Review: Ender’s Game – Das große Spiel 1: Kampfschule (Graphic Novel)

Da nächste Woche um diese Zeit der Film Ender’s Game – Das große Spiel in den Kinos startet, erscheint mir der Zeitpunkt mehr als günstig, euch einmal die Comic-Reihe vorzustellen, die wie der Film auf dem Buch von Orson Scott Card basiert, vor rund zwei Monaten veröffentlicht worden ist und im November bereits ihre Fortsetzung findet. Viel Spaß!

Ender’s Game
Das große Spiel 1:
Kampfschule

Ender’s Game: Battle School #1-5, USA 2009, 132 Seiten

Ender's Game - Das große Spiel 1: Kampfschule | © Panini
© Panini

Autoren:
Orson Scott Card (Buch-Vorlage)
Christopher Yost
Zeichner:
Pasqual Ferry

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-862-01645-7

Genre:
Science-Fiction | Action

 

Inhalt:

Andrew Wiggin, genannt Ender, ist ein sogenannter Dritt, in vielen Belangen ein Unikum, denn in der Welt der Zukunft wird die Menschheit von außerirdischen Invasoren der Formics bedroht und die Kampfschule der internationalen Flotte sucht verzweifelt nach aussichtsreichen Kandidaten unter den Erden-Bewohnern. Zu diesem Zweck werden aussichtsreichen Kindern sogenannte Monitor-Chips implantiert, die ihr Verhalten und Erleben aufzeichnen und so auszuwerten helfen, ob eine Ausbildung sich lohnen könnte. Die Familie Wiggin stellte bereits zwei solche lohnenswerten Kinder, Peter, der allerdings zu unberechenbar und jähzornig war und Valentine, die wiederum zu sanftmütig geraten und ebenfalls untauglich war. Ausnahmsweise wurde den Wiggins daher ein Dritt erlaubt, Andrew, der die Qualitäten seiner Geschwister in sich vereinen sollte.

Ausschnitt aus Ender's Game - Das große Spiel 1: Kampfschule | © Panini
© Panini

Im Alter von sechs Jahren wird Ender sein Chip allerdings entfernt und nicht nur er ist der Meinung versagt zu haben, doch bald schon wird Colonel Hyrum Graff bei der Familie Wiggin vorstellig und offenbart Ender, dass die Entfernung des Chips nur einen letzten Tests darstellte, um zu überprüfen, wie er sich ohne die Überwachung durch die Flotte verhalten würde. Ender erklärt sich bereit, seine Ausbildung in der Kampfschule im All zu beginnen und verlässt seine Familie für immer. Dort angekommen unternimmt die Obrigkeit Schritte, ihn von den anderen Rekruten zu isolieren, um seine Kreativität zu fördern und im All wie auf der Erde muss sich Ender als geächteter Außenseiter behaupten. Doch nicht umsonst erschient er als der aussichtsreichste Rekrut seit Jahren und behauptet sich unerbittlich gegenüber allen, die sich ihm in den Weg stellen.

Rezension:

Bei Ender’s Game – Das große Spiel 1: Kampfschule handelt es sich um den Auftakt der Comic-Adaption des gleichnamigen Science-Fiction-Romans von Orson Scott Card aus dem Jahr 1985, der nicht nur in diesem Jahr auch als Film-Adaption mit Harrison Ford, Ben Kingsley und Asa Butterfield als Ender seine Renaissance erlebt, sondern auch – trotz seines Alters – eine beeindruckende Zahl aktueller Tendenzen und Strömungen der heutigen Zeit aufgreift und dadurch im Grunde noch an Aktualität gewonnen hat, wenngleich wir uns natürlich weder außerirdischen Invasoren gegenübersehen, noch einem derart ausgeprägten Wunderkind-Kult frönen, wie in Scott Card in seinem Buch proklamiert hat.

