Review: Broken City (Film)

Bei Kinostart hatte ich Broken City verschmäht, doch bekanntermaßen erhebe ich da ja auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und immerhin ist es dem Film letztlich ja doch noch gelungen, mein Interesse zu wecken, so das sich jetzt gerne davon berichten werde.

Broken City

Broken City, USA 2013, 109 Min.

Broken City | © Universum Film
© Universum Film

Regisseur:
Allen Hughes
Autor:
Brian Tucker

Main-Cast:
Mark Wahlberg (Billy Taggart)
Russell Crowe (Mayor Hostetler)
Catherine Zeta-Jones (Cathleen Hostetler)
in weiteren Rollen:
Barry Pepper (Jack Valliant)
Kyle Chandler (Paul Andrews)
Natalie Martinez (Natalie Barrow)
Jeffrey Wright (Carl Fairbanks)

Genre:
Thriller | Drama | Krimi

Trailer:

 

Inhalt:

Der New Yorker Polizist Billy Taggert erschießt in vermeintlicher Notwehr einen Verbrecher, doch viele sind der Meinung, es habe sich um Mord gehandelt und so kommt es zu einer Anhörung. Bürgermeister Nicholas Hostetler hält Taggert hingegen für einen Helden und mischt sich ein, woraufhin die Anklage fallengelassen wird. Den Polizeidienst muss Taggert trotzdem verlassen, doch der Bürgermeister verspricht, ihn nicht zu vergessen. Sieben Jahre vergehen und Billy Taggert hält sich mehr schlecht als recht mit seinem Job als Privatdetektiv über Wasser, während seine Beziehung zu Freundin Natalie auf spürbar wackliger werdenden Beinen steht. Da kontaktiert ihn kurz vor den anstehenden Bürgermeisterwahlen Hostetler und bittet ihn, seine Frau Cathleen zu beschatten, da er vermutet, dass sie eine Affäre hat.

Szenenbild aus Broken City | © Universum Film
© Universum Film

Billy geht auf das lukrative Angebot ein und kommt bald dahinter, dass Cathleen sich des Öfteren mit Paul Andrews trifft, dem Wahlkampfmanager des Gegenkandidaten Jack Valliant. Widerwillig übergibt Taggert die Fotos an Hostetler, nachdem ihn Cathleen während einer unerwarteten Unterredung inständig gebeten hatte, das Richtige zu tun und die Fotos zu vernichten. Keine vierundzwanzig Stunden später ist Paul Andrews tot und Taggert ahnt, dass der Bürgermeister ihn nur benutzt hat, doch ging es Hostetler sicherlich nicht darum, die Identität seines Nebenbuhlers zu ermitteln, um ihn dann kaltblütig ermorden zu lassen. Ein Komplott ist im Gange, dessen Ausmaß Billy noch nicht erahnt.

Rezension:

Normalerweise trifft man die Hughes-Brüder (The Book of Eli) im Doppelpack an und so war ich neugierig, wie sich Allen Hughes allein auf dem Regiestuhl schlagen würde und das Ergebnis ist durchwachsen, wenn auch mit deutlich positiver Tendenz, denn Broken City ist zunächst einmal ein atmosphärisch sehr dichter und stimmig inszenierter Polit-Thriller geworden, der sich zwar in der zweiten Hälfte dramaturgisch ein wenig verrennt, von seinen hochkarätigen Darstellern aber durchaus vor dem Scheitern bewahrt wird. Der Film verlässt sich allerdings sehr auf seine wendungsreiche, im Mittelteil reichlich verworren wirkende, Story und die vielen Geheimnisse, die das Komplott umgibt, so dass darüber eine stimmige oder tiefergehende Figurenzeichnung oftmals vernachlässigt wird.

Szenenbild aus Broken City | © Universum Film
© Universum Film

Ruhmreiche Ausnahme ist hier einmal mehr Russell Crowe als herrlich doppelgesichtiger und durchtriebener Bürgermeister Hostetler, der sich dermaßen arrogant gibt und bis zuletzt meint, alle Trümpfe in der Hand zu halten, während sein direkter Kontrahent dagegen beinahe blass erscheint. Gemeint ist hier natürlich nicht der Gegenkandidat sondern Mark Wahlberg (Departed), der einmal mehr routiniert seine Paraderolle als hartnäckiger (Ex-)Cop zum Besten gibt, das zwar auch überzeugend, aber ohne nennenswerte Glanz- oder Höhepunkte. Catherine Zeta-Jones‘ Rolle hingegen ist noch deutlich undankbarer und dermaßen beliebig und austauchbar habe ich sie schon lange nicht mehr erlebt, was aber nicht unbedingt an ihr sondern ihrer konturlosen Rolle liegt, die außer als Plot-Aufhänger für die Beschattung wirklich nichts hergibt. Interessanter ist hier schon Barry Pepper als Stadtrat Valliant, der während seiner Screentime gekonnt Akzente zu setzen weiß.

