Review: Dexter | Staffel 6 (Serie)

Heute mal wieder etwas früher als gewohnt kommt hier eine neue Kritik meinerseits, bei deren Lektüre ich euch wie gehabt und gewohnt viel Freude wünsche. Auf dass ihr am Wochenende noch öfter etwas von mir zu lesen bekommt!

Dexter
Staffel 6

Dexter, USA 2006- , ca. 55 Min. je Folge

Dexter | © Paramount Pictures
© Paramount Pictures

Serienschöpfer:
James Manos, Jr.
Jeff Lindsay
Showrunner:
Scott Buck

Main-Cast:

Michael C. Hall (Dexter Morgan)
Jennifer Carpenter (Debra Morgan)
Desmond Harrington (Det. Joseph Quinn)
Lauren Velez (Lt. Maria Laguerta)
David Zayas (Angel Batista)
James Remar (Harry Morgan)
C. S. Lee (Vince Masuka)
in weiteren Rollen:

Colin Hanks (Travis Marshall)
Edward James Olmos (Professor James Gellar)
Mos Def (Brother Sam)
Aimee Garcia (Jamie Batista)
Billy Brown (Det. Mike Anderson)

Genre:
Krimi | Drama | Mystery

Trailer: (englisch)

 

Inhalt:

Es ist einige Zeit vergangen, seit Lumen aus Dexters Leben entschwunden ist und obwohl er es sich in seinem Leben mittlerweile recht bequem gemacht hat, verfolgen ihn doch noch immer die Dämonen seiner Vergangenheit. Doch auch ansonsten hat sich einiges getan und Angel und LaGuerta sind beispielsweise mittlerweile getrennt und während letztgenannte zum Captain befördert wird, bleibt Angel, der eigentlich für LaGuertas Nachfolge als Lieutenant vorgesehen war, auf der Strecke, denn trotz ihrer Fürsprache befördert der Chief letztlich Debra. Unterdessen geht in Miami ein neuer Ritualmörder um und soll bald zu Debras schlimmsten Alptraum werden, zumal sie mit ihrer neuen Position restlos überfordert ist und zudem Quinn den Laufpass gegeben hat, der sich daraufhin mehr und mehr dem Suff ergibt.

Szenenbild aus Dexter | © Paramount Pictures
© Paramount Pictures

Es ist also einiges los in Dexters Umfeld, doch als wäre das nicht genug, entpuppen sich die Morde bald schon als das Werk zweier Personen, die sich aus Gründen an der Offenbarung des Johannes orientieren. Doch auch anderweitig kommt Dexter unverhofft mit dem Thema Religion in Kontakt als er den bekehrten Schwerverbrecher Bruder Sam kennenlernt, der es sich zum Ziel gesetzt hat, mit seinem Glauben und seiner rückhaltlosen Unterstützung ehemalige Straftäter zu resozialisieren. Vollkommen fasziniert und verwirrt widmet sich Dexter einem Thema, dem er bis dato nicht das Geringste hat abgewinnen können. Und das Morden geht weiter, während die Geister der Vergangenheit näher rücken.

Rezension:

Zunächst brauchte es für mich ein wenig, mich in die nunmehr 6. Staffel Dexter einzufinden, denn nicht nur in der realen, sondern auch in der Serien-Welt ist einige Zeit vergangen und so manches hat sich verändert. Und die Dinge, die vermeintlich konstant zu sein scheinen, erfahren in den ersten Folgen gleichfalls gravierende Einschnitte. Zudem fehlt in dieser Staffel zunächst eine Lumen oder ein starker Antagonist, die jede Season zu einem einzigartigen Erlebnis gemacht haben. Das ändert sich erst, als die Figuren gesetzt sind und an Bewandtnis gewinnen, doch bis dahin bleibt man skeptisch, weil insbesondere der Professor und sein Kompagnon Travis anfänglich nicht annähernd das scharfe Profil eines Bösewichts vom Schlage des Kühllaster- oder Trinity-Killers besitzen und das trotz ausgefeilter biblischer Tötungsmethoden.

Szenenbild aus Dexter | © Paramount Pictures
© Paramount Pictures

Auch das Thema Religion erschien mir zunächst heikel, weil es doch oftmals recht plakativ behandelt wird und – wie immerhin sehr deutlich gemacht wird – nicht recht in Dexters Welt und die seines dunklen Begleiters zu passen scheint. In dem Moment, in dem aber Dexters Faszination für dieses für ihn so unverständliche Konzept des Glaubens erwacht wird es interessant und auch wenn die Thematik wirklich vorherrschend in dieser Staffel von Dexter ist, gelingt es den Autoren dennoch im weiteren Verlauf, davon ein wenig abzurücken und die Grundgedanken zu einer Frage nach Schuld und Sühne zu adaptieren. Wie gesagt gewinnen dann auch nach und nach die bösen Buben merklich an Tiefe und spätestens beim Wiedersehen mit einem alten Bekannten hatte mich die Staffel wieder vollends in ihren Bann gezogen.

