Review: Im Auftrag des Adlers: Die Rom-Serie 2 | Simon Scarrow (Buch)

Schon melde ich mich zurück und offeriere euch erwartungsgemäß wieder einmal ein neues Buch für die heimische Sammlung, wobei ihr – da es sich um Band 2 handelt – natürlich erst zu dem an dieser Stelle ebenfalls bereits besprochenen Vorgänger Im Zeichen des Adlers greifen solltet.

Im Auftrag des Adlers
Die Rom-Serie 2

The Eagle’s Conquest, UK 2001, 480 Seiten

Im Auftrag des Adlers von Simon Scarrow | © Blanvalet
© Blanvalet

Autor:
Simon Scarrow

Verlag (D):
Blanvalet
ISBN:
978-3-442-38070-1

Genre:
Historie | Action | Abenteuer

 

Inhalt:

Britannien, Anno Domini 43: Nachdem Kaiser Claudius seine Legionen nach Britannien hat übersetzen lassen, beginnen diese nun ihren Feldzug gegen Caratacus, der zahlreiche Stämme der Briten gegen die römischen Invasoren aufzuwiegeln imstande war. Unter der Führung von Feldherr Aulus Plautius rücken die vier entsandten Legionen – unter ihnen auch die Zweite, angeführt vom Legaten Vespasian – trotz hoher Verluste und energischer Gegenwehr erbarmungslos gen Norden und liefern sich unter anderem am Meadway eine entscheidende Schlacht mit Caratacus‘ Truppen. Ihr Ziel ist Camulodunum, eine bedeutende Handelsstadt der Trinovanten, deren Kniefall einen entscheidenden strategischen Vorteil bei der Befriedung der neuen römischen Provinz verspricht.

Zenturio Macro und sein Optio Cato befinden sich als Teil der Zweiten Legion ebenfalls in diesem Feldzug und werden erneut eine entscheidende Rolle einnehmen, während der Tribun Vitellius weiter seine Intrigen spinnt und Legat Vespasian Zweifel an der Glaubwürdigkeit seiner Frau Flavia kommen, die mit den Liberatoren im Bunde zu sein scheint, einer Geheimorganisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Kaiser Claudius zu stürzen und eine neue Republik auszurufen. Die Ereignisse drohen sich zu überschlagen, als der Feldzug zum Erliegen kommt, weil Kaiser Claudius persönlich den Angriff auf Camulodunum anführen will und samt Hofstaat nach Britannien reist.

Rezension:

Die Rom-Serie von Simon Scarrow umfasst nach derzeitigem Stand bereits elf Bände und ein Ende ist nicht in Sicht, somit befinden wir uns auch mit Im Auftrag des Adlers, dem Nachfolger zu Im Zeichen des Adlers noch ganz am Anfang einer langen Reise mit den ungleichen Weggefährten Cato und Macro. Erfreulich in dem Zusammenhang ist, dass es dem Autor gelingt, das Niveau seines Erstlings durchgängig zu halten und teils gar zu übertrumpfen, wenn beispielsweise die Intrigen und politischen Zusammenhänge im fernen Rom mehr noch als in Band 1 im Dialog thematisiert werden. Zuvorderst bleibt aber auch der zweite Teil ein Militärroman und Schlachtenepos, so dass ein Großteil der Seiten für ausführliche Beschreibungen der Kampfhandlungen zwischen Römern und Briten herhalten muss.

Man könnte meinen, dies würde über kurz oder lang enorm ermüden, doch bleiben die Geschehnisse tatsächlich durchgehend spannend, da sie einerseits so bildhaft geschildert werden und andererseits so temporeich und abwechslungsreich präsentiert werden, dass man sich in einem gut gemachten Action-Film wiederzufinden meint, wenn die Schlachtszenarien vor dem geistigen Auge mühelos lebendig werden. Außerdem vergisst Scarrow über die ausufernden Kampfhandlungen seine Figuren nicht und neben Macro und Cato nehmen auch Legat Vespasian, dessen Frau Flavia sowie Tribun Vitellius und nicht zuletzt auch Aulus Plautius und Kaiser Claudius deutlich an Profil zu. Den Briten wiederum kommt die Rolle der barbarischen und gesichtslosen Bedrohung zu, was im Kontext der Geschichte aber durchaus Sinn ergibt. Nichtsdestotrotz wird auch das einseitig glorifizierende Denken der römischen Legionäre in Im Auftrag des Adlers mehrfach hinterfragt.

Zudem gelingt es Simon Scarrow erneut, auch historische Begebenheiten und Zusammenhänge zu verdeutlichen, ohne dabei seine Geschichte zu verwässern und auch wenn die Übersetzung hier manchmal nicht ganz so glücklich ist und manche Begriffe übernommen werden, während andere nicht in ihrem ursprünglichen Wortlaut belassen werden, ergibt sich dennoch ein stimmiges Bild, wobei Geschichtswissenschaftler auch an den teils vereinfacht dargestellten Zusammenhängen sicherlich einiges auszusetzen hätten. Hier darf man dann wiederum nicht vergessen, dass Im Auftrag des Adlers zuvorderst ein Roman und eben kein Sachbuch ist und gerade in diesem Kontext betrachte ich derlei Freiheiten als durchaus legitim.

Mehr noch als im ersten Teil stehe hier militärische Abwägungen im Vordergrund und auch wenn diese zweifelsohne spannend geraten sind, hätte es für meinen Geschmack durchaus ein bisschen weniger sein können, doch zum Glück geleiten Cato und Macro auch dieses Mal wieder vortrefflich durch die Geschichte und die sie umgebenden Geschehnisse, so dass ich Im Auftrag des Adlers keinen wirklichen Qualitätsabfall vorwerfen darf, zumal insbesondere die letzten Kapitel durchaus noch einmal andere Qualitäten offenbaren und hochdramatisch daherkommen, während der Weg geebnet wird für den bei Blanvalet in Vorbereitung befindlichen dritten Band Der Zorn des Adlers.

Fazit & Wertung:

Im Auftrag des Adlers ist ein gleichsam würdiger Vertreter der Rom-Serie und steht dem Auftaktband in kaum etwas nach, auch wenn die zahllosen Scharmützel und Gefechte nicht ganz so viel Raum hätten einnehmen müssen. Dennoch kommt die Geschichte – ebenso wie Cato und Macro – nicht zu kurz und überzeugt erneut auf ganzer Linie.

8,5 von 10 Lektionen für den jungen Optio

Im Auftrag des Adlers: Die Rom-Serie 2

  • Lektionen für den jungen Optio - 8.5/10
    8.5/10

Fazit & Wertung:

Im Auftrag des Adlers ist ein gleichsam würdiger Vertreter der Rom-Serie und steht dem Auftaktband in kaum etwas nach, auch wenn die zahllosen Scharmützel und Gefechte nicht ganz so viel Raum hätten einnehmen müssen. Dennoch kommt die Geschichte - ebenso wie Cato und Macro - nicht zu kurz und überzeugt erneut auf ganzer Linie.

8.5/10
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Weitere Details zum Buch und dem Autor findet ihr auf der Seite von Blanvalet. Dort findet sich übrigens auch eine Leseprobe.

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Im Auftrag des Adlers ist am 18.03.13 bei Blanvalet erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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