Review: Witchblade Rebirth 1 (Graphic Novel)

Auch wenn sich das manch einer nicht recht vorstellen kann, habe ich mich richtig gefreut, mich heute einfach mal wieder dem Bloggen widmen zu können und so freue ich mich, euch heute nach einer gefühlten Ewigkeit eine neue Rezension präsentieren zu können, der hoffentlich alsbald viele nachfolgen werden. Einen schönen Abend euch allerseits!

Witchblade Rebirth 1
Aus dem Gleichgewicht

Witchblade Rebirth Vol. 1, USA 2011, 116 Seiten

Witchblade Rebirth 1 | © Panini
© Panini

Autoren:
Tim Seeley
Ron Marz
Zeichner:
Diego Bernard
John Tyler Christopher

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
keine ISBN

Genre:
Action | Fantasy | Mystery | Thriller

 

Inhalt:

Nachdem Sara Pezzini in New York das Feld beim NYPD hat räumen müssen, ist sie nach Chicago gegangen, um sich dort als Privatdetektivin zu verdingen. Einige Monate sind vergangen und jetzt schon wird sie von manchem Polizisten skeptisch beäugt und hat sich mehr Feinde als Freunde gemacht. Dann stirbt unerwartet ein von ihr beschatteter Mann und unter Zuhilfenahme der Witchblade nimmt Sara die Ermittlungen auf. Im Zuge dessen lernt Sara auch einen charmanten wie geheimnisvollen Mann namens Cain Jorgensen kennen, der sich selbst als Magier zu erkennen gibt, als Bühnenmagier. Vom Charisma Cains abgelenkt, vergisst die Detektivin beinahe ihr eigentliches Ziel, dem mysteriösen Todesfall nachzugehen, doch dann wird sie von einer jungen Frau attackiert, die ein Artefakt mit sich führt, dass der Witchblade nicht unähnlich zu sein scheint.

Daraufhin landet Sara im Gefängnis und muss nach ihrer Entlassung feststellen, dass nicht nur Cain entführt worden ist und die kampfeslustige junge Frau nur die Spitze des Eisberges einer geheimen Bruderschaft ist, sondern auch, dass ein machtversessener Hexenzirkel sich in die Geschehnisse einzumischen beginnt. Wie es scheint, ist Chicago doch nicht das ruhige Pflaster, das es im Vergleich zu New York hätte sein müssen.

Rezension:

Vor vielen, vielen Jahren, als der Splitter Verlag noch US-Comics in Heftform verlegt hat, begann meine Leidenschaft für dieses Medium und unter anderem eine Serie hatte es mir besonders angetan: Witchblade. Das ging sogar so weit, dass ich für teures Geld die mir fehlenden Ausgaben nachgekauft habe, bis dann der Verlag in die Knie ging und die Hefte von Infinity neu aufgelegt wurden, die es mittlerweile auch nicht mehr gibt. Was ich damit sagen will ist, dass ich die Serie über einen nicht unbeträchtlichen Zeitraum verfolgt habe, doch mit dem Weggang das ursprünglichen Zeichners Michael Turner (der mittlerweile leider verstorben ist) verlor die Serie mehr und mehr an Zauber, da Turners Stil das Universum nicht unerheblich mitgeprägt hatte und schlussendlich kehrte ich der Witchblade den Rücken. Zwar war mir durchaus bewusst, dass Panini die Veröffentlichung der Heftreihe in Albenform übernommen hatte, doch reizte es mich nicht mehr, diverse Bände nachordern zu müssen und mich neu in die Welt einzufinden, zumal ich damit ja schon schlechte Erfahrungen gemacht hatte.

