Review: Khaal: Erstes Buch (Graphic Novel)

Und es reißt nicht ab, so dass ich mich nun freue, euch heute eine Space-Opera ganz besonderer Güte präsentieren zu können, die vor allem mit grafischer Opulenz zu punkten versteht.

Khaal: Erstes Buch
Chronik eines galaktischen Herrschers

Khaal – Chroniques d’un Empereur Galactique: Livre Premier, FR 2011, 48 Seiten

Khaal: Erstes Buch | © Splitter Verlag
© Splitter Verlag

Autor:
Stéphane Louis
Zeichner:
Valentin Sécher

Verlag (D):
Splitter Verlag
ISBN:
978-3-868-69573-1

Genre:
Science-Fiction | Action

 

Inhalt:

Der unendliche Weltraum: Mit der Zerstörung des intergalaktischen Empyreon endete das goldene Zeitalter und läutete die Ära der Toten ein. Von all dem unbeeinflusst treibt die Welt von E.T.H.E.R. dahin, eine Strafgefangenenkolonie, vollkommen von der Außenwelt abgeschirmt, wo noch die Kinder und Enkel der einstigen Verbrecher ihre Strafe zu verbüßen gezwungen sind. Im Trakt der Menschen und assoziierten Rassen hat sich vor Jahren Khaal zum alleinigen Herrscher aufgeschwungen und sinnt auf Krieg gegen die beiden anderen großen Fraktionen auf E.T.H.E.R., die Gruppe der Geistigen und den Clan der Telepathen, um sie alle seiner Herrschaft zu unterwerfen.

Die Führer dieser beiden Gruppen, Soryann Khûr von den Immateriellen und Ssi Lakh von den Psy-Wesen, planen ihrerseits ebenfalls die Vernichtung von Khaal und der menschlichen Rasse, doch ahnen sie nicht, dass Khall über zwei Parias aus den jeweiligen Rassen verfügt, unwillige Sklaven, die ihm unendlich scheinende Macht zu verleihen imstande sind. Trotz der Zweifel, die Soryann Khûr und Ssi Lakh unter den Menschen sähen, behauptet sich Khaal daher und bläst zum Angriff. Eine Schlacht steht bevor, in der niemand mit der unbekannten Größe der Xenopsylier gerechnet hat, die das Schicksal des Khaal nachhaltig beeinflussen wird.

Rezension:

Die Chronik eines galaktischen Herrschers ist konzipiert als dreiteilige Geschichte und Khaal, Band 1 markiert den Beginn dieser Geschichte. Die Welt von E.T.H.E.R., auf der die Geschichte spielt, erinnert ein wenig an ein altertümliches Rom, was die Ausgestaltung der Schauplätze und das Konzept der Arenakämpfe anbelangt. Auch Khaal selbst wirkt wie eine Science-Fiction-Variante des Kratos aus God of War, was aber auch nicht wirklich schlimm ist, sondern das antike Flair der Geschichte noch unterstreicht, die durch das Konzept des Gefängnisplaneten und dessen Mechanismen mehr und mehr an Substanz gewinnt.

Auch die Einführung der nichtmenschlichen Rassen der Immateriellen und Psy ist in Khaal, Band 1 sehr gelungen und, ebenso wie das Konzept der drei rivalisierenden Fraktionen, ein durchaus cleverer Einfall, was die Gruppendynamik auf E.T.H.E.R. anbelangt. Wirklich spannend wird es natürlich erst, als offenbart wird, dass an Khaals Seite zwei Parias stehen, deren Schicksal eng mit seinem verwoben scheinen. Warum sich dies so verhält, wird selbstverständlich im Laufe der Geschichte enthüllt, ebenso wie die Frage beantwortet wird, was es mit dem ominösen Raumschiff auf sich hat, das im Orbit von E.T.H.E.R. erscheint. Während man also anfänglich glaubt, genau zu wissen, worin der Konflikt zwischen Menschen, Immateriellen und Psys gipfeln wird, ringt Autor Stéphane Louis interessante Aspekte ab, wenn die Vorzeichen zu kippen scheinen und selbst ein Bündnis nicht mehr ausgeschlossen scheint, welches Khaal freilich zu seinem Vorteil zu nutzen weiß.

Auch in dem finalen Kampf sind Parallelen zu einschlägigen Konsolenspielen nicht zu leugnen, wenn Khaal beispielsweise riesige Bestien unter seine Kontrolle bringt (mich speziell erinnerte das akut an Dante’s Inferno), doch möchte man dies der Story nur allzu gerne nachsehen, da sie ansonsten dermaßen dicht und überwältigend inszeniert ist, dass es eine wahre Freude ist. Das liegt zuvorderst an dem spektakulären Artwork des Zeichners Valentin Sécher, der zahllose etablierte Künstler auf dem Gebiet ungelogen spielend überragt, denn seine Zeichnungen besitzen eine derartige Ausdruckskraft und vermitteln auf die allerbeste Art und Weise die raue und unwirtliche Welt auf E.T.H.E.R., dass es eine wahre Freude ist, jedes Panel zu betrachten.

Dieser Umstand ist es auch, der einige kleinere Anleihen verzeihen lässt, die vermutlich auch als liebevolle Reminiszenz gemeint sein könnten, hier aber zuweilen Überhand zu nehmen drohen. Dennoch sieht man das Khaal, Band 1 gerne nach, weil die kleineren dramaturgischen Mängel von den überragenden Zeichnungen spielend überschattet werden, zumal es sich ja des Weiteren lediglich um den Auftaktband gehandelt hat und alle Zeichen darauf deuten, bald merklich mehr von dem den Planeten E.T.H.E.R. umgebenden Universum kennenzulernen. Und darauf darf man durchaus gespannt sein, wenn sich schon die Geschehnisse in der planetaren Strafgefangenenkolonie dermaßen episch und brachial darstellen wie hier.

Fazit & Wertung:

Khaal, Band 1 ist ein überzeugender Auftaktband, der zwar manchmal den Eindruck vermittelt, die visuelle Gewalt über die dramaturgische Ausgewogenheit zu stellen, doch sind Grundgedanke und Konzept der Chronik eines galaktischen Herrschers so überzeugend, dass man ihm diese kleinen Schwächen durchaus bereitwillig nachsieht.

8,5 von 10 entfesselten Kräften des mächtigen Khaal

Khaal: Erstes Buch

  • Entfesselte Kräfte des mächtigen Khaal - 8.5/10
    8.5/10

Fazit & Wertung:

Khaal, Band 1 ist ein überzeugender Auftaktband, der zwar manchmal den Eindruck vermittelt, die visuelle Gewalt über die dramaturgische Ausgewogenheit zu stellen, doch sind Grundgedanke und Konzept der Chronik eines galaktischen Herrschers so überzeugend, dass man ihm diese kleinen Schwächen durchaus bereitwillig nachsieht.

8.5/10
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Weitere Information findet ihr auf der Seite des Splitter Verlages. Dort finden sich auch die ersten 13 Seiten von Khaal: Erstes Buch als Leseprobe.

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Khaal: Erstes Buch ist am 01.03.13 im Splitter Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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