Review: Once Upon a Time – Es war einmal … | Staffel 1 (Serie)

Eigentlich hättet ihr schon viel früher von mir etwas zu dieser großartigen Serie zu hören bekommen sollen, denn man war so nett, mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung zu stellen. Blöderweise scheint dies irgendwo auf dem Postweg verloren gegangen zu sein, doch wozu besitzt man schließlich einen eigenen Geldbeutel?!? Und auch wenn ich gerne bereit gewesen wäre, für eine Blu-ray-Fassung tiefer in die Tasche zu greifen (kleiner Wink mit dem Zaunpfahl für den deutschen Publisher) bereue ich den Kauf keineswegs und hole nun also gerne nach, was eigentlich schon kurz nach Veröffentlichung hätte erfolgen sollen: Meine Rezension zur ersten Staffel Once Upon a Time.

Once Upon a Time
Es war einmal …
Staffel 1

Once Upon a Time, USA 2011- , ca. 42 Min. je Folge

Once Upon a Time - Es war einmal ... | © 2013 ABC Studios
© 2013 ABC Studios

Serienschöpfer:
Adam Horowitz
Edward Kitsis
Showrunner:
Adam Horowitz
Edward Kitsis

Main-Cast:
Ginnifer Goodwin (Mary Margaret Blanchard / Snow White)
Jennifer Morrison (Emma Swan)
Lana Parrilla (Evil Queen / Regina Mills)
Josh Dallas (David Nolan / Prince Charming)
Jared Gilmore (Henry Mills)
Robert Carlyle (Rumplestiltskin / Mr. Gold)
in weiteren Rollen:
Meghan Ory (Red Riding Hood / Ruby)
Raphael Sbarge (Jiminy Cricket / Archie Hopper)
Emilie de Ravin (Belle)
Jamie Dornan (Sheriff Graham)

Genre:
Abenteuer | Fantasy | Drama | Mystery

Trailer:

 

Inhalt:

Es war einmal in einem fernen Land, da lebten alle Märchenfiguren, die uns aus Kindertagen lieb und teuer sind und Snow White war glücklich mit ihrem Prinz Charming – eigentlich James – vereint. Doch die Böse Königin gönnte ihnen ihr Glück nicht und belegte das Märchenland mit einem grausamen Fluch, der die Märchengestalten nicht nur vergessen ließ, wer sie waren, sondern auch in die menschliche Welt brachte, genauer nach Storybrooke, Maine, wo sie seither leben, ihrer Happy-Ends beraubt, während die Uhren stillstehen. Doch Snow White und Charming waren dank der Einflüsterungen des durchtriebenen Rumpelstilzchen umsichtig genug,, ihre Tochter Emma vor dem Fluch zu schützen und hoffen seither unbewusst darauf, dass sie den Weg zurück zu ihren Eltern und in ihre Heimat findet, um den Fluch zu brechen.

Szenenbild aus Once Upon a Time - Es war einmal ... | © 2013 ABC Studios
© 2013 ABC Studios

Henry, der als Sohn der Bürgermeisterin Regina – ihres Zeichens eigentlich die Böse Königin – in Storybrooke lebt, bekommt von seiner Lehrerin Mary Margaret (Snow White) ein Märchenbuch geschenkt und kommt hinter das Geheimnis von Storybrooke, woraufhin er sich auf die Suche nach seiner echten Mutter Emma Swan begibt, die Tochter von Snow White und Charming, um sie davon zu überzeugen, den Menschen von Storybrooke helfen zu müssen. Das entpuppt sich bei der zynischen Frau als schwieriges Unterfangen, doch Henry gibt nicht auf, sie von der Wahrheit überzeugen zu wollen, während allein Emmas Eintreffen in der Stadt das fragile Gleichgewicht erschüttert und Märchengestalt um Märchengestalt sich nach und nach zu erinnern beginnt, dass dies nicht ihr wahres Leben ist. Doch natürlich tut die Bürgermeisterin alles, um Emma zu behindern und dafür zu sorgen, dass ihre Eltern Snow White und Charming niemals wieder zueinanderfinden oder gar der Fluch gebrochen wird.

Rezension:

Ja, zugegeben, das hört sich krude und ein wenig wirr an, gleichwohl die Prämisse derart spannend ist, dass man es Once Upon a Time noch nicht einmal vorwerfen kann, sich wild an allerlei Märchen und Geschichten vergangen zu haben, um die Figuren untereinander zu verknüpfen und Verbindungen herzustellen, wo eigentlich keine sein sollten. Denn neben Snow White und Charming geben sich nicht nur Red Riding Hood, Rumpelstilzchen, Hänsel und Gretel hier die Ehre, sondern auch andere Figuren wie Pinocchio oder der verrückte Hutmacher. Das allerdings fällt überhaupt nicht störend ins Gewicht, weil die Geschichten mit so viel Liebe zum Detail erzählt werden und derart durchdacht konzipiert worden sind, dass sich mit jeder Folge ein weiteres Mosaik hinzufügt, bis sich am Ende alles zu einem großen Ganzen zusammenfügt und die Lücken sich schließen.