Zudem wartet die Storyline der sechsten Staffel Dexter mit den bis dato perfidesten Tötungsmethoden auf, die noch dazu die Polizei selbst in ihre Inszenierungen miteinbeziehen. Des Weiteren gibt es einen sehr schönen und bei näherem Betrachten ziemlich überzeugenden und gleichsam überraschenden Twist im letzten Drittel der Geschichte und den fraglos besten und gemeinsten Cliffhanger in der gesamten Geschichte der Serie. So ist zwar der Einstieg durchaus etwas holprig geraten und insbesondere die vielen Veränderungen im Geflecht der Figurenkonstellationen stoßen ein wenig übel auf, ebenso wie das gänzliche Fehlen von Astor und Cody, aber mit jeder Folge und jeder neuen Entwicklung findet die Serie mehr und mehr zu ihren Glanzzeiten zurück und glänzt mit mancher Reminiszenz an frühere Staffeln, ein Umstand, den ich insbesondere bei so langlebigen Procedurals mit fortlaufender Handlung stets besonders zu schätzen weiß.

Szenenbild aus Dexter | © Paramount Pictures
© Paramount Pictures

Allerdings muss man auch sagen, dass hier mit einer Fülle an Nebenhandlungen jongliert wird, die meines Erachtens nach teils nicht gerade stimmig zu Ende gebracht wurden, ebenso wie eine aus dem Hut gezauberte Problematik, die Dexters und Debras Beziehung zueinander verkomplizieren soll, hier aber recht plump und plötzlich aufs Trapez gebracht wird. Ich schwanke also durchaus und gemessen an der hohen Qualität der Serie im Allgemeinen hat sie manchmal ein klitzekleines bisschen geschwächelt, mich aber gleichwohl beinahe genauso gut zu unterhalten gewusst wie bisher jede Staffel davor, aber dass ich diese enormen Qualitätsschwankungen von Dexter, die viele andere Rezensenten und Kritiker immer wieder sehen, nicht zu erkennen vermag, sollte ja mittlerweile bekannt sein. Von mir gibt es also auch diesmal eine klare Empfehlung für den sympathischen Serienkiller von nebenan.

Fazit & Wertung:

Dexter widmet sich in seinem sechsten Jahr dem Thema Religion und auch wenn nicht jede Figur, nicht jede Szene, nicht jede Nebenhandlung hundertprozentig zu überzeugen weiß, ist die Serie wie so oft mehr als die Summe ihrer Teile und bewegt sich weiterhin auf hohem Niveau. Trotz kleiner Stolpersteinchen immer noch ausgezeichnete Serienunterhaltung!

8 von 10 nachgestellten Szenen aus der Johannes-Offenbarung

Dexter | Staffel 6

  • Nachgestellte Szenen aus der Johannes-Offenbarung - 8/10
    8/10

Fazit & Wertung:

Dexter widmet sich in seinem sechsten Jahr dem Thema Religion und auch wenn nicht jede Figur, nicht jede Szene, nicht jede Nebenhandlung hundertprozentig zu überzeugen weiß, ist die Serie wie so oft mehr als die Summe ihrer Teile und bewegt sich weiterhin auf hohem Niveau. Trotz kleiner Stolpersteinchen immer noch ausgezeichnete Serienunterhaltung!

8.0/10
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Meinungen aus der Blogosphäre:
Tonight is gonna be a large one.: 7/10 Punkte

Episodenübersicht: Staffel 6

01. Sieben Schlangen (7/10)
02. Der gute Hirte (7,5/10)
03. Die Rückkehr der Zahnfee (8/10)
04. Die Reiter der Apokalypse (8,5/10)
05. Der Engel des Todes (8,5/10)
06. Am Scheideweg (9/10)
07. Die Reise nach Nebraska (9/10)
08. Die Hure Babylon (7,5/10)
09. Die Schalen des Zorns (8,5/10)
10. Neue Jünger (8/10)
11. Der Feuersee (8,5/10)
12. Die Säule des Lichts (9/10)

– – –

Dexter | Staffel 6 ist am 06.06.13 auf DVD und Blu-ray im Vertrieb von Paramount Pictures erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:



Blu-ray:



  • Wie du ja weißt empfand ich die Staffel etwas schwächer und als bisherigen Tiefpunkt der Serie. Nicht wirklich schlecht, aber auch weit von den großartigen ersten Staffeln entfernt. Besonders der Twist hatte mich enttäuscht, da ich ihn schon etliche Episoden vorher vermutete – und siehe da: So kam es auch.

    • Ja, über den Twist kann man streiten, angekündigt hat er sich schon, ich fand ihn aber ganz stimmig und eben die Analogie zu Dexter und seinem „Gesprächspartner“ sehr gelungen, aber gut. Definitiv nicht so gut wie der Rest, aber das Thema Religion liegt mir ebenfalls oft gar nicht, gerade wenn es auf amerikanische Weise abgehandelt wird als etwas absolutes und zwingend Notwendiges. Wie schockiert die alle waren, als Dexter sagte, er glaube an nichts… würde hierzulande niemanden schocken schätze ich.

      Naja, warten wir die nächste und übernächste Staffel ab und schauen wie es wird 😉

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