication, ist und bleibt einer der liebenswertesten tragischen Helden, durchlebt erneut herrlich abstruse Geschichten und punktet dabei aber auch mit jeder Menge Witz, Herz, Charme und Gefühl. Die fünfte Staffel ist eine Frischzellenkur, die für neue Impulse in einer auch ansonsten noch taufrischen Serie sorgt.

8.5/10
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Episodenübersicht: Staffel 5

01. Rückkehr nach L.A.
02. Der Weg des Samurai
03. Spiel mit dem Feuer
04. Das Warten auf ein Wunder
05. Auf Streife
06. Vergangenheitsbewältigung
07. Date mit der Stripperin
08. Eine Mutter kommt selten allein
09. Sex am Set
10. Nachmittag mit Nutten
11. Die Party
12. Ein letzter Drink

– – –

Californication | Staffel 5 ist am 04.04.13 auf DVD im Vertrieb von Paramount Pictures erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

  • Ich bin noch nicht ganz durch mit der fünften Staffel, fand sie aber bisher deutlich besser als 3 und 4. Sollte mich mal wieder ransetzen, doch es ist eine der Serien, die ich alleine schaue und dafür fehlt mir im Moment einfach die Zeit…

    • Das Problem kenne ich, ich schaue sicherlich 90% meiner Serien alleine und muss da auch immer planen, um innerhalb einer Woche zumindest drei bis vier Folgen zu schaffen. Hier sind immerhin die Folgen angenehm kurz 😉

      Dann wünsch ich dir, dass du bald wieder die Zeit findest, denn insbesondere die letzten zwei Folgen fand ich doch extrem großartig!

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