Die Handlung von Once Upon a Time beschränkt sich nämlich beileibe nicht auf die Geschehnisse in Storybrooke und Henrys Streben, Emma von der Wahrheit zu überzeugen, sondern rückt je Folge eine ausgewählte Figur in den Vordergrund, deren Vorgeschichte in der Märchenwelt erzählt wird, wobei sich die Geschehnisse in der einen wie der anderen Welt auf wundersame Art und Weise ergänzen und stets neue Facetten der Charaktere offenbaren. Es dauert zwar ein paar wenige Folgen, bis man sich in diese Art der Dramaturgie eingefunden hat, zumal die Drehbuchschreiber auch gerne mal innerhalb der Märchenwelt chronologisch zwischen Ereignissen hin und her springen, doch ist die Gesamtheit des Spannungsbogens letztlich so überzeugend und stimmig, dass auch dies nur ein kleiner Kritikpunkt sein darf.

Szenenbild aus Once Upon a Time - Es war einmal ... | © 2013 ABC Studios
© 2013 ABC Studios

Die Kulisse der Märchenwelt und so mancher Spezialeffekt muten zwar zuweilen ein wenig bieder an, doch ist man viel zu gefangen von den stark gezeichneten Märchenfiguren und ihren realen Entsprechungen, als dass man darüber nicht spielend hinwegsehen könnte, einfach weil sich der Zauber von Once Upon a Time auf einer ganz anderen, emotionalen Ebene entfaltet. Die Kostüme indes entsprechen größtenteils dem, was man sich von einer klassischen Märchenmontur erwarten würde und unterstützen die Atmosphäre gekonnt. Auch haben sich die Macher einige wirklich großartige Dinge einfallen lassen, wie etwa, dass Emma Swan, eigentlich Tochter von Snow White, bei Mary Margaret einzieht, im Grunde also eine WG mit ihrer Mutter gründet, die sie auch, ohne es zu wollen, immer mal wieder ein wenig maßregelt und ihr den Kopf wäscht, obwohl die Frauen in etwa im selben Alter sind, da die Zeit in Storybrooke ja seit vielen Jahren stillsteht.

Der Kontrast so manches Bewohners der Stadt zu dessen Märchenpendant ist ebenso begeisterungswürdig wie vieles andere auch und so kann man sich von jeder einzelnen, in sich äußerst stimmigen Folge rundweg verzaubern lassen. Qualitativ ist natürlich die eine Ursprungsgeschichte gelungener als die andere, während die Storybögen um die Hauptfiguren Snow White/Mary Margaret, Charming/David, die Böse Königin/Regina Mills und Rumpelstilzchen/Mr. Gold durchweg zu gefallen wissen, ebenso wie Red Riding Hood, die als Ruby in Storybrooke in einem Diner arbeitet und in der realen Welt die deutlichste Entwicklung hin zu ihrem ursprünglichen, deutlich tatkräftigeren Charakter durchmacht. Emma Swan und Henry als einzige Figuren ohne Märchen-Äquivalent runden das durchweg starke Ensemble gekonnt ab und insbesondere die drei starken Frauenrollen von Jennifer Morrison, Ginnifer Goodwin und Lana Parrilla haben es mir angetan, während Robert Carlyle als übermächtig und allwissend scheinendes Rumpelstilzchen das heimliche Highlight der Serie darstellt.

Szenenbild aus Once Upon a Time - Es war einmal ... | © 2013 ABC Studios
© 2013 ABC Studios

Eine Serie kommt natürlich nicht gänzlich ohne Kritik aus und so muss ich aber auch leider anführen, dass das Fortkommen der übergeordneten Geschichte des Fluchs zuweilen ins Stocken gerät und manche Folge sich beinahe gänzlich der Geschichte einer Märchengestalt widmet und sich darin zu verlieren droht, wenn der Fluch nicht einmal zur Sprache kommt. Hier wäre eine etwas straffere Vorgehensweise wünschenswert gewesen, wenngleich die besagten Folgen dadurch nicht abgewertet werden, die eigentliche Haupthandlung aber zuweilen recht behäbig wirkt. Warum allerdings man sich dazu entschlossen hat, die überwiegend ursprünglich deutschen Märchenfiguren-Namen nicht wieder zurückzuübersetzen, wird mir ein Rätsel bleiben, stören tut es aber nicht, weil dafür der Aspekt Faszination viel zu stark ausgeprägt ist bei Once Upon a Time und so bleibt für mich nur festzuhalten, dass mit der ersten Staffel ein innovatives und überzeugendes Serienkonzept seinen Einstand gegeben hat und mich sehr gespannt und neugierig zurücklässt, wie es nun mit den Bewohnern von Storybrooke weitergehen mag.

Fazit & Wertung:

Once Upon a Time ist eine Märchengeschichte für Jung wie Alt und entstaubt so manches Grimmsche Märchen, indem die Figuren modernisiert und mit ungeahnter charakterlicher Tiefe versehen werden, ohne dass ihnen indes ihr eigentlicher Charme abhandenkommt. Die zwei Handlungsebenen tun ihr Übriges, den Zuschauer ein ums andere Mal zu verzaubern, während leider der Hauptplot ein wenig unter der geballten Figurenzahl leidet.

