Review: The Strain – Die Saat 1 (Graphic Novel)

Auch heute habe ich mich vor dem Bloggen ein wenig der Bastelei am Quellcode gewidmet, diesmal aber nicht für mich und mein Medienjournal, sondern für meine Freundin. Trotzdem gibt es auch heute hier ein Novum, denn nachdem ich gestern das erste Mal mit Zitaten gearbeitet habe, kommt heute die erste Kritik zu einer Graphic Novel, die ich mit Bildern angereichert habe, um sie optisch ansprechender zu gestalten. Doch genug der Vorrede, euch viel Spaß beim Lesen und einen schönen Abend, ich verziehe mich jetzt gleich ins Bett, um in meinen zahllosen noch zu lesenden Büchern zu schmökern.

The Strain 1
Die Saat

The Strain #1-6, USA 2011-2013, 148 Seiten

The Strain - Die Saat 1 | © Panini
© Panini

Autoren:
David Lapham (Skript)
Guillermo del Toro (Story)
Chuck Hogan (Story)
Zeichner:
Mike Huddleston

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-862-01735-5

Genre:
Endzeit | Horror | Thriller

 

Inhalt:

In New York landet der Flug 753 am JFK Airport, doch dann bricht unerwartet der Funkkontakt zur Crew ab. Die technischen Geräte fallen ebenfalls aus und die Türen wirken von außen wie verbarrikadiert; lassen sich nicht öffnen. Man vermutet einen Terroranschlag und ruft Dr. Ephraim Goodweather vom CDC (Centers for Disease Control and Prevention) samt Team herbei. Als sich die Türen auftun, betreten sie vorsichtig die Maschine und finden beinahe sämtliche Insassen auf unerklärliche Weise zu Tode gekommen vor. Drei Insassen jedoch haben überlebt und werden ins Krankenhaus gebracht, während die Boeing weiter untersucht wird, um eine Ursache für das rätselhafte Massensterben zu finden. Dem Sarg, gefüllt mit modriger Erde, der sich im Frachtraum des Flugzeuges befindet, misst zu diesem Zeitpunkt noch niemand Bedeutung bei.

Ausschnitt aus The Strain - Die Saat 1 | © Panini
© Panini

Einzig Professor Setrakian ahnt, welchen Schrecken es nach Amerika verschlagen hat, denn er erkennt die Handschrift von Sardu, er weiß um die Existenz von Vampiren und er ist dem Schrecken dereinst selbst begegnet. In seiner Not wendet sich Setrakian an Goodweather, der ihm zunächst keinen Glauben schenken will, doch als die Leichen der Insassen sich zu erheben beginnen und die Überlebenden des Fluges eine schreckliche Verwandlung durchlaufen, ist der Grundstein für die Infiltration der Gesellschaft durch die Vampirseuche bereits gelegt.

Rezension:

Vor etwas mehr als einem Jahr hatte ich an dieser Stelle über das gemeinsam von Guillermo del Toro und Chuck Hogan geschriebene Buch Das Blut berichtet, den zweiten Teil einer gemeinsam erdachten Vampir-Trilogie und nicht nur, weil ich mich derzeit der jüngst erschienenen Taschenbuchausgabe von Die Nacht (dem dritten Teil der Reihe) widme, sondern vor allem, weil die Bücher mich bisher einfach in ihren Bann zu schlagen wussten, war ich natürlich Feuer und Flamme, als ich von The Strain erfuhr, der Graphic Novel-Adaption besagter Bücher nach einem Skript von David Lapham (Crossed 2 und 3, Ferals). Das baut natürlich eine enorme Erwartungshaltung auf, doch kann ich vorwegschicken, dass ich positiv überrascht worden bin und der Auftaktband wirklich großartige Unterhaltung bietet, ob man nun die Buchvorlage Die Saat kennt oder nicht.

