Review: Der Heckenritter 2: Das verschworene Schwert (Graphic Novel)

Ohne große Einleitung – denn ich bin in wochenendlichem Stress – kommt hier die neueste Rezension:

Der Heckenritter 2:
Das verschworene Schwert

The Hedge Knight Sworn Sword, USA 2008, 144 Seiten

Der Heckenritter 2: Das verschworene Schwert | © Panini
© Panini

Autoren:
George R. R. Martin
Ben Avery
Zeichner:
Mike S. Miller

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-862-01537-5

Genre:
Fantasy | Abenteuer

 

Inhalt:

Zwei Jahre sind vergangen, seit Duncan in Ashford Meadows zu erstem Ruhm gelangt ist und gemeinsam mit seinem Knappen Egg reist er seither durch Westeros und verdingt sich als Heckenritter. Jüngst schwor Dunk dem alternden Burgherren Ser Eustace von Standfast die Treue und dient gemeinsam mit Ser Bennis dem Braunen an Eustaces Hof, einer Burg, die im Grunde kaum mehr als ein befestigter Wohnturm ist. Das von einer schrecklichen Dürre heimgesuchte Land vertrocknet mehr und mehr, doch da findet Dunk eines Tages heraus, dass die Bauern der roten Witwe von Coldmoat das gescheckte Wasser, den einzigen Fluss in der Nähe von Standfast mit einem Damm versehen und dessen Wasser umgeleitet haben, so dass die Bauern unter Ser Euastace nun gänzlich ohne Wasser sind.

Kurzentschlossen bietet sich Duncan an, die Verhandlungen mit der roten Witwe zu führen und an ihrem Hofe die Herausgabe des Wassers und folglich den Abriss des Dammes zu fordern. In Coldmoat allerdings erwartet ihn eine Überraschung und die Geschichten von Ser Eustace scheinen ebenfalls nicht ganz der Wahrheit zu entsprechen. Sein Schwert dem Herrn von Standfast verschworen gerät Dunk zwischen die Fronten und mit ihm natürlich Egg, sein treuer Weggefährte, der nicht müde wird zu betonen, dass man die Macht der Targaryens würde nutzen können, um die Fehde zu einem vorzeitigen Ende zu bringen.

Rezension:

Wie schon der erste Band Der Heckenritter basiert auch Der Heckenritter 2: Das verschworene Schwert auf einer der Geschichten George R. R. Martins um den Heckenritter Duncan und dessen Knappen Egg (hier plötzlich unsinnigerweise eingedeutscht zu Ei, dies aber nur leidlich konsequent). Für die Adaption als Graphic Novel zeichnet erneut Ben Avery für die narrative Umsetzung verantwortlich, während sich Mike S. Miller der zeichnerischen Umsetzung widmet und die Erzählung optisch aufbereitet.

Mir persönlich hat die Geschichte von Das verschworene Schwert noch einmal deutlich besser gefallen, denn dadurch, dass die Exposition der Figuren bereits abgeschlossen ist und somit ausgespart werden kann, bleibt deutlich mehr Platz für die Geschichte an sich und auch wenn die Fehde der verfeindeten Häuser von Standfast und Coldmoat vergleichsweise intim ausfällt, hat sie ihren ganz eigenen Reiz gerade daher, dass sie einen Blick auf die kleineren Häuser in Westeros wirft und diese in den Kontext des Reiches setzt. Martin wie auch Avery widmen dafür den wenigen prägnanten Figuren genügend Raum, um ihre Vorgeschichte zu erzählen und ihr Verhalten zu erklären. Derartig ausgestaltete Figuren findet man zugegebenermaßen selten in vergleichbaren Graphic Novels, was ein ganz besonderer Pluspunkt für den Band ist.

Vor allem aber punktet Das verschworene Schwert auch mit einer wendungsreichen Geschichte voller Überraschungen, denn wo zwei Häuser einer alten Fehde nachhängen, gibt es auch immer zwei Standpunkte, die es zu hören gilt. Duncan und Egg stolpern dabei zunächst mehr durch die Geschichte, als dass sie zu wirklichem Handeln imstande wären, aber gerade Duncan ist seit der ersten Geschichte merklich gereift und vermag es schließlich, seinem Eid treu zu bleiben und sich gegenüber seinen Feinden zu behaupten. Aufgebrochen wird die im Grunde doch sehr geradlinige Erzählung aber noch durch mehrere Rückblenden wie auch Traumsequenzen, die geschichtliche Hintergründe oder Dunks Beweggründe und Gedanken untermauern. Erzählerisch gibt es also wirklich nichts auszusetzen und die Zeichnungen erreichen selbstredend die Qualität des Vorgängers, da sie ja schließlich aus derselben Feder stammen.

Somit empfiehlt sich Das verschworene Schwert wie schon der Vorgänger nicht nur für Fans von Martins ungleich berühmterem Hauptwerk, dem weitere Facetten hinzugefügt werden (wobei noch einmal ganz explizit festgehalten werden muss, dass es hier abgesehen von Westeros an sich keinerlei Berührungspunkte zwischen Der Heckenritter und Das Lied von Eis und Feuer gibt), sondern auch für alle Freunde von gut geschriebenen und gezeichneten Fantasy-Geschichten, die sich insbesondere mit dem Rittertum und der Frage nach Treue und Ehre befassen. Vor diesem Hintergrund wäre natürlich auch eine Umsetzung der dritten Geschichte um Dunk und Egg wünschenswert, doch da allein schon Das verschworene Schwert 2008 veröffentlicht worden ist, während Der Heckenritter aus 2003 stammt, ist eine weitere Adaption eher unwahrscheinlich, jedoch sicherlich nicht ausgeschlossen, wenn man Martins Popularität dieser Tage berücksichtigt.

Fazit & Wertung:

Der Heckenritter 2: Das verschworene Schwert steht seinem Vorgänger in nichts nach und weiß noch ein Quäntchen mehr zu überzeugen, weil die Geschichte deutlich mehr Tiefe besitzt und die ungleiche Freundschaft zwischen Dunk und Egg weiter ausleuchtet.

8,5 von 10 Scharmützeln zwischen Standfast und Coldmoat

Der Heckenritter 2: Das verschworene Schwert

  • Scharmützel zwischen Standfast und Coldmoat - 8.5/10
    8.5/10

Fazit & Wertung:

Der Heckenritter 2: Das verschworene Schwert steht seinem Vorgänger in nichts nach und weiß noch ein Quäntchen mehr zu überzeugen, weil die Geschichte deutlich mehr Tiefe besitzt und die ungleiche Freundschaft zwischen Dunk und Egg weiter ausleuchtet.

8.5/10
Leser-Wertung 8/10 (1 Stimme)
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Meinungen aus der Blogosphäre:
Tofu Nerdpunk: 9,2/10 Punkte

Der Heckenritter 2: Das verschworene Schwert ist am 15.04.13 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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