8,5 von 10 verfluchten Märchenfiguren

Once Upon a Time - Es war einmal ... | Staffel 1

  • Verfluchte Märchenfiguren - 8.5/10
    8.5/10

Fazit & Wertung:

Once Upon a Time ist eine Märchengeschichte für Jung wie Alt und entstaubt so manches Grimmsche Märchen, indem die Figuren modernisiert und mit ungeahnter charakterlicher Tiefe versehen werden, ohne dass ihnen indes ihr eigentlicher Charme abhandenkommt. Die zwei Handlungsebenen tun ihr Übriges, den Zuschauer ein ums andere Mal zu verzaubern, während leider der Hauptplot ein wenig unter der geballten Figurenzahl leidet.

8.5/10
Leser-Wertung 7/10 (1 Stimme)
Sende

Episodenübersicht: Staffel 1

01. Das verlorene Happy End
02. Das, was du am meisten liebst …
03. Der Fall Snow White
04. Ein hoher Preis für Gold
05. Die leise Stimme des Gewissens
06. Der Hirte
07. Das Herz ist ein einsamer Jäger
08. Verzweifelte Seelen
09. Im Haus der Hexe
10. Der Schmerz der Liebe
11. Frucht des vergifteten Baumes
12. Das Biest und die Schöne
13. Fluch und Versuchung
14. Jenseits der Träume
15. Wolfswinter
16. Finsternis im Herzen
17. Der Hutmacher
18. Schmetterlingseffekt
19. Die Rückkehr und die Fragen
20. Emmas Bürde
21. Ein Apfel, Rot wie Blut
22. Ein Land ohne Magie

– – –

Once Upon a Time – Es war einmal … | Staffel 1 ist am 07.03.13 auf DVD im Vertrieb von ABC Studios erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den Link und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

  • Katja Frontzek

    Sehr gut geschrieben :) Ich fand die erste Staffel auch klasse und bin ganz gespannt auf die zweite Staffel. Ich muss dir recht geben, dass die Abläufe manchmal ins Stocken geraten sind, doch trotzdem war die Serie durchweg spannend und das Stocken wurde in der letzten Folge wieder gut gemacht, da sich die Ereignisse da ja fast überschlagen haben 😉 Im Gegensatz zu den 1000 Crime Serien die es so gibt ist Once Upon a Time wirklich mal was anderes .

    • Danke! :) Natürlich war die Serie stets spannend, aber ich musste ja auch irgendwie rechtfertigen, warum ich nicht eine noch höhere Bewertung vergeben habe 😉 Und die ganze „Operation Kobra“ kam mir halt zwischenzeitlich etwas zu kurz, wohingegen das Finale wirklich beinahe überladen war mit umwälzenden Ereignissen.

      Macht aber auf alle Fälle Lust auf die Fortsetzung und hebt sich natürlich deutlich von 08/15-Produktionen ab.

  • Ich fand die Prämisse auch ziemlich nett und die ersten paar Folgen auch noch. Bin dann aber bei ca. der Hälfte der Staffel ausgestiegen, da mir die Figurenanzahl zu groß wurde und zu viele Nebenplots genervt haben. Insgesamt ganz nett, aber nicht so gut, dass ich drangeblieben wäre…

    • Wir sind schon wieder unterschiedlicher Meinung? 8-o

      Nein, aber im Ernst, verstehe gut, dass die Serie nicht jedermanns Sache ist und zwischenzeitlich hätte ich zwar nicht aussteigen wollen, fragte mich aber auch, wie viele Figuren denn da jetzt noch kommen mögen. Kurioserweise spielen die meisten davon aber in den weiteren Folgen kaum eine Rolle und dürfen mehr mal im Hintergrund durchs Bild laufen. Für mich hat es dennoch definitiv mehr als gereicht, um dranzubleiben 😉

  • Mathias Grunwald

    Habe die Serie anfangs auch verfolgt und die ersten Folgen konnten mich durchweg überzeugen. Besonders Robert Carlyle ging in seiner Rolle auf und zog mich in seinen Bann. Leider schaffte Hauptdarstellerin Jennifer Morrison dies nicht und ich habe dann nach 2/3 der ersten Staffel einfach nicht mehr weitergeschaut. Wie ich gehört habe erscheint nun jedoch sogar ein Sequel zu der Serie. Vielleicht sollte ich der Serie also noch einmal eine Chance geben.

    • Das stimmt, von Jennifer Morrison hätte ich mir im Vorfeld auch mehr erwartet und die Entwicklung ihrer Figur kommt nur langsam voran, was meines Erachtens aber auch daran liegt, dass ihre Figur sich so lange vor dem vermeintlich Offensichtlichen verschließt und mit den immer gleichen Plattitüden auf ihrem Standpunkt beharrt, so dass man als Zuschauer das Gefühl bekommt, die Figur trete vollständig auf der Stelle. Zum Ende der Staffel erledigt sich das ja dann zum Glück von selbst.
      Ich persönlich würde der Serie an deiner Stelle definitiv noch eine Chance geben, aber das ist natürlich Geschmackssache.

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