Ausschnitt aus The Strain - Die Saat 1 | © Panini
© Panini

Anders als im Buch geht man hier deutlich weniger behutsam zur Sache und wo sich in del Toros und Hogans Variante die Spannung wirklich ganz langsam steigerte und man lange Zeit überhaupt nicht wusste, was sich innerhalb der havarierten Boeing 753 verbergen würde, platzt hier die Bombe doch vergleichsweise schnell und legt damit auch gleich die Marschrichtung für The Strain vor. Dennoch nimmt sich Lapham die Zeit, sich auch den Randgeschichten zu widmen und den Schrecken stetig zu steigern, beleuchtet Einzelschicksale und familiäre Tragödien, während sich parallel dazu der eigentliche Erschrecken mehr und mehr über die Straßen ergießt und Hauptfigur Ephraim Goodweather verzweifelt darum bemüht ist, die Epidemie einzugrenzen, die sich aber natürlich in letzter Konsequenz zu einer grausamen Pandemie auswachsen wird.

Die Zeichnungen in The Strain stammen von dem mir bis dato unbekannten Mike Huddleston und ich brauchte eine Weile, um mich in seinen Stil hineinzufinden, doch muss ich zugeben, dass er seine Sache ausnehmend gut gemacht hat, denn auch wenn die zuweilen kantig geratenen Figuren manchmal ein wenig Detailreichtum vermissen lassen, hat seine Panelaufteilung und sein dynamischer Stil doch einen ganz eigenen Reiz und transportiert die Geschichte vortrefflich, zumal sehr viel mit extremen Schwarz gearbeitet worden ist, welches die Düsternis noch untermauert. Highlight in dem Zusammenhang sind Rückblenden in die Jugend von Abraham Setrakian, die in einem stimmigen Schwarz-Weiß gehalten lediglich Farbakzente beim Rot von Blut oder auch den Hakenkreuz-Armbinden seiner früheren SS-Peiniger setzt.

Ausschnitt aus The Strain - Die Saat 1 | © Panini
© Panini

Gerade wenn man die zugrundeliegenden Bücher kennt hat The Strain natürlich seinen ganz eigenen Reiz und wurde wie gesagt sehr stimmig umgesetzt, trägt gleichsam aber auch dem Medienwechsel Rechnung und zeigt Dinge, die es in dieser Ausführlichkeit nicht ins Buch geschafft haben. Proklamierte man schon bei Die Saat, es handele sich um ein Buch wie einen Blockbuster, so muss ich jetzt feststellen, dass es als Graphic Novel ebenso gut funktioniert. Der Umstand, dass man – wie man im Vorwort zum Band lesen kann – anscheinend schon an einer TV-Serien-Adaption werkelt ist natürlich nur ein weiteres Indiz für die brachiale Gewalt der Geschichte. So bin ich schon gespannt auf die noch folgenden Bände, denn die hier versammelten ersten sechs Hefte decken natürlich nicht annähernd den Inhalt auch nur des ersten Buches der Trilogie ab.

Fazit & Wertung:

The Strain ist eine überzeugende, erschreckende und blutige Adaption eines gleichwohl lohnenden Buches, das sich den Vampiren endlich einmal wieder von einer gänzlich angenehmeren, urtümlicheren Perspektive nähert und sie in keiner Weise romantisch verklärt, sondern als triebgesteuerte Parasiten zeigt.

8 von 10 infizierten Flugzeug-Insassen

The Strain - Die Saat 1

  • Infizierte Flugzeug-Insassen - 8/10
    8/10

Fazit & Wertung:

The Strain ist eine überzeugende, erschreckende und blutige Adaption eines gleichwohl lohnenden Buches, das sich den Vampiren endlich einmal wieder von einer gänzlich angenehmeren, urtümlicheren Perspektive nähert und sie in keiner Weise romantisch verklärt, sondern als triebgesteuerte Parasiten zeigt.

8.0/10
Leser-Wertung 0/10 (0 Stimmen)
Sende

Meinungen aus der Blogosphäre:
Tofu Nerdpunk: 6,8/10 Punkte

The Strain – Die Saat 1 ist am 17.06.13 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

%d Bloggern gefällt das: