Review: Attack the Block (Film)

Heute mal wieder bedeutend früher, weil wir gleich noch Besuch erwarten, kommt eine weitere Film-Kritik von meiner Seite. Nachher dann werde ich mich wie gewohnt an die Erschaffung des nächsten Media Monday begeben. Bis dahin euch ein schönes Restwochenende!

Attack the Block

Attack the Block, UK 2011, 88 Min.

Attack the Block | © Capelight
© Capelight

Regisseur:
Joe Cornish
Autor:
Joe Cornish

Main-Cast:

Jodie Whittaker (Sam)
John Boyega (Moses)
Alex Esmail (Pest)
Franz Drameh (Dennis)
Leeon Jones (Jerome)
Simon Howard (Biggz)
Luke Treadaway (Brewis)
Jumayn Hunter (Hi-Hatz)
Nick Frost (Ron)

Genre:
Action | Komödie | Science-Fiction

Trailer:

 

Inhalt:

South London: In dem Problemviertel wird die Krankenschwester Sam von einer Bande Jugendlicher bedroht. Während diese aber noch dabei sind, der verschüchterten Frau Geld und Handy abzunehmen, rauscht ein Meteorit vom Himmel und schlägt in einem nahestehenden Auto ein. Vollkommen verwirrt inspiziert die Gang die Einschlagstelle, während es Sam gelingt, in dem aufkommenden Durcheinander zu flüchten. Plötzlich springt aus dem Autowrack ein tierartiges und hochaggressives Wesen, das Moses – den Anführer der Gang umgehend attackiert. Es gelingt ihm, den Angriff abzuwehren und das Wesen flüchtet. Die bewaffneten Jugendlichen zaudern nicht lange, die Verfolgung aufzunehmen und bringen das Vieh zur Strecke.

Szenenbild aus Attack the Block | © Capelight
© Capelight

Langsam dämmert ihnen, dass das Wesen ganz und gar nicht irdischen Ursprungs ist und in jugendlichem Übermut schleppen sie die Leiche quer durch ihren Block. Im Penthouse des dauerbekifften Drogendealers Ron kommen sie zunächst unter, doch bald schon beobachten sie weitere vermeintliche Meteoriten, die allesamt über South London niedergehen. Und die Verwandtschaft des ermordeten Außerirdischen ist alles andere als gut auf die Jungs zu sprechen. Ein erbitterter Kampf ums Überleben beginnt.

Rezension:

Joe Cornishs Film hat im Grunde ein ganz klassisches Problem, wenn es gilt, in einem Sujet zu wildern, das noch nicht gänzlich von Hollywood ausgeschlachtet worden ist: die Erwartungshaltung. Denn wenn aggressive Aliens in einem Problemviertel in South London zu Boden gehen und sich eine unerschrockene Gang vorlauter Jugendlicher aufmacht, gegen die außerirdischen Invasoren ins Feld zu ziehen, erwartet man eine spritzige, britische Action-Komödie mit viel Verve und Tempo. Schaut man dann aber Attack the Block stellt sich schnell Ernüchterung ein. Nicht dass der Film schlecht wäre, doch für das abgedrehte Setting ist er nicht wahnwitzig genug geraten und manchmal gar erschreckend unlustig, für einen unterhaltsamen Actioner gibt es hingegen zu viel Stillstand und Leerlauf, den Cornish nur ab und an für pointierte Dialoge zu nutzen weiß.

Szenenbild aus Attack the Block | © Capelight
© Capelight

Dass die Aliens in ihrer grenzenlosen Schwärze und somit auch Konturlosigkeit mit ihren leuchtenden Reißzähnen nicht unbedingt das Nonplusultra in der Darstellung extraterrestrischer Wesen darstellen, darüber möchte ich mich gar nicht mokieren, denn dieser Umstand ist ganz klar dem Budget geschuldet und dennoch gelingt es den Special Effects-Leuten, das Beste aus der Situation zu machen und grundsolide Monster ins Feld zu führen, die durchaus auch mal ein wenig Panik verursachen. Die Optik des Films ist überhaupt sehr überzeugend geraten und der Block sehr stilsicher in Szene gesetzt.

Das täuscht aber eben auch nicht darüber hinweg, dass den Jungs kaum Profil spendiert wird und insbesondere Nick Frost wohl nur seines bekannten Namens wegen mitspielen durfte, denn von Belang ist seine Figur sicherlich nicht und – und das ist auch schon wieder eine Leistung für sich – nicht einmal witzig. Die mir aus Perrier’s Bounty bekannte Jodie Whittaker macht zwar als Krankenschwester eine passable Figur, vermag aber auch nicht recht zu überzeugen. Ein wenig scheint es, als habe sich Attack the Block zu sehr auf die fraglos interessante Prämisse verlassen und darüber eine glaubhafte Figurenzeichnung vergessen.

Szenenbild aus Attack the Block | © Capelight
© Capelight

Das wäre nur eben dann nicht weiter tragisch, wenn der Film in anderen Belangen zu überzeugen wüsste, aber der unausgegorene Wechsel aus derben Späßen, Horrorelementen und Actioneinlagen wusste mich zwar zu unterhalten, aber nicht wirklich mitzureißen. Attack the Block ist somit einer dieser Filme, von dem ich gerne eine höhere Meinung gehabt hätte, doch vermutlich waren meine Erwartungen mal wieder zu hoch, denn letztlich wollte der Funke nicht so recht überspringen, obschon ich die Grundidee des Films würdigen möchte und ihm auch einen gewissen, latenten Unterhaltungswert nicht absprechen kann.

Fazit & Wertung:

Attack the Block ist ein durchaus ambitioniertes Projekt und kommt kurzweilig daher, doch die Figuren der teils nur mäßig begabten Amateurschauspieler bleiben überwiegend farblos und die Geschichte hat mit einigen erzählerischen Mängeln zu kämpfen, die das Tempo doch gehörig ausbremsen.

6 von 10 pechschwarzen, wütenden Aliens

Attack the Block

  • Pechschwarze, wütende Aliens - 6/10
    6/10

Fazit & Wertung:

Attack the Block ist ein durchaus ambitioniertes Projekt und kommt kurzweilig daher, doch die Figuren der teils nur mäßig begabten Amateurschauspieler bleiben überwiegend farblos und die Geschichte hat mit einigen erzählerischen Mängeln zu kämpfen, die das Tempo doch gehörig ausbremsen.

6.0/10
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Meinungen aus der Blogosphäre:
CineKie: 8/10 Punkte
Equilibrium: 7/10 Punkte

Attack the Block ist am 24.02.12 auf DVD und Blu-ray im Vertrieb von Capelight erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

Blu-ray:

  • Hmm, so schlimm fand ich die Schauspieler jetzt eigentlich gar nicht. Sicherlich keine Top-Besetzung, aber zumindest mit sichtlich Spaß an der Sache – und das hat mir eigentlich sogar recht gut gefallen. Davon ab teile ich aber die meisten deiner Kritikpunkte

    • Ja, sicherlich nicht unbedingt untalentiert, aber die Figuren waren so dermaßen schwach gezeichnet, dass mir die fraglos vorhandene Spielfreude einfach nicht gereicht hat.

      Hab dann auch mal direkt deine Kritik verlinkt (die übrigens in der Film-Blogosphäre auch noch fehlt).

  • Pingback: Filmkritiken deutscher Filmblogs 33. KW 2013 | Filmkurzkritik()

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