Review: Enemies – Welcome to the Punch (Film)

Brandaktuell soll es dann heute wieder einmal eine Film-Kritik sein und brandaktuell deshalb, weil besagter Film ziemlich genau am heutigen Tage in den hiesigen Geschäften eingetroffen ist und fortan zum Verkauf steht. Ob er sich lohnt, könnt ihr dann ja jetzt hier lesen.

Enemies
Welcome to the Punch

Welcome to the Punch, UK/USA 2013, 99 Min.

Enemies - Welcome to the Punch | © Universum Film
© Universum Film

Regisseur:
Eran Creevy
Autor:
Eran Creevy

Main-Cast:
James McAvoy (Max Lewinsky)
Mark Strong (Jacob Sternwood)
Andrea Riseborough (Sarah Hawks)
in weiteren Rollen:
Peter Mullan (Roy Edwards)
Johnny Harris (Dean Warns)
Daniel Mays (Nathan Bartnick)
David Morrissey (Thomas Geiger)

Genre:
Krimi | Thriller | Action

Trailer:

 

Inhalt:

Der aufstrebende und engagierte Londoner Cop Max Lewinsky sieht seine Chance gekommen, als in seiner unmittelbaren Umgebung ein Coup des berüchtigten Ganoven Jacob Sternwood gemeldet wird. Im Alleingang nimmt er die Verfolgung auf und beinahe scheint es, ihm würde es gelingen, den berühmten Kriminellen zur Strecke zu bringen, doch mit einem Schuss in Max‘ Bein schaltet Sternwood seinen Widersacher schnell aus und verschwindet. Drei Jahre vergehen, Max ist noch immer von seiner Verletzung gezeichnet und schmerzmittelabhängig sieht er sich kaum in der Lage, seinen Job zu erledigen, wohingegen Sternwood sich zur Ruhe gesetzt zu haben scheint.

Szenenbild aus Enemies - Welcome to the Punch | © Universum Film
© Universum Film

Dann allerdings wird am Flughafen Sternwoods Sohn Ruan schwerverletzt aufgegriffen und Max Lewinsky sieht seine Chance gekommen, Sternwood schlussendlich doch noch festzusetzen. Dieser kehrt wie erwartet aus dem selbstgewählten Exil heim und begibt sich auf die Suche nach seinem Jungen, während Max seinerseits sich ohne Umschweife an Sternwoods Fersen heftet. Doch die alte Fehde der ungleichen Kontrahenten steht durchaus nicht im Mittelpunkt des Interesses und bald offenbaren sich erste Anzeichen einer Verschwörung, die bis in die höchsten Kreise des Polizeiapparates zu reichen scheint.

Rezension:

Eran Creevys Welcome to the Punch – der im Deutschen wieder einmal den unsinnigen wie irreführenden Titel Enemies vorangestellt bekommen hat – ist ein durch und durch klassischer Krimi-Thriller mit Heist-Elementen, dem man die großen Vorbilder nur allzu deutlich ansieht. Was Inszenierung und Optik angeht punktet der Film auch mit einer mehr als soliden Machart, die rundherum zu unterhalten weiß, wohingegen es ihm gänzlich an Innovationen mangelt und er daher letztlich wie ein Stück von der Stange wirkt, routiniert produziert und gutaussehend, aber auch weitestgehend überraschungsarm und beinahe seelenlos.

Szenenbild aus Enemies - Welcome to the Punch | © Universum Film
© Universum Film