Nun aber hat Image Comics analog zu Marvel und DC ein Relaunch eingeläutet, das unter anderem zu Witchblade Rebirth wie auch Darkness Rebirth geführt hat. Ihr könnt euch denken, dass ich ob dieses günstigen Moments nicht widerstehen konnte und der von Marc Silvestri, David Wohl, Brian Haberlin und Michael Turner erdachten Reihe eine zweite Chance geben musste. Vieles hat sich geändert, doch muss ich auch zugeben, dass man als neuer Leser einen optimalen Einstieg findet und auch vollkommen unvorbelastet an die Sache herangehen kann, denn was es mit der Witchblade auf sich hat wird zumindest grob umrissen. Ansonsten bewegt sich die Titelheldin Sara Pezzini nun in einem neuen Setting und ist von New York nach Chicago gezogen. Zu meiner Freude hält man sich aber nicht damit auf, den neuen Standort zu etablieren oder gar Pezzinis Ankunft zu thematisieren, sondern steigt direkt in die durchaus spannend geratene Geschichte ein und erklärt mehr nebenbei, was sich zwischenzeitlich zugetragen hat.

Allerdings muss man auch sagen, dass der Geschichte im weiteren Verlauf merklich die Luft ausgeht und alles in einem groß angelegten Kampf mündet, der nicht so recht ausgegoren wirkt und die zahlreichen Mystery-Aspekte von zuvor ins Hintertreffen geraten lässt. Auch fehlen mir als altem Hasen in punkto Witchblade einige liebgewonnene Figuren, gute wie böse, denen die neu eingeführten Charaktere nicht annähernd das Wasser reichen können, aber das könnte sich ja womöglich in weiteren Bänden noch relativieren lassen. Positiv aufgefallen ist mir hingegen der Zeichenstil von Diego Bernard, der zumindest in die Richtung Turners früherer Bildkompositionen weist und auch wenn er nicht annähernd dessen Qualität erreicht, darf das als hohes Lob verstanden werden, denn einerseits kann – meiner Meinung nach – vermutlich kaum jemand Michael Turners Zeichenkunst das Wasser reichen und andererseits bewahrt er zumindest die Ausrichtung und den Stil der mir bekannten älteren Ausgaben, was man von anderen zwischenzeitlichen Zeichnern der Witchblade wie etwa Randy Green nun leider überhaupt nicht behaupten konnte.

Ich für meinen Teil freue mich sehr, mit Witchblade Rebirth einen Wiedereinstieg in die Serie ermöglicht bekommen zu haben und bin schon sehr gespannt auf die folgenden Ausgaben, insbesondere im Hinblick darauf, was man mit dem neuen Setting und der von früheren Ereignissen losgelösten Erzählweise zu schaffen weiß. Wenn also diese Neuauflage mich nicht in allen Punkten hat überzeugen können, mag das auch daran liegen, dass meine Erwartungen extrem hoch waren, vor allem aber bleibt so noch deutlich Luft nach oben und ich werde Witchblade Rebirth bereitwillig noch Chancen einräumen, mich vollends zu überzeugen, denn dafür war und ist diese mittlerweile so langlebige Comic-Reihe zu gut, als dass man sie einfach ignorieren könnte, zumal Bernards Zeichenkünste ein Schritt zurück in die richtige Richtung ist und Tim Seeleys Geschichte durchaus zu überzeugen weiß, wenn man ihr nicht diesen halbgaren Endkampf spendiert hätte. Dafür überzeugt der Cliffhanger am Ende des Bandes und macht Lust auf mehr!

Fazit & Wertung:

Witchblade Rebirth reanimiert erfolgreich eine Serie, die ich für mich schon vor Jahren abgeschrieben hatte und trotz mancher dramaturgischen Schwäche und teils noch arg blassen Figuren überzeugt der Stil und macht Lust auf ein weiteres Wiedersehen.

7 von 10 Kämpfen unter Zuhilfenahme mythischer Artefakte

Witchblade Rebirth 1

  • Kämpfe unter Zuhilfenahme mythischer Artefakte - 7/10
    7/10

Fazit & Wertung:

Witchblade Rebirth reanimiert erfolgreich eine Serie, die ich für mich schon vor Jahren abgeschrieben hatte und trotz mancher dramaturgischen Schwäche und teils noch arg blassen Figuren überzeugt der Stil und macht Lust auf ein weiteres Wiedersehen.

7.0/10
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Witchblade Rebirth 1 ist am 16.04.13 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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