Ausschnitt aus Ender's Game - Das große Spiel 1: Kampfschule | © Panini
© Panini

Davon ab ist Ender’s Game aber zuvorderst spannende und wohldurchdachte Science-Fiction allererster Güte, die auch oder gerade in Comic-Form vorzüglich zur Geltung kommt, nicht nur weil Zeichner Pasqual Ferry dem Setting eine buchstäblich großartige Optik angedeihen lässt, die zusammen mit der sorgsam ausgewählten Farbpalette und dem stilisierten Einsatz von Licht und Schatten von Frank D’Armata eines der schönsten Comic-Alben der letzten Zeit hervorgebracht hat, das einerseits den kindlichen Protagonisten, andererseits aber auch der an der Kampfschule herrschenden brutalen Härte Rechnung trägt. Neben den formidablen Zeichnungen ist jedoch auch das Skript von Christopher Yost vortrefflich geraten und offenbart in kleinen Happen tiefere Einblicke in die Welt von Ender, während man sich tiefergehende Erörterungen aufspart für zwischen den insgesamt fünf Kapiteln eingestreuten Berichten und Dokumenten, die insbesondere das Handeln und die Absichten der internationalen Flotte aus deren Sicht verdeutlichen, während Ender selbst sich ohne Kenntnis dieser Schriftstücke allein in einer beinahe lebensfeindlich zu nennenden Umgebung behaupten muss.

Der Werdegang des Dritt ist dabei stets spannend und vollzieht sich in nachvollziehbaren Schritten, auch wenn es mich ab und an gestört hat, dass manche Szenen doch recht abrupt enden oder insbesondere das Ende eines jeweiligen Kapitels nicht mehr aufgegriffen wird und die Geschichte einen Sprung in die Zukunft macht und das, obwohl der vorangegangene Part zuweilen mit einem vermeintlichen Cliffhanger endete. So muss man hin und wieder damit leben können, einige Seiten zu benötigen, sich innerhalb der Erzählung neu zu orientieren, doch hätte ich es auch nicht besser zu lösen gewusst, denn ansonsten wären der Story von Ender’s Game wohl einige Längen und Redundanzen nicht erspart geblieben, die hier gänzlich fehlen.

Ausschnitt aus Ender's Game - Das große Spiel 1: Kampfschule | © Panini
© Panini

Auch wenn es sicherlich lohnenswert ist, auch das zugrundeliegende Buch zu lesen, wage ich doch zu behaupten, dass Ender’s Game für eine Buch-Adaption ungewohnt tiefgründig geraten ist und ich freue mich, dass man den Weg gewählt hat, die Geschichte auf mehrere Hefte – oder in dem Fall auch Bände – aufzuteilen, so dass der Erzählung genügend Raum bleibt, sich zu entfalten, weshalb der Band auch nicht als in sich abgeschlossen betrachtet werden darf, sondern bereits im November mit Ender’s Game – Das große Spiel 2: Kommandantenschule seine Fortsetzung findet.

Fazit & Wertung:

Ender’s Game – Das große Spiel 1: Kampfschule ist spannende, anspruchsvolle und dennoch actionreiche Science-Fiction, die noch dazu optisch eindrucksvoll präsentiert wird und mit Spannung der Fortsetzung wie auch dem Film entgegenfiebern lässt.

8,5 von 10 erbitterten Wettkämpfen

Ender’s Game - Das große Spiel 1: Kampfschule

  • Erbitterte Wettkämpfe - 8.5/10
    8.5/10

Fazit & Wertung:

Ender’s Game - Das große Spiel 1: Kampfschule ist spannende, anspruchsvolle und dennoch actionreiche Science-Fiction, die noch dazu optisch eindrucksvoll präsentiert wird und mit Spannung der Fortsetzung wie auch dem Film entgegenfiebern lässt.

8.5/10
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Ender’s Game – Das große Spiel 1: Kampfschule ist am 12.08.13 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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