So interessant die Charaktere teilweise aber auch sind oder hätten sein können, so sehr werden sie auch durch eine Geschichte gehetzt, die anfänglich noch recht simpel scheint und sich immer weiter und weiter entfaltet, immer weitere Intrigen zutage fördert, immer weitere Zusammenhänge herzustellen weiß und am Ende eben ein wenig überladen wirkt, zumal einer der vermeintlichen Twists gegen Ende sich bereits sehr früh andeutet und so kaum noch zu überraschen weiß. Dennoch kann man Broken City nicht absprechen, am Ende die losen Enden zu verknüpfen und eine glaubhafte Verschwörung skizziert zu haben, einzig die Art, in der diese dargebracht wird lässt eben leider zu wünschen übrig, ebenso wie der Nebenplot um Billys Freundin Natalie (Natalie Martinez), weil er nicht gerade ergiebig ist und dem Thriller keine essentiellen Aspekte hinzufügt, wenn die Beziehung an sich durchaus mit den Geschehnissen des Films eng verknüpft ist.

Szenenbild aus Broken City | © Universum Film
© Universum Film

Am Ende sind es dann wie gesagt die namhaften Schauspieler und vor allem ein bis zuletzt undurchsichtig bleibender Polizeichef, großartig verkörpert von Jeffrey Wright (Source Code), die Broken City vor dem Absturz bewahren, denn Polizeichef Fairbanks ist neben dem Bürgermeister nicht nur die komplexeste und interessanteste Figur des Films sondern auch so etwas wie die moralische Instanz in einer von Korruption, Lug und Trug durchzogenen Stadt, die es in dieser Ausprägung seit Jahren schon nicht mehr gibt, derer es aber bedurft hat, um den Plot zumindest ansatzweise glaubwürdig zu präsentieren.

Fazit & Wertung:

Broken City präsentiert sich als solider Thriller mit vielen überraschenden Wendungen, die mal mehr, mal weniger gut funktionieren und den Film vielschichtiger wirken lassen sollen, als er letztlich ist. Immerhin Russell Crowe überzeugt auf ganzer Linie als herrlich gewiefter und durchtriebener Bürgermeister einer wahrhaft kaputten Stadt.

6,5 von 10 Intrigen

Broken City

  • Intrigen - 6.5/10
    6.5/10

Fazit & Wertung:

Broken City präsentiert sich als solider Thriller mit vielen überraschenden Wendungen, die mal mehr, mal weniger gut funktionieren und den Film vielschichtiger wirken lassen sollen, als er letztlich ist. Immerhin Russell Crowe überzeugt auf ganzer Linie als herrlich gewiefter und durchtriebener Bürgermeister einer wahrhaft kaputten Stadt.

6.5/10
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Meinungen aus der Blogosphäre:
Filmherum: 3,5/5 Punkte

Broken City erscheint am 04.10.13 auf DVD und Blu-ray im Vertrieb von Universum Film. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

Blu-ray:

  • Da wären wir uns mal wieder einig. :)

  • Pingback: Broken City (2013) | Film-Blogosphäre()

  • Matthias Kreuter

    Mh, vielleicht liegt es daran, dass die Figuren durch die Handlung gehetzt werden, darüber muss ich mal nachdenken. Aber alles in allem fand ich sowohl Wahlberg als auch Crowe schwach. Finde, die sind eher Kern der Enttäuschung als seine Rettung. Wahlberg spielt sich selbst (was vor fünf Jahren, bevor er bewiesen hat, dass er es auch besser kann, hätte verziehen werden können) und Crowe hat bis jetzt jedem Film seinen Stmpel aufgedrückt, eben weil er viele Emotionen gleichzeitig zur Schau stellen kann – und nicht nur Arroganz.

    http://anerdisheard.wordpress.com/2013/09/19/broken-city-2013/

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