Da wäre natürlich zunächst einmal der gemarterte, vom Leben gebeutelte, bärbeißige Cop, in diesem Fall James McAvoy als Max Lewinsky, der, obwohl überraschend gegen den Strich besetzt, seine Sache außerordentlich gut macht und dank ruppigem Charme, Zehntagebart und Lederjacke sein Image durchaus zu verändern weiß. Ihm gegenüber steht Mark Strong als Bösewicht Jacob Sternwood, der noch am besten gelungen ist, wenn auch seine Rolle im Grunde nicht viel hergibt. In diesem Punkt ist es dann sehr förderlich, einen dermaßen erfahrenen und charismatischen Schauspieler mit an Bord zu haben, der in den wenigen Szenen und Einstellungen, die das Denken und Fühlen Sternwoods beleuchten, mit kleinen Gesten und nuancierten Spiel so etwas wie Tiefe anzudeuten weiß, die auf dem Papier so sicherlich nicht vorhanden gewesen ist. Auch Andrea Riseborough, David Morrisey und Peter Mullan gefallen in ihren Rollen, können aber natürlich was die Screentime angeht nicht annähernd den beiden Hauptfiguren das Wasser reichen und bleiben dementsprechend grob skizziert. So betrachtet ist es ein Segen für Welcome to the Punch, nicht auch noch auf vollkommen unbekannte Schauspieler zurückgreifen zu müssen, denn sonst wäre er wahrscheinlich gänzlich in der Masse an ähnlich gearteten Produktionen untergegangen.

Optisch allerdings braucht sich Welcome to the Punch ebenfalls keine Blöße geben und auch wenn die gesamte Szenerie auffallend blaustichig daherkommt, unterstreicht dies doch den unterkühlten Charme der Story, die kaum je von einem Lichtstrahl behelligt wird und sich in einem auf Hochglanz stilisierten London abspielt, das beinahe nicht als solches zu erkennen ist. Verstärkt werden diese optischen Reize durch routiniert dargebrachte Action-Einlagen, die wohldosiert das Vorangehen der Geschichte unterstützen und sich stimmig in das Gesamtbild fügen, wenn auch ohne dabei, positiv wie negativ, groß Eindruck zu hinterlassen. Da gibt es die obligatorische Verfolgungsjagd wie auch den einen oder anderen Schusswechsel und man kann sich bereitwillig dem temporeichen Treiben hingeben, wird hier aber nicht auf besonders neuartige Einfälle oder Kameraeinstellungen hoffen brauchen.

Szenenbild aus Enemies - Welcome to the Punch | © Universum Film
© Universum Film

Genauso solide und durchschnittlich ist dann schlussendlich auch die Geschichte selbst, die sich zwar manchmal etwas verworrener und cleverer gibt, als sie eigentlich ist, im Grunde aber recht simpel und vorhersehbar ist, ebenso wie die schlussendlich präsentierte Pointe und das auffallend offene Ende, das den Zuschauer doch mit einigen unbeantworteten Fragen zurücklässt und dadurch nur leidlich befriedigend wirkt. Dennoch ist Welcome to the Punch insbesondere für Genre-Fans auf alle Fälle einen Blick wert, wenn es ihm doch auch kaum gelingt, eigene Akzente zu setzen, die über die stilsichere Optik und zwei charismatische Hauptdarsteller hinausgeht.

Fazit & Wertung:

Enemies – Welcome to the Punch erfindet in keiner Hinsicht das Genre neu und trumpft nicht gerade mit einer einfallsreichen, dafür aber umso stilbewussteren Inszenierung auf, die schlussendlich einen in allen Belangen soliden Film ergibt, der weder gut noch schlecht, gesehen worden sein kann aber auch nicht muss.

6 von 10 unerwarteten Bündnissen

Enemies - Welcome to the Punch

  • Unerwartete Bündnisse - 6/10
    6/10

Fazit & Wertung:

Enemies - Welcome to the Punch erfindet in keiner Hinsicht das Genre neu und trumpft nicht gerade mit einer einfallsreichen, dafür aber umso stilbewussteren Inszenierung auf, die schlussendlich einen in allen Belangen soliden Film ergibt, der weder gut noch schlecht, gesehen worden sein kann aber auch nicht muss.

6.0/10
Leser-Wertung 0/10 (0 Stimmen)
Sende

Meinungen aus der Blogosphäre:
Cellurizon: 5/10 Punkte

Enemies – Welcome to the Punch ist heute, am 25.10.13, auf DVD und Blu-ray im Vertrieb von Universum Film erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

Blu-ray:

%d Bloggern gefällt das: